Kandidaten-Dreikampf in Daun

Kreis Vulkaneifel. Für manchen Bürger wird der Gang zum Wahllokal am Sonntag, 25. Mai, zu einem echten Wahlmarathon. Zusammen mit der Europawahl werden in Rheinland-Pfalz auch die Kommunalparlamente neu gewählt. In Daun steht dabei u.a. die Wahl eines neuen Stadtbürgermeisters an, da der langjährige Amtsinhaber Wolfgang Jenssen (SPD) nicht mehr kandidiert.

Die knapp 7.000 Wahlberechtigten aus Daun und den Stadtteilen können bei der Wahl des neuen Stadtbürgermeisters aus dem Vollen schöpfen, denn erstmals treten gleich drei Bewerber um das höchste Amt der Kreisstadt Daun an. Klar ist schon jetzt, dass der Nachfolger von Wolfgang Jenssen, der 1999 erstmals zum Stadtbürgermeister gewählt wurde, kein SPD-Parteibuch haben wird: Bei den Dauner Sozialdemokraten fand sich kein Kandidat, der antreten wollte.

 

Trotzdem fanden sich mit Gerd Becker, Martin Robrecht und Walter Müller gleich drei Kandidaten. Bei einem Info-Abend, zu dem Amtsinhaber Wolfgang Jenssen in der vergangenen Woche ins »Goldene Fässchen« eingeladen hatte, traten die drei Bewerber um das höchste Amt der Stadt Daun zu einem lockeren Schlagabtausch an, um die Bürger über ihre politischen Ziele zu informieren. Dabei fällt es schwer, einen echten Favoriten auszumachen: Gerd Becker, ehemaliger Büroleiter in der Dauner Verbandsgemeindeverwaltung, bringt naturgemäß die größte Erfahrung in Sachen Verwaltungsarbeit und Kommunalpolitik mit, ist mit 69 Jahren aber auch der älteste er drei Kandidaten. Im Jahr 2010 ging Becker nach 44 Dienstjahren in den vorzeitigen Ruhestand; seitdem engagiert er sich ehrenamtlich stark im Verein »Bürger für Bürger«, dessen erster Vorsitzender er ist. »Daun ist gut aufgestellt, für größere Investitionen ist aber kaum Geld da«, brachte er die Unterfinanzierung der kommunalen Haushalte auf einen einfachen Nenner.  Potential sieht er hingegen in der Ausweitung von Ehrenämtern und im Ausbau des Tourismus. Auch mit dem in der VG Daun angelaufenen »WEGE-Prozess«, der sich mit den Veränderungen  befasst, die der »Demografische Wandel« mit sich bringt, sieht Becker gute Chancen für Daun und Umgebung.Auch Martin Robrecht hat wie Gerd Becker ein CDU-Partreibuch, tritt bei der Wahl jedoch bewusst als unabhängiger Kandidat an. Bei der Vorstellung seiner politischen Ziele sprach sich der im vergangenen Jahr pensionierte Bundeswehr-Oberst für mehr Bürgerbeteiligung und »Gespräche am Runden Tisch« aus, um so die Bürger mehr an den für sie relevanten Entscheidungen zu beteiligen. Robrecht ist Jahrgang 1952 und war während seiner aktiven Dienstzeit mehrmals in der Dauner Heinrich-Hertz-Kaserne stationiert. Die kommunalpolitische Betätigung ist für ihn neu.Walter Müller (parteilos) aus Daun-Rengen ist mit 59 Jahren der jüngste der drei Bürgermeister-Kandidaten.   Auf der kommunalpolitischen Ebene ist er hingegen kein Unbekannter: Von 2001 bis 2009 war der pensionierte Bundesbahner Ortsvorsteher seines Heimatorts Rengen. Neben dem Erhalt des Kreises will sich Müller unter anderem für eine Stärkung der Stadtteile einsetzen. Für Heiterkeit sorgte sein Zitat: »Ich will einfach nichts versprechen. Es kommt ja eh immer alles anders.«

Serie: wird fortgesetzt

Auch in Gerolstein treten bei der Wahl des Stadtbürgermeisters gleich drei Bewerber an ? diese werden wir Ihnen in der kommenden Woche vorstellen.

Foto: Wer wird Nachfolger von SPD-Mann Wolfgang Jenssen (links)? ? Bei der Wahl am 25. Mai treten (v.l.n.r.) Walter Müller, Gerd Becker und Martin Robrecht an, um Stadtbürgermeister in Daun zu Werden. Foto: S. Feuster

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