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Aufrüstung an der digitalen Front

In einer zunehmend vernetzten Welt ist auch die Bundeswehr für Angriffe im Cyber- und Informationsraum verwundbar geworden. »Wir verzeichnen täglich bis zu 6.500 Angriffe auf Netze des Bundes«, so Generalleutnant Martin Schelleis. Diese Bedrohungen aus dem Internet erfordern neue IT-Strukturen bei der Bundeswehr. Deshalb wurde nun in Euskirchen das Zentrum für Cyber-Sicherheit aufgestellt.
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Um den stetig wachsenden Herausforderungen der zunehmenden Digitalisierung zu begegnen, hat die Bundesministerin der Verteidigung Ursula von der Leyen vor rund einem Jahr die Aufstellung des neuen Organisationsbereiches »Cyber- und Informationsraum«, kurz CIR, beschlossen. Vor wenigen Tagen wurde dieser Bereich dann in Bonn feierlich in Dienst gestellt. Im Zuge dieser Umstrukturierung bestand auch in der Generalmajor-Freiherr-von-Gersdorff-Kaserne in Euskirchen handlungsbedarf. »Die bislang zersplitteten und über die Bundeswehr verstreuten Fähigkeiten der IT-Sicherheit wurden nun in einem Zentrum zusammengeführt«, erklärt Generalleutnant Martin Schelleis in seiner Rede beim offiziellen Aufstellungsappell des Zentrums für Cyber-Sicherheit in Euskirchen. Damit gehe man den nächsten Schritt im Sinne des so dringend notwendigen Schutzes des IT-Systems der Bundeswehr aus einer Hand.

Digitales Gefechtsfeld

Im Vergleich zur Vorgängerdienststelle, dem IT-Zentrum der Bundeswehr, kümmern sich nun 150 Männer und Frauen mehr um die Abwehr von Bedrohungen aus dem Internet. »Man kann getrost sagen: Wir haben unsere Schlagfertigkeit verbessert«, so Schelleis. Auf dem digitalen Gefechtsfeld machen Bits und Bytes weder an Ressortgrenzen halt, noch trennen diese zwischen zivilen Kollegen und uniformierten Soldaten. Die Herausforderung des Cyberraums und die Digitalisierung moderner Streitkräfte fordern daher verstärkt hochqualifiziertes Personal. Deswegen wird das Zentrum Cyber-Sicherheit mit zusätzlichen Dienstposten verstärkt, die mit IT-Profis besetzt werden müssen.

Erweiterung Bundeswehr-Standort

Bis 2021 wird der Bundeswehr-Standort Euskirchen personell auf rund 1.560 militärischen und zivile Dienstposten aufwachsen. In die Infrastruktur des Standortes werden in den nächsten Jahren rund 100 Millionen Euro investiert, davon gehen alleine rund 28 Millionen Euro an das Zentrum Cyber-Sicherheit. Weitere 16 Millionen Euro werden in den Neubau eines Schulgebäudes für das Zentrum Geoinformationswesen investiert, das unter dem Dach von CIR ebenfalls in Euskirchen aufwächst.