Über »Promillewege« an die Ostsee

Eifeler Jungs stellen sich kurioser Autorallye

Nohn. Im 300-Euro-Volvo durch Deutschland: Carsten Faber aus Nohn und Andreas Seifen aus Hoffeld nehmen am »Pothole Rodeo« teil – für den guten Zweck.

Wer in der Eifel von A nach B will, kommt ohne Auto nicht weit. Das gilt auch für junge Menschen, die am Wochenende im Nachbarort auf einer der sagenumwobenen Eifelpartys – bisweilen feucht-fröhlich – feiern wollen. Und so kennt wohl nahezu jeder junge Eifeler die »Promillewege« – jene eher inoffiziellen Schleichwege, durch deren Nutzung man hofft, Polizeikontrollen zu entgehen. Solche Pfade sind auch den beiden Freunden Carsten Faber, aufgewachsen in Nohn, und Andreas Seifen, aufgewachsen in Hoffeld, nicht unbekannt – zumal man munkelt, dass es einen solchen »Promilleweg« auch zwischen den beiden Ortschaften geben soll. Und so bringen die beiden als waschechte Eifeler die besten Voraussetzungen mit, um unter dem Teamnamen »Promilleweg Rallye« am »Pothole Rodeo« (Schlagloch-Rodeo) teilzunehmen.

Der spaßige Name deutet schon darauf hin, dass beim Pothole Rodeo »der Spaß im Vordergrund steht und auch wir unsere Schrauber- sowie Rallye-Künste nicht allzu ernst nehmen«, wie die beiden Freunde erklären. Veranstaltet wird das »Pothole Rodeo« vom »Backroad Club«, der verschiedene Strecken anbietet – und die führen fast nur über Nebenstraßen und Schleichwege auf »der Suche nach den letzten Schlaglöchern Deutschlands«, wie der Veranstalter verspricht. Carsten Faber und Andreas Seifen haben sich für die deutsche Version entschieden.

20 Jahre alten Volvo V40 für 300 Euro gekauft

Sie starten am Dienstag, 15. Juni, an der österreichischen Grenze, um fünf Tage später am Ziel anzukommen, das irgendwo zwischen Bremen und Hannover liegen soll. Bis dahin führt sie der 2.000 Kilometer lange Weg unter anderem durch Tschechien und bis zur Ostsee. Nicht nur die Strecke ist im unteren Qualitätssegment angelegt. Gleiches gilt auch für die fahrbaren Untersätze. Denn die Regeln besagen, dass die Autos entweder weniger als 500 Euro kosten, maximal 50 PS haben oder mehr als 500.000 Kilometer gefahren wurden. Grundvoraussetzung ist bei allen Autos, dass sie älter als 20 Jahre sein müssen. Diesen Anforderungen kommen Carsten Faber und Andreas Seifen mit einem Volvo V40 Kombi (Baujahr 2000/01) nach.

Für dieses Mobil, das sie als »Schlaglochsuchgerät« bezeichnen, haben sie 300 Euro hingeblättert. Neben diversen Reparaturen wurden ihm einige »Zubehörteile« verpasst, darunter ein Dachkorb »Marke Eigenbau«, ein CB-Funkgerät, zusätzliche Beleuchtungen mit Schaltzentrale,  Außenspiegel in Carbon-Optik, Racing-Lackierung und – nicht zu vergessen – ein Wackeldackel. »Seither haben wir viele Wochenenden schraubend unter dem Auto verbracht und dabei mehrere Runden mit der Achterbahn der Emotionen gedreht«, sagen die beiden und berichten vom Spaß bei den ersten Offroad-Tests durch die Eifel, Belustigung bei den ersten Rostlöchern an den Kotflügeln und Verzweiflung an den dann doch nicht enden wollenden Roststellen.

Unterstützung für das Kinder- und Jugendhospiz Koblenz

Auch wenn die Aktion vor allem viel Spaß bringen soll, verfolgen die beiden Freunde damit eine ernstes Anliegen. Sie wollen Geld sammeln für das ambulante Kinder- und Jugendhospiz Koblenz – mindestens einen Euro pro gefahrenen Kilometer.  Und sie suchen weitere Unterstützer, die für die Aktion spenden oder ihr Logo als Werbung auf dem Volvo verewigen wollen. Erreichbar sind sie unter Tel. 0160-447 2310 (Andreas Seifen) und Tel. 0160-944 09199 (Carsten Faber) oder per E-Mail an info.stadtlandstuss@gmail.com. Zudem gibt es ein Paypal-Sammelkonto der beiden, auf dem Spenden für die Aktion gesammelt werden. Zu finden sind Carsten Faber und Andreas Seifen auch unter dem Instagram-Account »promillewegrallye«. Einen schönen Einblick über den Umbau des Autos gibt es zudem auf dem YouTube-Kanal "Promilleweg Rallye".

Während ihrer Teilnahme am »Pothole Rodeo« werden Carsten Faber und Andreas Seifen die Daheimgebliebenen täglich mit einem Videotagebuch auf dem Laufenden halten. Zu sehen ist es auf der Websiite, der Facebook- sowie der Instagram-Präsenz »WochenSpiegel Ahrweiler«.

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