Michael Nielen

Der Wiederaufbau wird geplant

»Die Folgen dieser schrecklichen Flut werden uns noch Jahre lang beschäftigen«, ist sich der Nettersheimer Bürgermeister Norbert Crump sicher. Was die Gemeinde nicht davon abhielt, schon sehr früh ein Wiederaufbauteam ins Leben zur rufen, um möglichst rasch einen Überblick über die Schäden zu erhalten und gleichzeitig Handlungsmaßnahmen zu entwickeln.
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Nettersheim. Zu diesen Maßnahmen gehörte, dass ein Team durch das Gemeindegebiet fuhr, um dort die entstandenen Schäden festzustellen und festzuhalten. »Hier geht es ausschließlich um die gemeindlichen Gebäude und die öffentliche Infrastruktur wie Gewässer, Wege, Straßen und Brücken«, erläutert der Bürgermeister Norbert Crump.
Alle Schäden wurden erfasst und in eine Karte übertragen. Dabei kennzeichnet die Farbe Rot die Bereiche, die von der Flut besonders hart getroffen wurden. Und diese Farbe ist in nahezu allen Orten der Gemeinde vorzufinden, besonders markant jedoch in Nettersheim, wo die Flut die größten Schäden anrichtete. Die Bestandsaufnahme ist für die Kommune besonders wichtig, weshalb die Bürger auch dazu aufgrufen sind, bis zum 31. Januar bekannte Schäden in der Infrastruktur an Stefan Stoff von der Gemeindeverwaltung unter Tel.: 02486/78326 zu melden.
Norbert Crump: »Uns geht es darum, ein möglichst umfassendes Bild zu erhalten und sicherzugehen, dass nichts übersehen wurde.« Denn die Bestandsaufnahme spielt für den Wiederaufbau eine wichtige Rolle. Nach der Soforthilfe in Höhe von 750.000 Euro, welche die Kommune bereits erhalten hat, werden die Kosten für die Behebung der Flutschäden nämlich zu 100 Prozent gefördert. Will heißen: Auf die Gemeinde kommen da keine zusätzlichen Kosten zu. Zudem helfe die Bestandsaufnahme dabei, eine Prioritätenliste von den Maßnahmen zu erstellen, die in den nächsten Jahren abgearbeitet werden müssen. So bezeichnete es Norbert Crump beispielsweise als vorrangig, die gemeindlichen Gebäude, die an Gewerbetreibende vermietet waren, wieder in Schuss zu bekommen, »damit wieder Leben in die Orte einziehen kann.«
Auch müssten Brücken und Straßen wieder instand gesetzt werden. Bislang hatte man die entstandenen Flutschäden im Gemeindegebiet zwischen 20 und 25 Millionen Euro beziffert.Ob diese Zahl zu halten ist, soll sich bis Anfang März abzeichnen, wenn nach der Offenlage der Schadenskarte der Rat über das Wiederaufbauprogramm beraten wird. Derzeit verschafft sich auch das Büro Gotthardt + Knipper einen Überblick und nimmt eine Kostenschätzung vor, was angesichts der explodierenden Preise auf dem Baumarkt und der geringen Verfügbarkeit von Handwerksbetrieben gar nicht so einfach werden wird.


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