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Baumfällaktion bei "Nacht und Nebel"

Hunsrück/Nahe. Drei große und zum Teil über 100 Jahre alte Bäume sind jüngst "bei Nacht und Nebel" auf dem ehemaligen LVA-Gelände in Bad Münster am Stein-Ebernburg ohne Genehmigung gefällt worden - nun zieht die Stadt Bad Kreuznach Konsequenzen.

»Zwar ist die Kreisverwaltung für die Ahndung zuständig, aber wir sind natürlich entsetzt über den Vorfall und werden entsprechend unserer Möglichkeiten handeln. Es muss eine Konsequenz haben, wenn sich jemand nicht an die Festsetzungen hält«, sagte Oberbürgermeisterin Dr. Heike Kaster-Meurer.

Im Bebauungsplan der Stadt Bad Kreuznach waren die drei Bäume ? eine Stieleiche, ein Götterbaum und eine Krim-Linde ? als »dauerhaft zu erhaltend« festgehalten worden, doch der Investor und Grundstücksbesitzer ließ sie trotzdem fällen. Die Stadt hat den Vorgang nun bei der Kreisverwaltung zur Anzeige gebracht. Nach Wunsch der Stadt soll für jeden Baum ein Ordnungswidrigkeitsverfahren angestrebt werden. Zudem fordert die Stadt eine Nachpflanzung durch den Grundstücksbesitzer. Sobald der Wert der gefällten Bäume feststeht, soll annähernd gleichwertiger Ersatz geschaffen werden.

Auch Ortsvorsteherin Dr. Bettina Mackeprang ist entsetzt über die Fällaktion. »Auch wenn der entstandene Schaden praktisch nicht wieder gut zu machen ist – die mehr als 100 Jahre alte Stieleiche ist durch nichts zu ersetzen – muss die Baumfällaktion für die Verantwortlichen drastische und empfindliche Folgen haben«, fordert sie. Der Investor müsse zu einer »Wiederanpflanzung wirklich großer Bäume« sowie zu weiteren Ausgleichspflanzungen verpflichtet werden. »Zudem muss als sichtbares Zeichen ein auch für die Investoren deutlich spürbares Ordnungsgeld verhängt werden«, fordert die Ortsvorsteherin von Bad Münster am Stein-Ebernburg.

Foto: Stilfoto / Archiv

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Kommentar von Jörg
Wenn ein Unternehmen solche Bäume fällt, ohne sich eine Fällgenehmigung vorlegen zu lassen, handelt es sich um Vorsatz! Dieses Unternehmen muss die Gewerbegenehmigung entzogen bekommen! Die Bereicherung von GaLaBau-Unternehmen durch unverhältnismäßige Fällungen nach erstmaliger öffentlicher Ausschreibung von Kommunen ist ohnehin ein Horror, und sinnlose Zerstörung!