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Hans-Peter Schössler

Die unglaublichen Geschichten der Lottoelf

Region. Der Fußballverband Rheinland feiert 75-Jähriges. Der WochenSpiegel präsentiert die besten Geschichten aus dem Jubiläums-Buch. Hier unser erster Beitrag.

Die rheinland-pfälzische Lottoelf wird 25 Jahre. Auch andere Lottogesellschaften in Deutschland hatten es mit einer Fußballmannschaft versucht, die Werbung für das Unternehmen mit sozialem Tun verbinden sollte. Aber keine hielt durch, nur die, die im Januar 1999 in Koblenz aus der Taufe gehoben wurde und die es unvermindert und attraktiv wie damals heute noch gibt. In mehr als 250 Spielen hat das Team bis heute über 4 Millionen Euro für soziale Zwecke im lokalen und regionalen Bereich eingespielt.

 

Wer ist die Lottoelf?

Horst Eckel, Wolfgang Overath, Stefan Kuntz, Bernd Hölzenbein, Celia Sasic, Sandra Minnert, Guido Buchwald, Hans Peter Briegel, auch Fernsehstar Gudio Cantz, Trainerlegende Rudi Gutendorf,das sind eigentlich die ganz Normalen in der Lottoelf. Sie gehörten oder gehören dazu, haben das Thema verinnerlicht.

Doch es gibt noch ganz andere, die schon einmal für die Mannschaft aufliefen. Da war am 20.August 1999 in Binningen, oberhalb der Mosel, in dem Ort aus dem der ehemalige Bundesligaspieler Frank Hartmann kommt, der natürlich auch für die Lottoelf spielte, ein Spieler dabei, der auf Rechtsaußen verzauberte. Er brachte beträchtliches Talent mit, war aber in aller Regel schneller als der Ball. Trainer Rudi Gutendorf hatte ihn aufgestellt. Es war der Botschafter der Republik Ruanda in Deutschland, Bernard Mugaza. Er war im Rahmen der Partnerschaft des Landes Rheinland-Pfalz mit Ruanda ein wichtiger Partner. Am 8.März 2000, also wenige Monate später, wurde er neuer Premierminister der Republik Ruanda und blieb es bis Oktober 2o11. Für Rudi Gutendorf, der fast zeitgleich mit der Ernennung von Mugaza zum Premier Nationaltrainer in Ruanda wurde, stand fest, dass die Berufung von Bernard Mugaza in die Lottoelf die Grundlage dafür war, dass er in Ruanda Premierminister werden konnte.

 

Sänger, Tischtennismeister und Ringerweltmeister in der Lottoelf

Und dann war da DJ Ötzi. Er lief auch auf. Am 14.April 2000. Er fiel nicht besonders auf, aber er war ein besonderer Tupfer. Das war auch Maurizio Gaudino, der bunte Vogel des Fußballs. 2oo3 war er dabei. Und Düsseldorfs Bundesliga-Trainer und langjähriger Spieler des FCK, Friedhelm Funkel, er spielte 2000 zweimal in der Lottoelf. Lothar Emmerich, die "Emma", machte in den Anfangsjahren 13 Spiele und Uwe Bein, der Weltmeister, sechs. Celia Sasic, Europameisterin und heute mit Philipp Lahm wesentlich verantwortlich für die Europameisterschaft 2024 in Deutschland, machte neun Lottoelfspiele. Auch Welttrainer Jürgen Klopp schaffte es zu zwei Einsätzen. Der Schalker Rüdiger Abramczik war 2oo6 auch einmal dabei und Gerry Ehrmann, Lauterns Torwart-Legende, dreimal. Zweimal schaffe es Weltmeister Jürgen Kohler in das Team, einmal der Dortmunder Frank Mill und auch der 1990er Weltmeister Thomas Häßler.

Der Koblenzer Sänger und Sinto Django Reinhardt spielte einmal und verschoss prompt einen Elfmeter. Am 17.September 2008 machte in Mayen-Alzheim Hans Tilkowski, der Vizeweltmeister von 1966, der immer ein Teil des "Wembley Tores" sein wird, in der Lottoelf sein letztes Spiel im Tor. Hans hielt überragend.

Ulli Stein, der Torwart des HSV und der Frankfurter Eintracht, stand fünfmal im Lottoelf-Tor. Ringer- Weltmeister Claudio Passarelli aus Schifferstadt spielte einmal und Tischtennis-Weltmeister Steffen Fetzner zweimal. Der polnische Weltklasse-Tischtennisspieler Andrzej Grubba machte zehn Spiele. Vier Spiele schaffte Ringer Markus Scherer und beim Diskuswurf-Olympiasieger Lars Riedel waren es einige mehr.

Einer spielte am 14.April 2000 in der Pfalz königlich auf. Togbui Ngoryifia Cephas Kosi Bansah. Der in Ludwigshafen -Mundenheim lebende König eines Stammes in Ghana brillierte nicht nur mit feiner Technik, er schoss auch ein vielumjubeltes Tor.

Was alle in der Lottoelf eint, egal ob sie nach einem Spiel Premierminister wurden oder König blieben, sie liefen alle auf für die gute Sache.

 

Quelle: Fußballverband Rheinland


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