fs

14 Jahre lang Chauffeur von Landrat Günter Rosenke

Wenn Günter Rosenke Ende der Woche in den Ruhestand geht, war Werner Krebs 14 Jahre lang der persönliche Fahrer des Landrats. Im WochenSpiegel spricht Krebs über seinen Traumjob, sein zweites Zuhause und viele gemeinsame Kilometer.
Bilder
Werner Krebs, Fahrer des Landrats, mit seinem mobilen Arbeitsplatz, einem Audi A8Foto: Scholl

Werner Krebs, Fahrer des Landrats, mit seinem mobilen Arbeitsplatz, einem Audi A8Foto: Scholl

Er kennt den Kreis Euskirchen wie seine Westentasche. Von Losheim bis Metternich, von Rupperath bis Schöneseiffen dürfte es keine Ortschaft und keine Straße geben, die Werner Krebs nicht schon besucht beziehungsweise befahren hat. Der 57-Jährige arbeitet bei der Kreisverwaltung Euskirchen und war 14 Jahre lang Fahrer des scheidenden Landrats Günter Rosenke. Und egal, ob der Landrat einen Termin bei einer Eifelvereins-Ortsgruppe im Süden des Kreises Euskirchen oder ein Vieraugengespräch mit einem Landesminister in Düsseldorf hat: Werner Krebs hat immer dafür, gesorgt, dass sein Chef pünktlich ankommt.
Dass er einmal den Chef der Kreisverwaltung und Kreispolizeibehörde von Termin zu Termin fahren würde, war in jungen Jahren nicht unbedingt absehbar. Nach einer Ausbildung zum Schlosser und vier Jahren bei der Bundeswehr fand er Ende der 80er Jahre eine Anstellung als Straßenwärter bei der Kreisverwaltung. Über das Tiefbauamt, wo er als Vermesser tätig war, kam er ins Katasteramt – alles Tätigkeiten, bei denen er das Kreisgebiet immer besser kennenlernte. »Das sind natürlich die besten beruflichen Voraussetzungen für einen Fahrer«, sagt Krebs und schmunzelt dabei.
Verfahren hat sich Krebs in den 14 Jahren als Fahrer des Landrats nie. Das Navi sei zwar eine Hilfe, aber er verlässt sich nicht blind darauf. Wenn sich Landratstermine am Wochenende mal so richtig »geknubbelt« haben, dann hat er immer schon im Vorfeld eine Route ausgetüftelt, um seinen Chef möglichst stressfrei und zügig von einem Ort zum nächsten zu bringen. »Auch Autopannen sind mir bisher Gott sei Dank erspart geblieben«, sagt Werner Krebs.
Sein mobiler Arbeitsplatz ist derzeit ein Audi A8, »Er ist ein bisschen wie mein zweites Wohnzimmer«, sagt er und lacht. »Ein tolles Auto, in dem ich mich sehr wohlfühle und bei dem ich auch meine Fahrgäste in Sicherheit weiß«, sagt Krebs.

Rückhalt in der Familie

Ein bisschen Wehmut klingt allerdings schon in seiner Stimme mit, wenn er über seinen  scheidenden Chef spricht. »Günter Rosenke war immer korrekt, fair und pünktlich«, sagt Krebs. Und auch wenn sie Beruf und Privatleben, beide sind schließlich Mitglieder der Bü-La-Rose-Band, meist strikt getrennt haben, war es eine tolle Zusammenarbeit. »Es hat mir immer sehr viel Spaß gemacht und ich wünsche ihm nur das Beste für den kommenden Ruhestand. Ich denke, dass er mit seiner Familie einiges nachzuholen hat. Schließlich musste seine Frau ihn oft entbehren», sagt Werner Krebs. Das gilt übrigens auch für Krebs‘ Ehefrau Hedwig. «Wir können uns beide glücklich schätzen, dass uns unsere Frauen soviel Rückhalt bieten. Anders wären unsere Jobs sonst nicht zu meistern», betont Krebs. So ganz trennen konnten Werner Krebs und Landrat Günter  Rosenke ihr Berufs- und Privatleben dann übrigens doch nicht. «Wenn während der Fahrt im Radio ein Lied aus unserem Band-Repertoire lief, dann haben wir hin und wieder mal gemeinsam mitgesungen«, erinnert sich Werner Krebs und lächelt dabei.