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Nicht weg schauen, Leben retten

»Ich schau nicht weg - ich kann Leben retten« heißt ein neues Projekt vom Deutschen Roten Kreuzes und der AOK Gesundheitskasse.
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Stellten das Projekt »Ich schau nicht weg - ich kann Leben retten« vor: Harald Merget und Helmut Schneider von der AOK Gesundheitskasse, Ilona Raabe u. Rolf Klöcker vom DRK Euskirchen, Landrat Günter Rosenke und Ute Michaelis (DRK) bei der praktischen Übung am Dummy. Foto: Wintgen

Stellten das Projekt »Ich schau nicht weg - ich kann Leben retten« vor: Harald Merget und Helmut Schneider von der AOK Gesundheitskasse, Ilona Raabe u. Rolf Klöcker vom DRK Euskirchen, Landrat Günter Rosenke und Ute Michaelis (DRK) bei der praktischen Übung am Dummy. Foto: Wintgen

Jeder der in Deutschland einen  Führerschein gemacht hat, hat sie einmal absolviert: die Erste-Hilfe-Ausbildung. Aber danach gab es in der Regel nie wieder eine Auffrischung.  Für Viele ist die Vorstellung,  als Ersthelfer an einen Unfall zu kommen und nicht so recht zu wissen, womit man beginnen und was man tun soll, ein Albtraum. Denn im Notfall können  die ersten Minuten darüber entscheiden, ob ein Verletzter überlebt oder ein Erkrankter bleibende Schäden davontragen wird. »So ist die  Idee entstanden, einen dreieinhalbstündigen Auffrischungskurs für Arbeitnehmer anzubieten, der helfen soll, im Notfall richtig zu reagieren«, sagt Ilona Raabe, Leiterin der Bildungsakademie und freut sich, dass sie die AOK Gesundheitskasse als Kooperationspartner gewinnen konnten.
Bisher ist ein Auffrischungskurs im Abstand von zwei Jahren nur für betriebliche Ersthelfer. »So fehlen oft auch mit zunehmendem Alter Informationen und die praktische Umsetzung wird immer schwieriger«, ergänzt Ilona Raabe. Landrat und Schirmherr des Roten Kreuzes Günter Rosenke, der seinen Führerschein vor 50 Jahren gemacht hat, räumt ein, dass er im Detail nicht mehr genau wüsste was bei einem Notfall, zum Beispiel bei einer starken Blutung, zu tun wäre. »Auf keinen Fall wie früher Abbinden sondern Arm hochhalten und einen Druckverband anlegen«, erklärt Ute Michaelis, Ausbilderin beim DRK. Der Landrat hat schon zugesagt, an einer Veranstaltung teilzunehmen, denn: »Wer stehen bleibt, steht im Weg«, lautet Rosenkes Motto.

Schulungskosten werden getragen

In der Hoffnung, dass viele Firmen nachziehen werden, geht die Kreisverwaltung mit gutem Beispiel voran un bietet den Mitarbeitern die Möglichkeit,  während der Dienstzeit in Erster Hilfe nachgeschult zu werden. Die Schulungskosten von 25 Euro pro Teilnehmer übernimmt zu zwei Drittel der Kreis und zu einem Drittel die AOK. »Die ersten drei Termine für Januar werden in Kürze bekannt gegeben. Die Gruppen sollten zwischen 10 bis 15 Personen groß sein, weil mehr Wert auf das Praktische gelegt wird, wie Wiederbelebungsmaßnahmen und die Benutzung eines Defibrillators«. Letzteren probierte Günter Rosenke bei der Pressekonferenz zum Projekt aus und reanimierte im Rhythmus des Songs »Stayin Alive«. »Leider gibt es zu viele Menschen, die sich das nicht zutrauen«, so Rolf Klöcker Kreisgeschäftsführer des DRK Kreisverbandes Euskirchen. Deshalb sei das Projekt »Ich schau nicht weg - Ich kann leben retten« besonders wichtig.

Anmelden

Nicht nur Großunternehmen, auch kleinere Betriebe sind dazu aufgerufen, ihre Mitarbeiter schulen zu lassen. Kontakt:  Rotkreuz-Akademie, Mail: iraabe@drk-eu.de, Tel. 0151-18043061.