Andreas Bender

Bauschutt abgeladen: Videoüberwachung für Grünschnittplatz Simmern

Die Stadt Simmern und die RHE stellen vermehrt Probleme bei der Nutzung und eine Zunahme von illegal abgeladenen Abfällen fest und appellieren an die Bürger.

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V.l.: Günter Hackländer (RHE), Bürgermeister Dr. Andreas Nikolay, Patrick Spang (Leiter Bauhof Simmern) und Tobias Mladek (RHE) begutachten illegal abgelade Abfälle - inklusive einer Treppenstufe - am Grünschnittplatz Simmern.

V.l.: Günter Hackländer (RHE), Bürgermeister Dr. Andreas Nikolay, Patrick Spang (Leiter Bauhof Simmern) und Tobias Mladek (RHE) begutachten illegal abgelade Abfälle - inklusive einer Treppenstufe - am Grünschnittplatz Simmern.

Foto: Bender

Simmern. Alte Balken mit Nägeln, Plastik & Kunststoffe, Sperrmüll und nunmehr auch Bauschutt - auf dem Grünschnittplatz in Simmern wird immer wieder illegal Abfall abgelagert. Die Stadt Simmern und die Rhein-Hunsrück Entsorgung (RHE) stehen vor einem zunehmenden Problem. "So kann es nicht weitergehen", sagen Günter Hackländer von der RHE und Stadtbürgermeister Dr. Andreas Nikolay.

 

Der erst im Frühjahr 2022 sanierte Grünschnittplatz in Simmern wurde in den vergangenen Wochen wieder rege genutzt. Das Ziel der Sanierung war, den Simmernern Bürgern auch zukünftig eine stadtnahe und zentrale Abladestelle für Baum- und Strauchschnitt zu schaffen, welche gleichwohl auch die allgemeinen Anforderungen, z.B. hinsichtlich der Wasserführung, die es an derartige Sammelstellen gibt, einzuhalten.

 

Nach der Sanierung musste leider vermehrt festgestellt werden, dass angelieferter Grünschnitt direkt auf den Entwässerungsrinnen und über den Wasserabläufen abgeladen wird. Auch die vorgeschriebene großflächige Verteilung des Rasenschnittes über den holzigen Strauchschnitt erfolgte nur in Einzelfällen. Kleinmengen werden außerdem auch gerne mal direkt an der Straße entleert.

 

Das ‚sprichwörtliche' Fass zum Überlaufen hat nunmehr aber eine abgeladene Menge an Bauschutt gebracht. Neben Abfall aus einer Badsanierung konnte u. a. auch eine Betonstufe vorgefunden werden, welche, wäre sie nicht durch Zufall rechtzeitig entdeckt worden, erheblichen Schaden am Zerkleinerungsaggregat verursacht hätte. "Wir reden in einem solchen Fall von einem Schaden in Höhe von rund 25 000 Euro", sagt Hackländer. "Zudem sind die illegal abgeladenen Abfälle - ob Bauschutt, Plastiksäcke oder anderes - kontraproduktiv für die Weiterverwertung." Der Grünschnitt wird letztlich als Bodenhilfsstoff ausgebracht.

 

Die Stadt Simmern sowie die Rhein-Hunsrück Entsorgung sind sich über die grundsätzliche Notwenigkeit und Wichtigkeit eines Simmerner Sammelplatzes einig. Daher richtet sich nun ein eindringlicher Appell an die Bürger wirklich nur Grünschnitt hier abzuladen. "Wir appellieren an die Vernunft aller Bürger, damit alle den Grünschnittplatz weiter uneingeschränkt nutzen können", betonen Nikolay und Hackländer.

 

Schließlich landen hier jährlich rund 1 100 Tonnen Grünschnitt. Durch die offensichtlich zunehmende inkorrekte Nutzung soll der Sammelplatz nunmehr jedoch vermehrt kontrolliert werden. So bereitet die Stadt aktuell eine Videoüberwachung vor. "Wir haben das bereits auf eine Zulässigkeit überprüft", sagt Nikolay. "Dabei werden wir auch darauf achten, dass vorbeifahrende Autos nicht gefilmt werden, sondern nur der Grünschnittplatz."

 

Sollten weiterhin illegale Abladungen von Abfällen erfolgen, so wird der Platz einvernehmlich bis auf weiteres geschlossen werden müssen. Baum- und Strauchschnitt sowie Rasenschnitt müssten dann über den Baum- und Strauchschnittplatz auf der Kreismülldeponie in Kirchberg entsorgt werden.

 

Bisher hat die RHE im Allgemeinen gute Erfahrungen gemacht mit den 132 Grünschnittplätzen im Kreisgebiet. Alle Beteiligten hoffen nun, dass sich die Situation in Simmern wieder verbessert und das kostenlose Angebot für Bürger bestehen bleiben kann.