Fridolin

Lernschwächen bei Kindern

Für Mama & Papa. Dass es in der Schule mal nicht immer so glatt läuft und man nicht immer 100% geben kann ist völlig normal. Doch beläuft sich dies auf einen längeren Zeitraum, kann eine Lernschwäche dahinterstecken. Das heißt jedoch nicht, dass Ihr Kind weniger intelligent ist als andere Kinder.

Unter einer Lernschwäche versteht man eine Entwicklungsstörung, die sich vor allem auf schulische Fertigkeiten bezieht. Es kommt zu Problemen in den Bereichen Lesen, Schreiben und Rechnen. Laut der Weltgesundheitsorganisation liegt dann eine Lernschwäche vor, wenn der Erwerb bestimmter Fähigkeiten bereits seit einem frühen Entwicklungsstadium beeinträchtigt wird. Bei einem betroffenen Kind können sowohl bestimmte ärztlich definierte Störungsbilder als auch unspezifische Lernschwächen auf. Ein großes Problem ist, dass Lernschwierigkeiten nicht selten mit geringerer Intelligenz gleichgesetzt werden. Lernschwierigkeiten sind jedoch keine Frage der Intelligenz. Denn in Sachen Intelligenz stehen die Kinder ihren Mitschülern in nichts nach.

Diese Lernschwächen gibt es

Auf der einen Seite gibt es definierte Lernstörungen. Dazu zählen unter anderem:

Legasthenie (Lese-Rechtschreib-Schwäche)

Dyskalkulie (Rechenschwäche)

Kinder mit Legasthenie haben Probleme, die Wörter zu erkennen und Buchstaben ihren Lauten zuzuordnen. Dyskalkulie zeichnet sich dadurch aus, dass die Kinder einfache Mathematik nicht verstehen und nicht anwenden können. Der Bundesverband geht davon aus, dass zwischen drei und acht Prozent der Kinder und Erwachsenen in Deutschland von Legasthenie betroffen sind.

Auf der anderen Seite gibt es weitere Störungsbilder, die das Lernen erschweren. Dazu zählen diese:

ADS und ADHS

Dyspraxie

Hyperlexie

Hochbegabung

Hat ein Kind ADS, braucht es viel länger, um eine Aufgabe zu erledigen, da es sich permanent ablenken lässt. Wenn sich das Kind ständig bewegen muss, sich nur schwer an Regeln halten kann und nicht stillsitzt, ist meistens von ADHS die Rede. Kinder mit Dyspraxie haben Entwicklungsstörungen in der Motorik. Die grob- und feinmotorischen sowie die koordinativen Aktivitäten können nicht altersentsprechend ausgeführt werden. Bei Hyperlexie hingegen sind Kinder stark von Buchstaben und Zahlen fasziniert. Sie lernen schon im frühen Kindesalter - noch vor ihren Mitschülern - das Lesen. Hochbegabte Kinder haben ein weit über dem Durschnitt liegendes Maß an Intelligenz.

Ab welchem Alter machen sich Lernschwächen bemerkbar?

Es ist schwierig ein genaues Alter für Lernschwächen zu bestimmen, da die Schwäche schon immer da gewesen ist. Manche Kinder zeigen Ihre Schwächen bereits im Kindergarten. Bei anderen Kindern wird die Lernschwäche erst ab der ersten Klasse deutlich.

Wie erkenne ich Lernschwächen bei Kindern?

Lernschwäche kann sich schon ziemlich früh äußern. Sie äußert sich durch Schwierigkeiten in Lern-Situationen, eine frühe Leseunlust, Probleme im Umgang mit Zahlen oder aber, wenn ähnliche Laute, wie O und U häufig verwechselt werden.

Ursachen von Lernschwächen

Lernstörungen können angeboren oder erworben sein. Mögliche Ursachen der Lernschwächen sind Stress, soziale Probleme und Informationsüberflutung.

• Stress: Unter Stress kann man sich meist nicht gut konzentrieren und die Leistung nimmt ab. Stress entsteht durch ungelöste Konflikte (Eltern/Familie/Freunde) oder schlechte Noten in der Schule, die zu hohem Leistungsdruck führen.

• Soziale Probleme: Häufiges Streiten mit den Eltern oder eine Scheidung der Eltern können soziale Probleme hervorrufen.

• Informationsüberflutung: Im heutigen Zeitalter der Medien strömen auf uns so viele Eindrücke und Reize ein. Das Gehirn wird überfordert und es kommt bei den Kindern häufiger zu Konzentrationsstörungen, Hyperaktivität und einer verzögerten Sprachentwicklung.

Diagnose und Test

Lernschwächen können vom Kinderpsychologen diagnostiziert werden.
Online-Tests zur Lernschwäche sind nicht zu empfehlen, weil sie für Verunsicherung sorgen. Die Schule und der Kinderarzt können Sie an Kinder- und Jugendtherapeuten weiterleiten, um entsprechende Tests durchzuführen und eine Diagnose zu erstellen.

Wie geht man mit Lernschwächen bei Kindern um?

Für Eltern und Pädagogen ist es wichtig zu erkennen, dass ein Problem vorliegt. Akzeptieren Sie das Problem und bringen Sie es vorsichtig dem Kind bei. Es ist wichtig dem Kind zu erklären, dass es für seine Lernschwäche keine Schuld trägt. Seien Sie verständnisvoll und motivieren Sie ihr Kind. 

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