Fridolin

Alpträume, Bettnässen, Schnarchen - Schlafprobleme

Fridolins Kinderstube. Das kennen alle jungen Eltern: Sie sehen oft übermüdet aus. Und das nicht nur in den ersten Monaten nach der Geburt, wenn der Nachwuchs noch regelmäßig gestillt werden muss. Kinder müssen ihren Schlafrhythmus erst finden. Das geht meist von allein, doch viele Kinder haben auch Schlafprobleme. Vor allem beim ersten Kind sind Eltern dann ratlos.

Sie sollten wissen: Zunächst mal sind Ein- und Durchschlafprobleme völlig normal. Das Baby entwickelt seinen Schlaf-Wach-Rhythmus erst allmählich. Es hat in den ersten Lebensmonaten ständig Hunger und wächst kräftig. Das ist für die Eltern eine harte Zeit, wenn es darum geht, dem eigenen Schlafbedarf gerecht zu werden. Doch der kindliche Schlaf entwickelt sich weiter; in bestimmten Phasen können immer wieder Probleme auftreten, die den Schlaf des Kindes wie auch der Familie stören.

Wenn Kinder abends Schwierigkeiten haben, zur Ruhe zu kommen, hängt das oft einfach damit zusammen, dass der Tag besonders aufregend war und die Eindrücke erst verarbeitet werden müssen. Auch Stress in der Familie, ein neues Geschwisterkind oder ein Umzug können den Schlaf empfindlich stören. Doch dies muss nicht gleich Anlass zur Sorge sein.

Schlafstörungen

Anders ist es, wenn sich die Schlafprobleme hartnäckig halten. Von einer Schlafstörung wird in der Regel dann gesprochen, wenn sich ein bestimmtes Problem über einen längeren Zeitraum regelmäßig und häufig zeigt. Etwa, wenn ein über sechs Monate altes Kind an mindestens vier Nächten in der Woche dreimal oder öfter pro Nacht aufwacht, es beim nächtlichen Aufwachen im Durchschnitt länger als 20 Minuten wach ist und nur mit Hilfe der Eltern wieder in den Schlaf findet. Schlafstörungen sind bei Kindern recht weit verbreitet, wie eine Studie der Uni Köln gezeigt hat. Danach haben 18 Prozent der Kinder im Einschulalter Ein- und Durchschlafstörungen, 14 Prozent haben Alpträume.

Schnarchen

Häufige Ursache für eine Schlafstörung ist Schnarchen. Bis zu zehn Prozent der Säuglinge und Kinder schnarcht ständig, belegen Studien. Dabei schnarchen Jungen häufiger als Mädchen. Vielfach kommt es zu Atemaussetzern (Apnoe). Dies macht einen Tiefschlaf unmöglich. Schnarchen und damit die Atemsillstände sind meistens durch eine zu starke Erschlaffung der Zungen- oder Gaumenmuskeln oder vergrößerte Rachen- oder Gaumenmandeln bedingt.

Das sollten Sie tun: Schnarcht ein Kind und leidet unter den Symptomen, sollten die Eltern einen Kinderarzt zu Rate ziehen. Vergrößerte Mandeln oder Polypen können die Ursache sein für die Schlafstörung und eine Apnoe. Dies muss behandelt werden, damit die Kinder wieder durchschlafen können.

Alpträume

Wenn das Kind nachts schreiend und verängstigt aus dem Bett hochschreckt und nur schwer wieder einschlafen kann, hat es vermutlich einen Alptraum gehabt. Zwei bis vierjährige Kinder sind besonders anfällig, weil sich in diesem Alter sowohl Furcht als auch Fantasie entwickelt. Die Alpträume können von einer beängstigenden Geschichte stammen oder von einem Film. Genauso kann es sein, dass das Kind schlecht träumt, weil es vor dem Schlafengehen aufgekratzt oder während des Tages gestresst war oder Angst hatte. Dabei gibt es viele Stress-Auslöser für ein Kindergartenkind, vom Toiletten-Training bis zum Umzug in ein großes Bett. Vielleicht hat das Kind mit neuen Betreuern oder Erziehern zu tun, oder hat mitbekommen, dass die Eltern Ärger mit Kollegen oder wegen ihrer Arbeit haben. Alpträume sind eine normale Reaktion, mit dem Kinder diese Gefühle verarbeiten.

Das sollten Sie tun: Nehmen Sie Ihr Kind in den Arm, wenn es schreit oder weint. Es braucht Nähe. Streicheln Sie es, bis es sich beruhigt hat. Lassen Sie Ihr Kind von dem Traum erzählen, wenn es will. Ein friedliches Bettzeit-Ritual kann Alpträume verhindern. Ein warmes Bad, eine freundliche Geschichte und ein Nachtlicht gehören dazu.

Bettnässen

Von Bettnässen spricht man, wenn sich über fünfjährige Kinder nachts regelmäßig einnässen. Bis zum fünften Lebensjahr ist es völlig normal, dass Kindern dies gelegentlich passiert. Sie lernen die Blasenkontrolle erst allmählich; die Zahl der Bettnässer geht mit jedem Lebensjahr von allein zurück. Ursache könnte eine organische Störung oder Erkrankung sein; häufig liegen aber auch seelische Gründe vor. Das können beispielsweise unerwartete Veränderungen im Leben sein wie die Geburt eines Geschwisterkindes, der Verlust eines Familienmitglieds oder ein Trennungserlebnis. Auch eine zu frühe oder strenge Reinlichkeitserziehung kann das Bettnässen fördern. Da umgekehrt nächtliches Einnässen selbst seelische Probleme verursachen kann, entsteht mitunter ein Teufelskreis.

Das sollten Sie tun: Sprechen Sie mit einem Arzt, wenn sich das Kind nach dem fünften Lebensjahr noch regelmäßig einnässt. Er wird das Kind auf eine organische Störung oder Erkrankungen untersuchen und mit ihnen und dem Kind eine Therapie entwickeln. Sie sollten eine entspannte Situation schaffen und auf Strafandrohungen oder gutes Zureden verzichten.

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