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Mit Kneipp gegen Krankheiten gewappnet

Aus Angst, in einem halben Jahr tot zu sein, hat Karl-Heinz Mainzer aus Bad Münstereifel-Eschweiler angefangen, von heute auf morgen sein Leben umzukrempeln.
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»1980 wog ich über 115 Kilogramm. Mein Arzt hat mir damals die Augen geöffnet«, erzählt der 74-Jährige. Heute wiegt er nicht nur in etwa so viel, wie er Jahre auf dem Buckel hat, sondern ist auch fitter denn je – dank Kneipp. »Ich lebe bewusst nach dem fünf Säulen-Prinzip, das Sebastian Kneipp aufgestellt hat«, erklärt Mainzer. Diese Säulen heißen Wasser, Pflanzen, Bewegung, Ernährung und Balance.

Erfolge spornten ihn an

Damals war ihm allerdings noch nicht bewusst, dass er nach der Horror-Diagnose beschlossen hat, nach Kneipp zu leben. »Vor lauter Angst habe ich angefangen, mich zu bewegen und bin eine Runde um den Block gegangen. Die Strecke wurde immer größer«, erinnert er sich. Der schnell einsetzende Erfolg auf der Waage hat ihn dann so motiviert, dass er dran blieb. Nur sechs Monate später – also zu dem Zeitpunkt, zu dem ihm der Arzt den Tod vorhergesagt hat – lief der gebürtige Koblenzer einen Halbmarathon. Und die Pfunde purzelten weiter. Auch heute ist er noch drei bis vier Mal in der Woche laufend in der Natur unterwegs. Voller Willenskraft beschloss er damals, andere für gleiche Taten zu motivieren und meldete sich zu einer Ausbildung zum Mentaltrainer an. Mainzer: »Um glücklich zu sein, müssen Körper, Geist und Seele im Einklang sein, das wusste auch Kneipp schon, wie ich später herausgefunden habe«. Das Interesse an Sport hat bei dem Kneippianer auch das Thema Ernährung auf den Plan gerufen. Also hat er einfach noch eine Ausbildung zum Ernährungsberater gemacht. »Natürlich gönne ich mir auch heute noch Torte und Bratwurst – aber alles in Maßen«, erzählt er.

Gesünder durch Anwendungen

Das erste Mal vom Konzept Sebastian Kneipps wirklich erfahren hat er, als er von Erftstadt in seine heutige Heimat Eschweiler zog. »Ich bin auf eine Stellenanzeige des Kneippvereins Euskirchen, der damals noch existierte, gestoßen. Es wurde ein Kneipp-Gesundheitstrainer gesucht«, so Karl-Heinz Mainzer. Und weil der 74-Jährige noch nie halbe Sachen gemacht hat, hat er auch dafür eine Ausbildung abgeschlossen. »Es ist schade, dass Kneipp so ein verstaubtes Image hat. Wenn alle Menschen das Konzept in ihr Leben integrieren würden, wären sie gegen viele Krankheiten gewappnet und müssten weniger Tabletten schlucken«, ist er sich sicher. Neben regelmäßiger Bewegung in der Natur und der richtigen Ernährung verdankt Karl-Heinz Mainzer seine Gesundheit der »Apotheke Natur« und den regelmäßigen Wasser-Anwendungen nach Kneipp. »Das Unterarmbad ist die Tasse Kaffee des Kneippianers. Danach hat man klare Gedanken und fühlt sich fit«. Dabei werden die warmen Unterarme für rund 15 Sekunden in ein Becken mit kaltem Wasser - Hauptsache unter 18 Grad - eingetaucht. Sein gut durchblutetes Gesicht verdankt er dem »Schönheitsguss«, den er regelmäßig anwendet. Dabei gießt man kaltes Wasser über Stirn, Schläfen und Gesicht. Wahre Wunder bewirke auch der Storchengang durchs kühle Nass: Er soll den Schlaf bei einer Anwendung am Abend fördern, das Immunsystem stärken, den Kreislauf anregen und gegen Krampfadern helfen. »Wasser, Licht, Luft und Bewegung ist das günstigste Wellnessprogramm, das es gibt«, findet er. Und dieses Wellnessprogramm bietet er für alle Interessierten jeden ersten und letzten Samstag im Monat, also am 2. Juni wieder, um 11 Uhr im Kurgarten Bad Münstereifel kostenlos an.