Andreas Bender

evm erhöht Strom- und Gaspreise zum 1. Januar

Region. Die Energieversorgung Mittelrhein (evm) erhöht ihre Tarife zum 1. Januar 2023. Knapp 300 000 Kunden erhalten in diesen Tagen entsprechende Anschreiben.

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Die Hauptverwaltung der evm.

Die Hauptverwaltung der evm.

Foto: Evm

"Gerade für unsere treuen Stromkunden und -kundinnen konnten wir den Preis lange, nämlich seit 2020, stabil halten. Die hohen Einkaufspreise, aber auch die gestiegenen Umlagen zwingen uns jetzt dazu, die Preise zu erhöhen", erklärt evm-Unternehmenssprecher Christian Schröder. So liegen die Beschaffungskosten für Strom für das kommende Jahr deutlich über dem Niveau von 2022 und zugleich steigen ab Januar die Netznutzungsentgelte Auch die Gaspreise muss die evm erneut anpassen. "Durch unsere langfristige Einkaufsstrategie konnten wir eine weitere Erhöhung deutlich abdämpfen und so weit wie möglich minimieren. Das bedeutet gute Nachrichten für unsere Gaskundinnen und -kunden: Für Sie bleibt der Abschlag gleich, auch wenn unsere Preise steigen", so Schröder. Hintergrund ist, dass die evm die Abschläge nicht noch einmal angepasst hatte, nachdem die ursprünglich geplante Gasbeschaffungsumlage entfallen war. Der Gaspreis steigt um 2,361 Cent pro Kilowattstunde (kWh); in dieser Höhe hätte sich in etwa auch die Gasumlage bewegt, die der Bund gestoppt hatte. Betroffen sind rund 110.000 Kunden und Kundinnen.

 

Strompreis steigt

Auf eine höhere Preiserhöhung müssen sich die rund 188.000 Stromkunden und -kundinnen der evm vorbereiten. Sie hängt von dem jeweiligen Tarif ab, in dem sich ein Haushalt befindet. Ein Beispiel: In der Grundversorgung erhöht sich der Arbeitspreis um rund 11,7 Cent pro kWh auf 49,90 Cent pro kWh. Ein Vier-Personen-Haushalt mit einem Verbrauch von rund 3500 kWh pro Jahr zahlt also in der Grundversorgung 2023 rund 146 Euro für Strom pro Monat. Das ist eine Steigerung um rund 34 Euro pro Monat. Die geplante Gas- und Strompreisbremse ist in den Preisen noch nicht berücksichtigt. "Das notwendige Gesetz ist noch in Arbeit", erklärt Schröder. "Sollte eine solche Bremse umgesetzt werden, geben wir die Entlastung selbstverständlich sofort an unsere Kunden weiter." Vorgesehen ist, die Strompreise auf 40 Cent pro kWh zu deckeln. Die meisten evm-Kunden befinden sich nicht in der Grundversorgung, sondern nutzen Laufzeit- und Sondertarife, deren Preise seit 2020 stabil waren; diese sind von der aktuellen Preisanpassung zwar ebenfalls betroffen, sie sind aber immer noch etwas günstiger als die Grundversorgung. Alle betroffenen Kundinnen und Kunden informiert die evm individuell schriftlich.

 

Abschlag für Gas im Dezember entfällt

Im Rahmen der Soforthilfe, die Bundestag und Bundesrat beschlossen haben, werden die Gaskunden im Dezember entlastet. Konkret bedeutet dies, dass die evm im Dezember keine Abschläge für Gas einziehen wird. Wer einen Dauerauftrag eingerichtet hat, kann ihn für Dezember pausieren lassen. Die Erstattung, die die evm vom Staat bekommt, erhalten die Kunden als Gutschrift auf ihrer nächsten Jahresrechnung im Jahr 2023. Details veröffentlicht die evm auf ihrer Internetseite.

Energie - sowohl Strom wie auch Gas - kauft die evm am Energiemarkt ein. Dabei agiert sie vor allem am sogenannten Terminmarkt, an dem Mengen teilweise weit im Voraus eingekauft werden. Hier beschafft sie die benötigte Energie für Ihre Kundschaft. Nur eine relativ geringe Restmenge muss dann noch zu aktuellen Preisen eingekauft werden. Der Vorteil: Dadurch werden Schwankungen am Markt abgefangen und müssen nicht direkt an Kunden und Kundinnen weitergegeben werden. "Dank der guten Strategie unserer erfahrenen Einkäufer konnten wir die Preise - gerade für unsere treuen Kunden - lange Zeit stabil halten, und Preiserhöhungen, auch im Gas, fielen nicht ganz so hoch aus, wie oft bei der Konkurrenz. Treue zahlt sich in diesem Fall aus", erklärt Christian Schröder. "Aber auch diese Strategie schützt natürlich nicht vor den Preisen, die aktuell am Markt gezahlt werden müssen. Der Strompreis hat sich im vergangenen Jahr phasenweise verfünffacht, der für Erdgas mehr als versechsfacht." Durch die milde Witterung und die bereits gefüllten Gasspeicher entspannt sich der Markt aktuell zwar etwas, die Preise seien aber weiterhin auf einem nie zuvor dagewesenen Niveau. "Sollten Preise wieder dauerhaft ein niedrigeres Niveau erreichen, profitieren selbstverständlich auch unsere Kundinnen und Kunden", so Schröder.

 

 


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