Retter üben den Ernstfall

Gillenfeld. Mehr als 50 Einsatzkräfte, Mitarbeiter und Helfer von der Freiwilligen Feuerwehr Gillenfeld, der DLRG-Ortsgruppe Gillenfeld und des DRK-Ortsvereins Daun haben am Montag, 13. August, den Ernstfall geprobt. Das Szenario: eine Explosion im Naturfreibad Pulvermaar in Gillenfeld durch einen illegal betriebenen Gasgrill auf der Liegewiese.

Die Übung lief ganz nach Drehbuch: Um 19 Uhr gab es im Bereich der Liegewiese des Bades einen lauten Knall, ein Feuer war zu sehen, dass sich schnell auf die angrenzenden Hecken und Bäume ausbreitete. Panik brach aus. Es gab zahlreiche Verletzte, die von Mitarbeitern der teilnehmenden Einsatzkräfte sowie Kindern und Jugendlichen der Jugendfeuerwehr und der DLRG gespielt wurden.

Dann traten die Einsatzkräfte in Aktion. Durch den Einsatzleiter der DLRG, Marvin Schneiders wurde die Rettungskette in Gang gesetzt, Evakuierungsmaßnahmen und Absperrungen getroffen, Rettungswege und Sammelpunkte festgelegt, das eigene Personal eingeteilt und Erste-Hilfe-Maßnahmen eingeleitet. Durch die eintreffenden Kräfte des DRK wurden die Verletzten gesammelt, gesichtet, versorgt und anschließend je nach Schweregrad ihrer Verletzung für den Transport in die umliegenden Krankenhäuser vorbereitet. Parallel dazu bekämpfte die schnell eintreffende Feuerwehr den entfachten Waldbrand. Eine Besonderheit war die Rettung durch den Brand eingeschlossener und verletzter Personen von der Wasserseite aus. Sie wurden mit Rettungsboards der DLRG, aber auch durch das Rettungsboot der Feuerwehr abtransportiert.

"Für die Teilnehmer hat sich die Übung innerhalb kurzer Zeit nicht mehr vom Ernstfall unterschieden. Doch ein Unterschied ist, dass Beobachter die Simulation genau verfolgt und dokumentiert haben. So kann die Übungsleitung im Nachhinein Verbesserungsvorschläge herausarbeiten und diese nutzen, um Abläufe für den Ernstfall zu optimieren", sagt Carsten Spieß, DRK-Zugführer in Daun, der die Gesamtleitung der Übung hatte.

Katastrophenschutzübungen von großer Bedeutung

Die Schwerpunkte der Übung lagen in den Bereichen Kommunikation, Brandbekämpfung, Sichtung und Herstellung der Transportfähigkeit von Verletzten sowie Freihaltung der Transport- und Rettungswege. "Die Sicherstellung der Alarmierung hat gut funktioniert. Die Kommunikationswege untereinander und zwischen den Organisationen konnten getestet werden. Wie bei jeder Übung in dieser Größenordnung wäre es gelogen, wenn wir behaupten würden, alles habe zu 100 Prozent funktioniert. Das ist unmöglich, zumal es fast ausgeschlossen ist, einen echten Großbrand zu simulieren. Das Leben in der Lage ist hier entscheidend. Aber gerade deshalb sind diese Veranstaltungen von so großer Bedeutung, um Abläufe zu optimieren und vorhandene Defizite zu erkennen", sagt Erwin Pfeil, Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr Gillenfeld.

Die Idee für das Übungs-Szenario entstand bereits 2017. Bis dahin gab es bereits verschiedene einzelne Übungen der DLRG mit der Feuerwehr und der DLRG mit dem DRK am Pulvermaar. Erstmals wurde jetzt zusammen geübt. „Der heutige Tag hat gezeigt, dass die Zusammenarbeit aller beteiligten Organisationen gut funktioniert und wir freuen uns auf weitere gemeinsame Übungen um Abläufe und die Koordination der Kräfte zu optimieren", sagt Bettina Schäfer, die Vorsitzende der DLRG Ortsgruppe Gillenfeld.

Zufrieden mit der Übung am Pulvermaar

"Wir sind mit der Übung zufrieden. Die Einsatzkräfte haben sich den Aufgaben und Herausforderungen mit hohem Engagement gestellt. Sie haben eindrucksvoll ihr Können und ihr professionelles Handeln gezeigt. Die Übung hat auch deutlich gemacht, dass es an manchen Stellen Optimierungsbedarf gibt. Das ist gut so, denn dafür ist eine solche Übung auch gedacht. So können wir unsere Einsatzkonzepte überprüfen, fortentwickeln und stetig anpassen. Es ist wichtig, dass alle Organisationen bei einem solchen Ereignis Hand in Hand arbeiten. Dass dies funktioniert, haben unsere Einsatzkräfte heute bewiesen", resümiert Übungsleiter Carsten Spieß.

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