Demo: "Rettet die Loreley!"

Hunsrück/Nahe. Vertreter der Landwirtschaft (Land schafft Verbindung) protestierten am Samstag, 20. Juni, gegen den Kauf der Grundstücke auf dem Loreleyplateau durch die VG Loreley. Rund 150 waren der Einladung der Bürgerinitiative (BI) Rheinpassagen gefolgt. Sie verlangen: „Landwirtschaftliche Fläche in die Hand der Landwirtschaft“.

Der Grund: Die VG Loreley braucht diese bisherigen landwirtschaftlichen Flächen zur Anlage von Parkplätzen, Zufahrten Bushaltestellen. Der überwiegende Teil des Loreleyplateaus wird so komplett versiegelt. Die Natur ist der große Verlierer, erklärt die BI. Dabei zählen der Rhein und das Loreleyplateau weltweit zu den bekanntesten Plätzen rund um den Globus. Im Jahr 2002 hat die UNESCO das gesamte Mittelrheintal unter den Schutz der Welterbekonvention gestellt.

Das Loreleyplateau befindet sich in der Umgestaltungsphase. Ein Bauabschnitt ist abgeschlossen, weitere sind in der Vorbereitung. Die bisherige Naturfläche auf dem Plateau wurde komplett umgegraben. Breite, betonierte Betonstraßen ersetzen jetzt die Landschaft und Natur.

Wie die BI mitteilt, wird ein geplanter Hotelkomplex wesentliche Veränderungen bringen. Dieser soll auf und am Gelände des ehemaligen Campingplatzes errichtet werden. Das mindestens Viersternehotel mit Wellnessbereich und mehreren Restaurants wird nach den bekannt gewordenen Plänen als dreiflügeliger Bau in einer Höhe von bis zu sechs Geschossen gebaut und im Ganzjahresbetrieb als Tagungshotel betrieben werden. Zusätzlich sollen dort fünfzehn Ferienhäuser mit je bis zu sechs Geschossen und einer Gesamtkapazität von 800 Betten errichtet werden.

Dazu muss das Plateau erschlossen und für den hohen Wasser-, Abwasser- und Energiebedarf ausgelegt werden. Flächen für den Bau von Parkplätzen sind von der VG zu kaufen oder wurden bereits gekauft. Für den Hotelbau ist eine entsprechend große Ausgleichfläche zu beschaffen und zu unterhalten. Das ehemalige Turnerheim wird zu einem Restaurant umgebaut und soll von der VG Loreley über einen Pächter betrieben werden, der nur einen Bruchteil der Kosten übernimmt, so die Bürgerinitiative. 

Bürgerinitiative: "Loreleyplateau wird zum Rummelplatz umgestaltet"

Für sie ist klar: "Die neueste Entwicklung zeigt, dass der weltweit berühmte, von der UNESCO unter ihren Schutz gestellte Platz auf dem Loreleyplateau zum Rummelplatz umgestaltet werden sollen: Geplant ist der Aufbau von Bungee-Jumping-Anlage, Bratwurstbuden und Souvenirständen. Der Weg führt vom Weltkulturerbe hin zum Rummelplatz."

In der Pressemitteilung der BI heißt es weiter: "Die Natur und die von den Menschen geschaffene Lebensumgebung werden zerstört. Die Bürgerinitiative Rheinpassagen setzt sich dafür ein, den einmaligen universellen Wert zu erhalten und zu fördern. Die BI möchte erreichen, dass der Naturraum gefördert wird und die weitere Versiegelung der Flächen des Plateaus eingestellt wird. Im Sinne der Satzung der UNESCO möchte die BI erreichen, dass dieses gesamte Welterbegebiet unversehrt an die nachfolgenden Generationen weitergegeben wird."

Die BI Rheinpassagen sieht sich dabei nicht nur auf dem richtigen Weg, sie erhält auch Unterstützung von prominenter Seite:  Prof. Dr. Dr. Ernst-Rainer Hönes  aus Mainz sieht das Land und die Kommunen in der Verpflichtung: „Nach § 2 Abs. 3 DSchG  haben das Land, der Bund, die Gemeinden und Gemeindeverbände … bei ihren Maßnahme und Planungen, insbesondere der Bauleitplanung, die Belange des Denkmalschutzes und der Denkmalpflege sowie die Verpflichtung zur Bewahrung des Kulturerbes gemäß dem UNESCO-Übereinkommen zum Schutz des Kultur- und Naturerbes der Welt vom 16. November 1972 zu berücksichtigen“.

Dauerhafte Verluste

Daher kritisiert die BI: "Trotz der erhebliche Rechtsunsicherheiten und der bedeutenden Auswirkungen bei einer verpflichtenden Einstellung der Umbauarbeiten auf dem Loreleyplateau investiert die VG Loreley weiter in Millionenhöhe: Das Gesamt-Investitionsvolumen wird auf mindestens 30 Mio. Euro einzustufen sein. Kosten- und Erfolgsrechnungen mit Aussagen zu den wirtschaftlichen Auswirkungen (Gewinne oder Verluste) sind für das Loreley Plateau nicht erstellt.

Alle zugänglichen Informationen sagen voraus, dass der Betrieb des Loreleyplateaus der VG Loreley dauerhafte Verluste bringen wird. Die Bürger der VG Loreley werden für die nicht gedeckten Kosten herangezogen und mit höheren Umlagen oder Steuern finanzieren. Die Finanzlage der VG Loreley ist seit mehreren Jahren angespannt."

Die Unterschriftenliste zur Unterstützung der Forderungen nach dem unversehrten Erhalt der Kultur- und Naturlandschaft Loreleyplateau ist weiterhin unter https://loreleyinfo.de/rettet-die-loreley zu erreichen.

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