Kultur- und Weinbotschafter Heinz Kaul verstorben

Hunsrück/Nahe. Er war ein ebenso umtriebiger wie bekannter Fürsprecher seiner Heimatregion Nahe und dessen kulinarischer Genüsse: Heinz Kaul, Küchenmeister sowie Kultur- und Weinbotschafter aus Niederhausen an der Nahe, ist tot.

"Die Nachricht vom Tod von Heinz Kaul macht mich traurig. Der Abschied von ihm ist ein Einschnitt. Er war an der Nahe zuhause und liebte seine Heimat", bekundete Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner, die Kaul aus vielen persönlichen Begegnungen kannte, ihre Trauer. Heinz Kaul wurde 71 Jahre alt. Er verstarb nach langer schwerer Krankheit. Der Verstorbene hinterlässt eine Ehefrau, zwei Töchter und drei Enkel. Die Beisetzung soll am Donnerstag, 15. Juli, um 14 Uhr auf dem Friedhof Niederhausen stattfinden.

Als Küchenmeister, Feinschmecker, profunder Weinkenner und Mitbegründer der Kultur- und Weinbotschafter war Kaul eine kenntnisreicher Werbebotschafter für seine Heimatregion, der vor lebensfreude und Freude an den kulinarischen und kulturellen Schätzen seiner Heimat sprühte. Sein Wissen und seine Erfahrungen gab er nicht nur bei seinen bereits legendären Führungen durch die Weinlagen rund um Norheim und Niederhausen weiter, sondern auch bei seinen Einsätzen für angehende und amtierende Naheweinmajestäten. "Heinz Kaul war ein Genussmensch mit dem Herzen auf dem rechten Fleck: Feinschmecker und Kultur- und Weinbotschafter für seine Heimat war er, väterlicher Berater der vielen Weinmajestäten, die er begleiten durfte. Sein Tod ist ein großer Verlust. Vielen und in vielem wird er fehlen", so Julia Klöckner. "Meine Gedanken und mein tiefes Mitgefühl sind bei seiner Familie, der ich in diesen schwierigen Tagen sehr viel Kraft und Zuversicht und Gottes Segen wünsche."

Zusammen mit seiner Ehefrau, mit der er jüngst noch Goldene Hochzeit feiern durfte, bewirtschaftete Kaul in den 1970er-Jahren das Restaurant "Kupferkanne" in Bad Sobernheim, bevor er 1981 in Bad Kreuznach das Restaurant "La Cuisine" eröffnete und viele Jahre lang erfolgreich betrieb - damals die beste Adresse in der Stadt. Kaul hat in seiner Laufbahn viele gute Köche ausgebildet und schließlich deren Wissen und Fähigkeiten als ehrenamtlicher Prüfer der Industrie- und Handelskammer auf die Probe gestellt. Er rief den Van-Recum-Kreis in Leben, bei dem Genießer das perfekte Zusammenspiel von erlesenen Speisen und korrespondierenden Weinen erlebten.

Kaul setzte sich auch für den Erhalt der damaligen Jacob-Selzer-Schule ein, weil er die Ausbildung von Köchen und Restaurantfachleuten am Standort Bad Kreuznach sichern wollte. Im "Klub der Köche des Nahetals" pflegte Kaul als Vorsitzender den kollegialen Austausch und den Zusammenhalt. Nach vielen Jahren der Selbstständigkeit wechselte er zur "kreuznacher diakonie", um deren Großküche in Meisenheim zu leiten und bei der Arbeit behinderte Menschen einzubinden: Der Qualitätssprung war signifikant. Mit seinem Partyservice "La Cuisine" verwöhnte er weiterhin die Gäste vieler Feste und Gesellschaften.

Heinz Kaul gehörte auch dem ersten Jahrgang der Kultur- und Weinbotschafter an, die am DLR Bad Kreuznach ausgebildet wurden. Voller Begeisterung führte er Gruppen durch seine Heimat, um deren Kultur und Weine den Menschen genussvoll näher zu bringen. Es war beeindruckend, wie begeistert er die Vorzüge und den Facettenreichtum der Naheweine vermitteln konnte. So manche Naheweinkönigin oder -prinzessin profitierte von seinem Fachwissen und seiner reichen Lebenserfahrung, mit denen er sie in individuellen Coachings auf ihr Amt vorbereitete. In seiner Wahlheimat Niederhausen reißt der Tot von Heinz Kaul eine schmerzhafte Lücke: Der gebürtige Bad Kreuznacher unterstützte dort viele Projekte wie die Stauseehalle oder den Spielplatz durch verlockende Speisenangebote bei Raderlebnistagen, deren Reinerlös stets für die Gemeinde bestimmt war.

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