Frederik Scholl

"Meilenstein für besseren Hochwasserschutz"

Wißkirchen. Der Veybach fließt jetzt auch von Wißkirchen bis Euenheim durch ein neues Bachbett.

Bilder

Anfang Mai hatten die Bauarbeiten zur Umsetzung des zweiten Bauabschnitts des Veybachausbaus von Wißkirchen bis Euenheim begonnen. Der neue Gewässerverlauf wurde nun geflutet, womit ein wesentlicher Meilenstein der geplanten Verbesserung des Hochwasserschutzes erreicht ist.

Im Bereich Wißkirchen wurde der Veybach durch einen zwischen Ortslage und Bahnlinie verlaufenden Umfluter ergänzt, der den Großteil des Hochwassers südlich um die Ortslage herumleitet. Der bisherige Umfluter entlang der Von-Halt-Straße wird verfüllt, es verbleibt jedoch eine Mulde zur Ableitung von Oberflächenwasser. Durch die Anlage von Verwallungen werden die Überschwemmungsflächen in Richtung der angrenzenden Ortslagen begrenzt. Somit wird der Hochwasserschutz für die bebauten Bereiche verbessert. Das neue Gewässer ist nun naturnah gestaltet und für Fische und andere Gewässerorganismen frei durchwanderbar.

Zahlreiche Bodendenkmalfunde führten insgesamt zu einer Bauzeitverzögerung von rund drei Monaten. Der im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens erstellte archäologische Fachbeitrag ging im Wesentlichen von einer eher punktuellen Befunderwartung östlich von Wißkirchen aus. Untersuchungen des LVR-Amtes für Bodendenkmalpflege nach Abschieben des Oberbodens deckten jedoch zahlreiche unbekannte Bodendenkmäler fast im gesamten Bereich der rund zwei Kilometer langen Trasse des neuen Veybachs auf, die gemäß Denkmalschutzgesetz (DSchG NRW) dem Land Nordrhein-Westfalen zur Bergung, Auswertung und wissenschaftlichen Erforschung bis zu sechs Monate vorübergehend zu überlassen sind.

Nachdem der Erftverband dem LVR auf eigene Kosten externe Grabungsteams – mit dem Ziel einer schnellstmöglichen Umsetzung der erforderlichen Maßnahmen zur Bergung der Boden-denkmäler – zur Seite gestellt hatte, konnten die Erdarbeiten zur Herstellung des neuen Gewäs-serverlaufs ab Ende August fortgesetzt und noch rechtzeitig vor dem Winter abgeschlossen werden. Am 16. November erfolgte in Anwesenheit von Euskirchens Bürgermeister Sacha Reichelt und Erftverbandsvorstand Dr. Bernd Bucher die Umleitung des Veybachs in seine neue Gewässertrasse. Mit der Verlegung eines Regenwasserkanals in der Trasse des alten Umflu-ters zur Entwässerung der privaten Grundstücke und der anschließenden Verfüllung wird die Maßnahme gegen Ende des Jahres komplett abgeschlossen.


Meistgelesen