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50 Jahre alte Frau wegen Missbrauch des Sohns verurteilt

Hunsrück/Nahe. Eine 50 Jahre alte Frau aus der Verbandsgemeinde Meisenheim ist wegen Beischlafs mit ihrem Sohn in 108 Fällen und wegen sexuellem Missbrauch von Schutzbefohlenen in 24 Fällen von der Jugendkammer des Landgerichtes Bad Kreuznach zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren verurteilt worden.

Der 24-jährige mitangeklagte Sohn wurde ebenfalls wegen Beischlafs mit seiner Mutter in 108 Fällen zu einer Jugendstrafe von sechs Monaten verurteilt, die zur Bewährung ausgesetzt wurde. Das sexuelle Verhältnis wurde sowohl von der 50-Jährigen als auch von ihrem Sohn abgestritten.

Die ursprüngliche Anklage der Staatsanwaltschaft umfasste einen Zeitraum von 2005 bis 2008, in der die Mutter mit ihrem damals 15 bis 17 Jahre alten Sohn sexuell verkehrte. Eine Mitarbeiterin der Jugendgerichtshilfe warf die Frage auf, ob für die weitere Zeit von 2010 bis 2014, in der das sexuelle Verhältnis zwischen dem mittlerweile volljährigen Sohn und der Mutter weiterbestand, der 24-Jährige wegen seiner deutlichen Reifedefizite überhaupt als Täter anzusehen ist. Sie verwies auf die schwierigen Familienverhältnisse, in denen die Frau unter gewalttätigen Übergriffen ihres Mannes zu leiden hatte. In dieser Situation sei der Sohn immer der Verbündete der Mutter gewesen.  

Zeuge: Verhältnis von Mutter und Sohn war Ortsgespräch

Das Verfahren war durch die Mitteilung einer Frau in Gang gekommen, die auch behauptete, dass das Verhältnis von Mutter und Sohn Ortsgespräch sei. Die Polizei vernahm daraufhin die ehemalige Freundin des Sohnes, die den Sachverhalt für die genannten Zeiträume bestätigte. Bei ihrer Aussage in dem Gerichtsverfahren war die Öffentlichkeit ausgeschlossen.  Zuvor hatte die Kammer unter dem Vorsitzenden Richter Dr. Bruno Kremer aber in öffentlicher Sitzung den Polizeibeamten gehört, der die Ex-Freundin zuerst vernommen hatte. Sie hatte dem Beamten berichtet, dass die Mutter auf der einen Seite in dem Doppelbett schlief, das im Zimmer ihres Sohnes stand und dass regelmäßig Geschlechtsverkehr zwischen den beiden stattfand. Die Mutter habe auch zugesehen, wenn sie mit ihrem damaligen Freund Sex hatte. Weil das Pärchen 2008 und 2009 zeitweise getrennt war, wurde die Anzahl der Fälle im Vergleich zur ursprünglichen Anklage deutlich verringert.

Das Gericht sah durch diese Zeugin die Tatvorwürfe bestätigt, reduzierte aber die Fallzahl erheblich, da die Ex-Freundin erst ab 2007 regelmäßig bei ihrem Freund übernachtet hatte und wegen der beiden Trennungsphasen. "Die Kammer hat nicht den geringsten Zweifel an der Glaubwürdigkeit der Zeugin", betonte Richter Kremer. Nach Auffassung der Richter war der Sohn lange Opfer der sexuellen Übergriffe seiner Mutter, sei aber spätestens dann zum Täter geworden, als ihm als Volljährigen die Strafbarkeit bewusst geworden sei. Da das Gericht bei ihm eine Entwicklungsverzögerung gegeben sah, wurde er nach dem Jugendstrafrecht verurteilt. Neben seiner Bewährungsstrafe soll er eine Geldbuße von 500 Euro an den Kinderschutzbund Bad Kreuznach Zahlen. Die Angeklagten bestritten den Vorwurf bis zuletzt, das Urteil wurde nicht rechtskräftig.

Bild: Wegen Beischlafs mit ihrem Sohn wurde eine 50-Jährige Frau (r.) aus der Verbandsgemeinde Meisenheim zu einer Haftstrafe von drei Jahren verurteilt. Der 24-jährige mitangeklagte Sohn (l.) erhielt eine Jugendstrafe von sechs Monaten. 

Text & Foto: Christine Jäckel

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Kommentar von Mischka
Ich kann es gar nicht glauben, dass ein Junge, der jahrelang sexuell von der Mutter missbraucht wird - ab Volljährigkeit plötzlich Täter sein soll.

Zumal, wenn von Entwicklungsverzögerung dei Rede ist, wofür es umgangssprachlich oft sehr eindeutige Worte gibt.

Werden Mädchen, die seit Kindheit sexuell missbraucht werden und die sich z.B. aufgrund von Drohungen auch nach dem 18. Lebensjahr nicht von diesen schrecklichen Übergriffen befreien können - dann auch zu Täterinnen?