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Boppard: Haus Bethesda feiert 30-jähriges Bestehen

„Psychisch erkrankte Menschen intensiv begleiten, manchmal schnell handeln.“ Das könnte das Motto der Psychiatrischen Dienste Boppard sein. Jetzt wurde das 30-jährige Bestehen der Wohneinrichtung Haus Bethesda gefeiert. Gleichzeitig blicken die Ambulanten Dienste auf 25 Jahre zurück.
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Geschäftsführer Werner Bleidt und Einrichtungsleiter Stefan Feld  begrüßten beim  Festempfang Bewohnerschaft und Betreute. Gemeinsam mit  Angehörigen, ehemaligen und jetzt aktiven Mitarbeitenden, Betreuern und vielen Gästen feierten sie auf ein fröhliches Fest. Auch der Dauerregen konnte der Veranstaltung dank eines großen Festzeltes im Klosterinnenhof der Stiftung Bethesda-St. Martin nichts anhaben. Den Darbietungen des Bethesda-Chores und befreundeter Chöre, u.a. dem launigen Auftritt des MGV Baybachtal folgte der  fetzige Sound der Bigband des Kant-Gymnasiums. Das kurzweilige Programm mündete schließlich in eine Discoparty, hervorragend inszeniert vom Technik-Team des Kant-Gymnasiums. Für das leibliche Wohl mit leckerem Kuchen und einem deftigen Abendessen sorgte wie bewährt die Küche unter Leitung von Markus Kaufmann. Was 1986 mit sieben Menschen begann, die ins Wohnheim Haus Bethesda einzogen, hat sich im Verlaufe von 30 Jahren zu einem Hilfesystem für psychisch erkrankte Menschen entwickelt. Der damit vollzogene Einstieg in die Behindertenhilfe löste die Jugendhilfearbeit des Trägers ab. "Stationäre Angebote sind nicht alternativlos" Die Wohneinrichtung bietet heute 98 Menschen Wohnen und Betreuung. Sie besteht aus der Haupteinrichtung, zwei Außenwohngruppen und  Einzelwohnplätzen. Dass stationäre Angebote nicht alternativlos sind, wurde rasch erkannt und trug den fachlichen Standards Rechnung.  Als ambulante Hilfeform wurde bereits vor 26 Jahren das sogenannte Betreute Wohnen entwickelt. Es bildete die Keimzelle der heutigen Ambulanten Dienste. Aktuell werden dort 118 Personen von 14 Mitarbeitenden betreut. Unter dem Dach des Gemeindepsychiatrischen Zentrums Boppard (GPZ) sind daneben die Tagesstätte, die Kontakt- und Informationsstelle, kurz KIS,  sowie tagesstrukturierende Angebote für ältere Menschen zusammengefasst. Einrichtungsleiter Stefan Feld betonte in seinem Vortrag, dass die einzelnen Hilfeformen gemeinsam mit der Wohneinrichtung ein flexibles, eng verzahntes und gemeindenahes Unterstützungssystem bilden. „Psychisch erkrankte Menschen werden von uns intensiv begleitet, manchmal müssen wir aber schnell handeln, um dem Betroffenen in einer Krise effektiv helfen zu können“,  so Feld. Vorhandene Angebote kommen individuell zum Einsatz. Dies ist das Alleinstellungsmerkmal der Bopparder Psychiatrischen Dienste. Sie waren in den letzten 30 Jahren auch die Blaupause für die Entwicklung weiterer Angebote im nördlichen Rheinland-Pfalz. Heute unterhält die Bethesda-St. Martin gemeinnützige GmbH GPZ und Wohneinrichtungen in sechs Versorgungsregionen im nördlichen Rheinland-Pfalz. Sie bietet bis zu 700 Menschen Wohnen, Betreuung, Tagesstruktur, Arbeit und Beschäftigungsmöglichkeiten. Sie ist in Rheinland-Pfalz anerkannter Leistungserbringer in der Eingliederungshilfe. Zu dieser Erfolgsgeschichte beglückwünschte  Dieter Hoffmann, Fachbereichsleiter Soziale Hilfen des Rhein-Hunsrück-Kreises und Mann der ersten Stunde. Diesen Glückwünschen schloss sich Klaus Gewehr, Kreisbeauftragter für die Belange behinderter Menschen gerne an.