Andreas Bender

Kastellaun: Stadthalle Tivoli brennt aus (VIDEO)

Kastellaun. Am Samstag, 17. September, um 6.30 Uhr wurde der Feuerwehr der Brand der Stadthalle Tivoli in Kastellaun gemeldet. Diese wurde komplett zerstört.

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Beim Eintreffen der Feuerwehr stand die Halle bereits lichterloh in Flammen. Die rund 150 Einsatzkräfte konnten ein Übergreifen der Flammen auf angrenzende Wohn- und Gewerbeanwesen verhindern. Die traditionsreiche Stadthalle hingegen brannte aus. Es bleibt nur der Abriss.

 

Das komplette Gebäude ist abgesperrt. Die Brandursache ist weiterhin unklar. Die Ermittlungen dauern an. Die Anwohnerin eines naheliegenden Hauses und ihr Kleinkind wurden mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung ins Krankenhaus gebracht. Weitere Menschen wurden nicht verletzt. Der Schaden wird zunächst auf einen einstelligen Millionenbetrag geschätzt.

 

"Besonders zu Beginn hat es eine starke Rauchentwicklung gegeben", sagte der Brand- und Katastrophenschutzinspekteur des Landkreises, Stefan Bohnenberger. "Die Bevölkerung in der Innenstadt wurde über Lautsprecherdurchsagen und Hinweise über die Warn-Apps Katwarn und Nina gewarnt und gebeten, die Fenster geschlossen zu halten." Gegen 9 Uhr hatte die Feuerwehr den Brand im Griff und war nur noch mit Nachlöscharbeiten beschäftigt.

 

"Es ist gut, dass offensichtlich niemand schwerer verletzt wurde", sagt Bürgermeister Christian Keimer. "Das Gebäude sollte ohnehin abgerissen werden, aber es war noch voll in Nutzung. Der Brand bedeutet jetzt ein abruptes Ende für viele Veranstaltungen." So wollte am vergangenen Wochenende das Musikforum Kastellaun die Jubiläumskonzerte des Jugendchors "No Limits" hier ausrichten. "Die ganze Technik und viele Instrumente sind verbrannt", sagte Keimer. Für größerer Veranstaltungen kann man in Kastellaun keine anderen Räumlichkeiten anbieten, so der Bürgermeister. Amtskollege Dr. Andreas Nikolay habe bereits angeboten, die Hunsrückhalle in Simmern zur Verfügung zu stellen, wenn dies terminlich möglich ist.

 

Kürzlich hatte eine Jury die besten Entwürfe des Planungswettbewerbs zum Neubau der Stadthalle gekürt, die ab nächster Woche ebenfalls in der nun abgebrannten Stadthalle ausgestellt werden sollten. Die Planungen für einen Neubau laufen schon länger und könnten nun, aufgrund der neuen Situation, beschleunigt werden, so Keimer. "Bisher hatten wir angedacht, dass 2024 ein realistischer Zeitpunkt zum Start der Baumaßnahme ist. Vielleicht können wir aber nun schon 2023 beginnen." Ein früherer Zeitpunkt scheint unrealistisch. Zunächst muss der Stadtrat darüber entscheiden, wer den Planungsauftrag enthält. Eine Ausschreibung der Bauarbeiten wird aber wohl nicht vor dem nächsten Sommer erfolgen.