Andreas Bender

Erste Fahrplananpassungen im ÖPNV

Rhein-Hunsrück. Die Umstrukturierung des ÖPNV geht langsam voran. Zum Fahrplanwechsel am 11. Dezember wurden erste Änderungen erwirkt.
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Die Umstrukturierung des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) ist ein vieldiskutiertes Thema.

Die Umstrukturierung des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) ist ein vieldiskutiertes Thema.

Foto: Arvhiv

Auf Einladung von Landrat Volker Boch haben sich die politischen Gremien im Rhein-Hunsrück-Kreis zusammen mit der Verwaltung in den vergangenen Wochen und Monaten intensiv mit diesem facettenreichen Sachverhalt beschäftigt. Gemeinsames Ziel ist es, das ÖPNV-System im Landkreis zu überarbeiten.

 

Das ÖPNV-Konzept des Landkreises ist gekoppelt an den Nahverkehrsplan des Landes Rheinland-Pfalz. Landrat Boch macht deutlich: »Das ÖPNV-Konzept des Landkreises muss angepasst werden, allerdings ist dies nicht einfach zu lösen und es ist wichtig, sich dazu mit dem Land abzustimmen und als Kreis festzulegen, wie der neue ÖPNV aussehen soll. Diesen Prozess haben wir gestartet, es liegt noch einige Arbeit vor der Verwaltung und der Kreispolitik.« Der ÖPNV ist so unter anderem an den Nahverkehrsplan des Landes gekoppelt und mit der Erstellung dieses Planes ist nicht vor Ende 2023 zu rechnen.

 

Um eine kurzfristige Verbesserung bei den Buslinien zu erzielen, wurde durch die Kreisgremien der Beschluss gefasst, Fahrten im ÖPNV im Rahmen der bestehenden Verträge zu reduzieren, ohne negative Folgen für den Schülerverkehr oder die Beförderung zu den Kindergärten entstehen zu lassen. Nach vielen Gesprächen auf den unterschiedlichsten Ebenen und der Berücksichtigung von Vorschlägen der ausführenden Verkehrsunternehmen, die auf der Grundlage von Fahrgastzählungen nicht oder sehr schlecht genutzte Fahrten aufgezeigt haben, hat die Kreisverwaltung zum Fahrplanwechsel am 11. Dezember zahlreiche Änderungen erwirkt.

 

So wird zum Beispiel auf der Stadtbuslinie 601 in Simmern, außerhalb des Schülerverkehrs, ein Kleinbus eingesetzt. Landrat Boch freut sich sehr, dass diese Maßnahme bereits zum 1. November umgesetzt werden konnte. »Die Zusatzkosten, die für den Kreis hierdurch entstehen, bringen Entlastung, schonen die Umwelt und sind gut investiertes Geld«. Darüber hinaus gibt es zahlreiche Fahrtenreduzierungen auf verschiedenen Linien in Tagesrandlagen im gesamten Kreisgebiet; dies gilt auch für Anruflinienfahrten (ALF). Ebenfalls bereits seit dem 1. November wurde auf der Expressbuslinie 645 von Simmern über Rheinböllen nach Bad-Kreuznach der Doppeldeckerbus am Wochenende und außerhalb der Verkehrsspitze durch einen Standardbus ersetzt. So werden teure Energiekosten eingespart.

 

Auch im Bereich des Mittelrheins konnten durch die Fahrplanumbestellungen Verbesserungen erzielt werden. Es gibt nun einige Direktanbindungen der Bopparder Höhenstadtteile an die Kernstadt Boppard und das Wohngebiet »Auf der Zeil« wird durch die Streichung von Fahrten auf der Linie 671 entlastet. Die umstiegsfreie Anbindung der Ortsgemeinde Niederburg an die Einkaufsmärkte im Gewerbegebiet Im Tuchscheren in Oberwesel, sowie die Umwandlung von Anruflinienfahrten (ALF) in Regelfahrten auf der Linie 685 St. Goar – Oberwesel – Fähre Engelsburg runden den Änderungsprozess ab und bringen auch Vorteile für Schüler, die das Gymnasium in St. Goarshausen besuchen. Die genannten Änderungen sind nur Beispiele, es gibt darüber hinaus weitere Kürzungen dort, wo die Akzeptanz in der Bevölkerung bisher fehlt und eine Streichung einer Fahrt in Anbetracht der Umläufe möglich ist.

 

»Das sind erste Schritte zur Verbesserung des ÖPNV im Rhein-Hunsrück-Kreis«, betont Landrat Boch. »Gemeinsam mit den Verantwortlichen in den übergeordneten Behörden und den Kreisgremien werden wir als Verwaltung im Rahmen von neuen Ausschreibungen nach weiteren Verbesserungspotenzialen suchen.«


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