Impfzentrum in Hillesheim öffnet wieder

Chef des Gesundheitsamts fordert zur Impfung auf

Kreis Vulkaneifel. Nach dem Andrang bei den Besuchen des Impfbusses in Hillesheim und Daun hat die Kreisverwaltung beschlossen, das Impfzentrum - diesmal in Eigenregie - wieder zu öffnen. Die Inzidenzzahlen erreichen Rekordhöhen.

Zeitweise stand der Landkreis Vulkaneifel richtig gut da, zählt sogar bundesweit zu den Kreisen mit den geringsten Sieben-Tages-Inzidenzen bei den Corona-Infektionen. Das ist etliche Monate her. Zwar liegt der Vulkaneifelkreis zwar momentan auch unter dem Deutschland-Durchschnitt bei den Inzidenzen. Doch auch hier erreichte die Inzidenz am Mittwoch den höchsten Stand seit Beginn der Pandemie - und steigt seitdem weiter. Am heutigen Freitag lag sie bei 266,2. Beim heutigen Presse-Jour-Fixe der Kreisverwaltung mahnte sogar Dr. Volker Schneiders, Leiter des Kreisgesundheitsamtes und wahrhaft kein Freund von Panikmache, dass er nicht mehr an die Eindämmung der Infektionen glaube. "Wir fahren mit auf Tempo 300 eingestelltem Tempomat mit durchgeknipsten Bremsleitungen auf eine Wand zu. Man kann jetzt nur noch entscheiden, ob man mit oder ohne Airbag fahren möchte", sagte er mit Blick auf die Impfungen und warnte: "Die Impfungen sind der einzige Pfeil, den wir im Köcher haben. Wer jetzt an den Impfungen zweifelt, dem ist mit der gesegneten Kerze nicht zu helfen."

282 aktive Infektionen zählt das Kreisgesundheitsamt heute. Laut Schneiders sind rund 65 Prozent der Infizierten unter 45 Jahre alt. Von diesen sind 55 Prozent zwischen 18 und 45 Jahre alt, rund ein Drittel unter zwölf Jahre alt und elf Prozent zwischen 12 und 18 Jahre alt. Etwa die Hälfte der Infizierten seien nicht geimpft. Acht Bürgerinnen und Bürger aus dem Landkreis Vulkaneifel befinden sich aufgrund einer Corona-Erkrankung im Krankenhaus, zwei davon auf Intensivstation.

Aufgrund der Situation waren die Termine des Impfbusses des Landes, der in den letzten Tagen mehrfach Daun und Hillesheim angesteuert hatte, immens frequentiert. In Voraussicht hatte der Kreis zu den Hillsheimer Terminen das ehemalige Impfzentrum in der dortigen Markt- und Messehalle kurzfristig wieder teilweise geöffnet. Ab dem 2. Dezember wird es dort wieder regelmäßige Impftermine geben. Die Impfungen werden donnerstags, freitags und samstags von 8.15 bis 16 Uhr durchgeführt und sind nur über eine vorherige Terminanmeldung möglich. Die Anmeldung ist entweder unter www.vulkaneifel.de/impftermin oder ab dem 29. November montags bis samstags von 8.15 bis 16 Uhr unter Tel. 06592/933-500 möglich. Mitzubringen sind Personalausweis oder Reisepass sowie wenn vorhanden der Impfpass. "Gemeinsam mit Impfkoordinator Dieter Schmitz habe ich in den letzten Tagen das Gespräch mit dem Land gesucht. Ich bin froh, dass wir zusammen eine individuelle Lösung für den Landkreis Vulkaneifel gefunden haben. Wir wollen an den Erfolg des ehemaligen Impfzentrums in Hillesheim anknüpfen und errichten ab kommender Woche am gleichen Ort die Impfstelle Vulkaneifel", sagt Landrätin Julia Gieseking. Damit sollen auch die niedergelassenen Hausärzte entlastet werden.

"Bewusst hatten wir die Einrichtungsgegenstände wie bspw. die Messewände, das Büromobiliar oder die technische Ausstattung ortsnah eingelagert. Mit der ehrenamtlichen Hilfe der Freiwilligen Feuerwehr Hillesheim und den DRK-Ortsverbänden Hillesheim und Gerolstein haben wir bereits vergangene Woche in einer gemeinsamen Abendaktion die Impfkabinen, den Warte- und Verwaltungsbereich und die weitere benötigte Infrastruktur aufgebaut, auch, um den Andrang am Impfbus kurzfristig soweit wie möglich unterstützen zu können", erklärt Impfkoordinator Dieter Schmitz. Dass die Markt- und Messehalle wieder so schnell in Gebrauch genommen werden konnte, ist auch der Stadtspitze Hillesheim rund um Stadtbürgermeistern Gabi Braun zu verdanken. Diese versprach noch bei der offiziellen Schließung des Impfzentrums im September 2021, dass die Verantwortlichen die Markt- und Messehalle bei einer Zuspitzung der Corona-Lage wieder unverzüglich und kostenfrei nutzen könnten.

Für über 30-Jährige wird sowohl der Impfstoff von BioNTech/Pfizer als auch von Moderna angeboten. Eine Auswahlmöglichkeit besteht nicht. Die Zuteilung ist abhängig vom Impfarzt und von der Verfügbarkeit des jeweiligen Impfstoffs. Impfungen von Kindern und Jugendlichen im Alter von 12 bis 15 Jahren werden ausschließlich im Beisein eines Sorgeberechtigten durchgeführt. Jugendliche im Alter von 16 oder 17 Jahren benötigen eine Vollmacht eines Sorgeberechtigten, falls dieser ihn nicht mit zur Impfung begleitet. Die Booster-Impfung ist laut STIKO-Empfehlung ab vier Monate nach Ablauf der Zweitimpfung möglich.

Bereits am Mittwoch startete das Marienhaus Klinikum Eifel in Gerolstein mit den ersten Corona-Schutzimpfungen. Die Klinik ist eine von zehn Häusern der Marienhaus-Gruppe, die den "5-Punkte-Plan für Auffrischungsimpfungen" des Landes Rheinland-Pfalz unterstützt. Es sind Booster-, Erst- und Zweitimpfungen möglich. Geimpft wird montags und mittwochs jeweils von 12 bis 16 Uhr. Termine für die Boosterimpfung können unter www.marienhaus.de/pieks vereinbart werden. Alle Impfungen werden mit dem BioNTech/Pfizer-Impfstoff durchgeführt. Termine für die Erst- und Zweitimpfung können Interessierte unter Tel 06561/644444 vereinbaren. Zum Termin mitzubringen sind der Personalausweis, der Impfausweis, die Versichertenkarte sowie - wenn möglich - der vorab ausgefüllte Aufklärungsbogen und die Einwilligungserklärung des RKI.

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