Fridolin

Ernährungsmythen: Richtig oder Falsch?

Fit & Fröhlich. Alte Lebensweisheiten versprechen gute Resultate, doch was ist wirklich an diesen Mythen dran?

Spinat macht stark und hat viel Eisen

Die Comicfigur Popeye löffelt dosenweise Spinat in sich hinein und bekommt dadurch übermenschliche Kräfte. Das wäre schön. Die Mär kam zustande, weil ein Chemiker 1890 den Eisengehalt von 100 Gramm Spinat mit 35 Milligramm bestimmte. Er hatte aber nur Spinatpulver untersucht, was zehnmal mehr Eisen enthält als Spinatblätter. Damit war der Irrtum geboren, und Generationen von Kindern wurden mit Spinat förmlich gequält. Dabei sind eben nur dreieinhalb Milligramm Eisen im Spinat – in Schokolade ist es fast doppelt so viel. Dennoch: Spinat hat viele Vitamine und schmeckt mit Bratkartoffeln und Spiegelei echt lecker.

Karotten sind gut für die Augen

Häschen brauchen keine Brille, weil sie ständig Karotten knabbern. Die sind gut für die Augen, weil sie den roten Farbstoff Carotin enthalten. Und deshalb werden die Kinder bis heute massenhaft mit Karottenbrei gefüttert. Es stimmt, dass der Körper aus Carotin Vitamin A herstellt, was wichtig für Augen, Haut, Wachstum und Knochenentwicklung ist. Dass allerdings Karotten die Kurz- oder Weitsichtigkeit beeinflussen können, ist eine Mär. Auch Spinat, Brokkoli, Grünkohl, Tomaten oder Paprika sind gute Beta-Carotin-Quellen. Wer seinen Augen etwas Gutes tun will, hat also reichlich Alternativen.

Smoothies sind so gesund wie Obst und Gemüse

Smoothies bestehen aus püriertem Obst und Gemüse. Im Vergleich zum Ausgangsprodukt enthalten sie jedoch weniger Nährstoffe. machen weniger satt, doch gleichzeitig ist die Energiedichte höher, man begibt sich also in die Gefahr, mehr Kalorien zu sich zu nehmen als man denkt. Gekaufte Smoothies haben zudem das Problem, dass teilweise Zucker, Aromen oder andere Zusatzstoffe zugesetzt werden.

Cola und Salzstangen helfen gegen Durchfall

Leider nicht. Obwohl die Weisheit jeder kennt, enthält sie keinerlei Wahrheitsgehalt – ganz im Gegenteil. Die unkontrollierte Aufnahme von Salz und Zucker kann sich sogar negativ auswirken und den Durchfall noch schlimmer machen. Bei leichtem Durchfall werden Kräutertee oder auch heiße Brühe zur Regulierung des Flüssigkeitshaushalts empfohlen. Ansonsten: Rehydrationslösungen aus der Apotheke.

Honig ist gesünder als Zucker

Honig schmeckt gut, aber ist keineswegs gesünder als Zucker. Für die Zähne ist er sogar schädlicher, weil er wegen seiner klebrigen Konsistenz viel länger an ihnen haftet als Kristallzucker. Das goldene Süßungsmittel besteht zu 80 Prozent aus Zucker und zu 20 Prozent aus Wasser und schlägt mit über 300 Kalorien pro 100 Gramm zu Buche.

Salat hat viele Vitamine

Grüner Salat ist zwar gesund, aber nicht so vitaminreich wie oft behauptet. Vor allem, wenn er aus dem Treibhaus kommt. Ein grüner Salat besteht zu 95 Prozent aus Wasser. Viel gehaltvoller sind da andere Salatzutaten wie Tomaten, Paprika oder Äpfel.

Ein Apfel am Tag wappnet vor Krankheiten

Das Sprichwort “An apple a day keeps the doctor away” kennt fast jeder. Wunder kann ein Apfel natürlich nicht vollbringen. Die Weisheit ist aber auch nicht völlig falsch. In dem Obst stecken Mineralien und Vitamine, die die Zellen schützen. Es ist reich an Vitamin C, Kalium und am verdauungsfördernden Pektin. Der tägliche Apfel stärkt das Immunsystem, weil die enthaltenen Flavonoide Entzündungen hemmen. Die meisten Vitamine und Mineralien sitzen in oder direkt unter der Schale. Äpfel sollte man also ungeschält essen.

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