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Mit dem Fahrrad auf der Schulter

Nach seiner Tour durch den Himalaya überquerte Sascha Beselt aus Kleinbüllesheim die Pyrenäen mit dem Fahrrad. Die Tour stellte sich als deutlich schwieriger als geplant heraus.
Bilder

»Ich bin von den 114 Kilometern 80 mit dem Rad gefahren«, betont Sascha Beselt aus Kleinbüllesheim. Der Eindruck, es könne anders sein, entsteht, weil er auf den spektakulärsten Bildern sein Rad auf der Schulter trägt. Seine Tour führte ihn von Frankreich nach Spanien über den noch nie von einem Radfahrer überquerten »Col de la Fache« auf 2664 Metern. »Der Grund, wieso das vor mir noch niemand gemacht hat, ist einfach: Es ist verboten und eben gefährlich«, weiß der Radsportler im Nachhinein.
Beides war für Sascha Beselt bei der Planung nicht ersichtlich. Beselt plant seine Touren am Rechner mit einem Programm, dass detailliertes Kartenmaterial bietet. »Leider sind die nicht immer ganz aktuell«, so Beselt. Er erstellte seine Route basierend auf dieser Software und achtete dabei auch darauf, Wege zu wählen, auf denen Fahrräder erlaubt sind.
Von Lourdes aus startete er mit dem Rad in Richtung Pass und radelte durch das Eingangstor in den Nationalpark. »Niemand hat mich aufgehalten, niemand hat sich für mein Rad interessiert. Ich war sogar im Service-Punkt mit Fahrradausrüstung und habe ein paar Fragen gestellt«, erzählt er. Als er jedoch auf 1800 Meter Höhe ankam, beschwerte sich jemand bitterlich und erklärte ihm, Radfahren sei hier nicht erlaubt. In der Hütte zur Übernachtung, riet man ihm dann auch gleich, sein Fahrrad vor den Rangern zu verstecken.
Für Beselt stellte sich nun die Frage, ob er umkehren sollte oder nicht? Über Tausend Höhenmeter hatte er zu diesem Zeitpunkt überwunden und einiges an Geld und Zeit in die Planung und die Anreise investiert. So beschloss er, die Tour fortzusetzen. Gefährlicher Aufstieg Mit dem Rad auf der Schulter wagte er den Aufstieg und musste feststellen, dass auf dem Pass noch immer Schnee lag. »Ich hatte vor dem Start der Reise auf die Webcams geschaut, die an den Schutzhütten hängen«, so der Kleinbüllesheimer. Die zeigten einen freien Pass - liegen natürlich aber unter dem höchsten Punkt.
»Mir kam auf dem Weg  ein Wanderer mit blutendem Kopf entgegen, der trotz Spikes ausgerutscht und gestürzt war«, berichtet Sascha Beselt. »Ich bin dann schon ehrgeizig«, sagt der 39-jährige. Denn auch von dieser Widrigkeit ließ er sich nicht abhalten und kämpfte sich mit dem Rad auf der Schulter von festem Tritt zu festem Tritt - die Gefahr abzurutschen ständig im Blick. Als er schließlich in der Schutzhütte auf der spanischen Seite ankam, erntete er einige komische Blicke. »Ich war der erste, der da jemals mit dem Fahrrad angekommen ist«, lacht er. Sein Fazit ist aber ganz klar: »Ich würde das so nicht noch einmal tun.«  
Alle prägenden europäischen Gebirge will Beselt mit dem Rad befahren und danach ein Buch über seine Touren schreiben. Die Kapitel über seine ersten Touren sind schon geschrieben. Nächstes Ziel sind die Karpaten – dieses Mal dann nur auf Wegen, die für Räder zugelassen sind.
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