Eifelquerbahn: Probefahrt gelungen

Am Wochenende fahren Waggons des Rheingolds

Gerolstein. Nachdem die Strecke freigeschnitten und geprüft wurde, können die Überführungsfahrten starten. Für Eisenbahnfans werden sich am Wochenende etliche Fotomotive bieten.

Die Strecke der Eifelquerbahn ist befahrbar. Das hat laut Eifelquerbahn e.V., der sich für die Reaktivierung der Strecke einsetzt, am vergangenen Donnerstag, 6. Januar, eine Probefahrt der DB Netz AG mit einem Spezialfahrzeug von Kaisersesch nach Gerolstein und wieder zurück ergeben. Und so werden Ende der Woche die ersten Überführungsfahrten der Fahrzeuge starten, die nach der Hochwasserkatastrophe in Gerolstein gestrandet sind. Den Anfang machen Rheingold-Wagen der AKE Eisenbahntouristik. Hierzu werden am 13. Januar nach Betriebsschluss zwei Loks der Baureihe 364/365 (V 60) inklusive zwei Güterwagen der Vulkan-Eifel-Bahn (VEB) von Andernach nach Kaisersesch überführt. Am darauffolgenden Freitag ist die Weiterfahrt ins Betriebswerk nach Gerolstein vorgesehen. Geplante Abfahrt in Kaisersesch ist um 9 Uhr.

Richtig spannend für Eisenbahnfreunde wird es am Samstag. Gegen 9 Uhr sollen sich die beiden Loks mit drei Waggons des historischen Rheingolds in Gerolstein in Bewegung setzen, darunter auch der berühmte Aussichtswagen (DomeCar). Von Kaisersesch aus geht es nach Betriebsschluss der regulären Bahnfahrten weiter in Richtung Andernach. Die zweite Überführungsfahrt wird bereits am Dienstag, 18. Januar. über die Bühne - oder die Gleise - gehen, nachdem die zwei Loks sonntags und montags von Andernach zunächst wieder nach Kaiseresch und dann nach Gerolstein gebracht wurden. In dieser Runde sollen zwei weitere Rheingold-Wagen sowie ein Turmtriebwagen (TVT) aus Gerolstein ausgefahren werden. Mehrfach geht es dabei über die Kyllbrücke bei Pelm. Laut Eifelquerbahnverein soll ein neues Gutachten der DB Netz AG der eine uneingeschränkte Nutzbarkeit für die Überführungsfahrten bescheinigt haben. Auch eine Sanierung, sowohl für schwere Materialtransporte zum Wiederaufbau der Eifelstrecke als auch für den SPNV-Regelverkehr sei möglich. Allerdings wird die Streckengeschwindigkeit für die Überführungsfahrten auf zehn Stundenkilometer beschränkt. "Bei einer Streckenlänge von mehr als 50 Kilometern wird man für jede der Überführungsfahrten mit mehr als sechs Stunden rechnen müssen. Für Eisenbahnfreunde natürlich eine gute Nachricht, bieten sich dadurch doch viele Möglichkeiten für einzigartige Fotos", sagt Jens Wießner, Vorsitzender des Eifelquerbahnvereins.

Nach den beiden Überführungsfahrten für die Rheingold-Fahrzeuge folgt die Überführung der DB Regio-Triebwagen aus Gerolstein. Diese wird die Firma RailAdventure im Auftrag von DB Regio durchführen. "Dabei ist nach aktuellem Stand davon auszugehen, dass jeder der vier gut 80 Meter langen Triebwagen einzeln aus Gerolstein ausgefahren wird", so Wießner. "Mit der Vossloh-Lok DE 18 kommt hier ein modernes Kraftpaket zum Einsatz, welches mit seinem Gesamtgewicht von 80 Tonnen hohe Anforderungen an die Bauwerke und den Oberbau der Strecke stellt. Wie schon bei den Rheingold-Wagen handelt es sich sowohl bei der DE 18 als auch bei den LINT-Triebwagen um eine Premierenfahrt auf der Eifelquerbahn", so der stellvertretende Vorsitzende des Eifelquerbahn-Vereins, Valentin Michels. Erfreut zeigen sich die beiden Vorsitzenden über den Zustand von Oberbau und Bauwerken nach neun Jahren ohne Betrieb und Instandhaltungsmaßnahmen. Da sich "die als Schwachpunkt bezeichnete" Kyllbrücke mit begrenztem Aufwand kurzfristig für Materialtransporte herrichten lasse, bestehe nun die Chance, auch den Wiederaufbau der Eifelstrecke von Gerolstein aus zu beschleunigen, meinen Wießner und Michels.

Der Zweckverband SPNV hat inzwischen eine Machbarkeitsstudie zur Reaktivierung der Eifelquerbahn mit Blick auf die Nutzen-Kosten-Untersuchung in Auftrag gegeben. In diesem Zusammenhang verweisen Wießner und Michels auf die Eifel-Bördebahn zwischen Euskirchen und Düren. Dort waren letztmals 1983 Nahverkehrszüge gefahren. Dort wurde die Strecke zunächst ab 2010 im Rahmen von Wochenendverkehren bedient; nach dieser erfolgreichen Übergangsphase wurde ein Zweistundentakt eingeführt und die Nutzerzahlen steigen kontinuierlich. Mit dem nächsten Fahrplanwechsel ist ein Angebot im Stundentakt geplant.

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AOK zieht sich aus Cochem zurück

Cochem. Herber Schlag für die Kreisstadt Cochem: Die AOK, einzige Krankenkasse die noch ihre Büros in Cochem hatte, schließt nach WochenSpiegel-Informationen die Geschäftsstelle Ende Februar für immer.  Dies bestätigt AOK-Pressesprecher Jan Rößler gegenüber dem Cochemer WochenSpiegel. Ausschlaggebend für die Überlegungen waren demnach auch die Erfahrungen und Folgen der Corona-Pandemie. Jan Rößler: »Die Beratung am Standort Cochem endete am 16. März 2020 aufgrund der eingetretenen Corona-Pandemie. Aufgrund des geänderten, generellen Kundenverhaltens schon weit vor der Pandemie, eben in Richtung digitaler und telefonischer Kontaktkanäle, wird die Beratung in Cochem, als kleinerer Standort, nicht wieder aufgenommen.« Die Beratung der Mitglieder der AOK soll nun unter anderem durch Kundenberaterinnen und Kundenberater auch zu Hause im Rahmen des Außendienstes erfolgen. Alle Arbeitsplätze bleiben, nach Angaben von AOK-Pressesprecher Jan Rößler, in der Region erhalten. »Nach Beendigung der Beratungsstelle Cochem sind alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im nächst erreichbaren Kundencenter (etwa Daun, Simmern, Mayen) weiterhin für unsere Versicherten aktiv.« Stadtbürgermeister Walter Schmitz bedauert auf Anfrage des WochenSpiegel den Weggang. »Jeder Arbeitsplatz, der in Cochem weggeht, tut uns weh. Wenn aber dann eine Institution wie eine Krankenkasse weggeht, die den Charakter einer Kreisstadt mitprägt, ist dies besonders schmerzlich.«  Herber Schlag für die Kreisstadt Cochem: Die AOK, einzige Krankenkasse die noch ihre Büros in Cochem hatte, schließt nach WochenSpiegel-Informationen die Geschäftsstelle Ende Februar für immer.  Dies bestätigt AOK-Pressesprecher Jan Rößler gegenüber…

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Guter Wein, schlechte Manieren

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