Juli darf nun bleiben

Buch-Debüt der Walsdorfer Autorin Petra Eimer

Walsdorf. Eine entlaufene Katze und ein kurzfristig gekauftes Pferd haben Petra Eimer zu ihrem ersten Kinderbuch rund um das Pferd Juli und ihren Sohn Paul inspiriert.

Ein Hund! Das ist der große Wunsch von Paul. Doch was passiert ihm und seinen Eltern? Ihnen läuft ein Pferd zu. Eines Tages steht es plötzlich im Garten – und niemand weiß, wo es herkommt. Und weil es ihnen im Juli zugelaufen ist, nennen sie es auch so: Juli. Mama und Papa finden es ganz toll. Paul allerdings ganz und gar nicht. Denn was kann man mit einem Pferd schon machen? Vor allem, wenn es ständig solch ein Chaos anstellt wie Juli. Das Pferd muss also weg!

Paul und Juli stehen im Mittelpunkt des Kinderbuches »Und dann kam Juli«. Es ist das schriftstellerische Erstlingswerk der Illustratorin und Wahl-Walsdorferin Petra Eimer. Die Geschichte ist angelehnt an wahre Geschehnisse. Alles begann mit einer entlaufenen Katze. Um sie zu finden, hingen Petra Eimer und ihr Sohn, der nicht zufälligerweise ebenfalls Paul heißt, Flugblätter auf und befragten die Nachbarschaft.

Dabei lernte Petra Eimer eine Frau kennen, deren Tochter zwei Pferde besaß. Pferdeliebhaberin Petra Eimer ging mit einem der Tiere zweimal spazieren. Man verstand sich. Ob sie eines der Pferde kaufen wollen, denn ihre Tochter müsse es kurzfristig verkaufen, fragte die Frau nun eines Tages Petra Eimer – genau einen Tag vor deren Urlaub. Doch die Entscheidung musste schnell fallen. Petra Eimer sagte kurzentschlossen zu, zumal das Pferd im Stall bleiben konnte. Auf die Nachricht des »Familienzuwachses« reagierte der »echte« Paul ungefähr genauso wie der literarische Paul: »Du hast was...?? Spinnst du? Was wollen wir mit einem Pferd?« Zum ersten Besuch bei Juli – sie trägt ebenfalls den gleichen Namen wie das Pferd im Buch – nach dem Urlaub musste Mama Petra ihren Paul nahezu zwingen.

»Er ist zähneknirschend mitgekommen. Und Juli ist ihm dann nicht mehr von der Seite gewichen, hat seine Mütze geklaut und so weiter. Er war richtig genervt. Aber ich habe gemerkt, dass er sie ganz süß findet«, erzählt sie. Ebenso wie das Pferd im Buch sei eben auch die »echte« Juli »ultraneugierig«. Das bekam auch das Team des Fotoshootings zu spüren, das der Verlag zur Bewerbung des Buches organisiert hatte. »Als Juli in den Garten gebracht wurde, hat sie erst einmal alle Wäschestücke von der Leine gerissen«, erinnert sich Petra Eimer amüsiert. Das Fototeam sorgte eiligst dafür, die Kameraausrüstung in Sicherheit zu bringen, denn auch die weckte Julis Interesse. Ebenso wie die Blumen in den Töpfen auf der Treppe zur Terrasse, die sie sich Blüte für Blüte schmecken ließ.

Auch wenn der Großteil der Geschichte erfunden ist, haben einige wahre Episoden ihren Weg ins Buch gefunden – etwa dass ein Windstoß die Flugblätter zur entlaufenen Katze – im Buch ist es ein zugelaufenes Pferd – durch die Gegend gewirbelt hat. Und auch Pauls besten Freund Max gibt es im wahren Leben. Erfunden ist hingegen Nachbarin Anna. »Ich habe aber festgestellt, dass der Charakter ganz stark so ist wie ich als Kind – etwas neunmalklug und die Welt verbessern wollen.«

Ursprünglich arbeitete Petra Eimer als Grafikerin in einer Agentur. Nach ihrem Umzug in die Eifel begann sie Kinderbücher zu illustrieren. »Das war aber ein krasses Abarbeiten von zehn bis zwölf Büchern im Jahr und schlecht bezahlt«, erzählt sie. So entstand der Wunsch eines eigenen Buches. »Aber ich hatte noch keine Idee gefunden, die mich kickt«, sagt die Jungautorin. Die entstand mit Pauls Reaktion auf den Kauf von Juli. Dass er im Buch die Hauptrolle spielt, störte Paul gar nicht. »Er fand das eher cool«, sagt Petra Eimer.

Überrascht war sie von der Resonanz auf ihr Manuskript, als sie damit zur Internationalen Buchmesse fuhr. »Ich hatte keine Erwartungen. Aber die Verlage haben sich gegenseitig überboten.« Neben der lebensnahen Sprache macht vor allem die Gestaltung im Comic-Stil den Reiz des Buches aus. Die Bilder sind liebevoll, witzig und oft Bestandteil des Textes. Auch die abwechslungsreiche grafische Hervorhebung zahlreicher Wörter und Sätze tragen zum Lesefluss bei. Übrigens: Auf der letzten Seite des Buches wird schon eine Fortsetzung angekündigt.

»Und dann kam Juli« von Petra Eimer, 176 Seiten, Baumhaus Verlag, ISBN 978-3-8339-0658-9


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