Erhöhte Wildunfallgefahr durch Zeitumstellung

Hunsrück/Nahe. Am 28. März beginnt die Sommerzeit - es herrscht erhöhte Wildunfallgefahr. Der Landesjagdverband Rheinland-Pfalz e.V. (LJV) ruft Autofahrer auf, in den Wochen nach der Zeitumstellung besonders in den Dämmerungsstunden vorausschauend zu fahren.

Die Zeitumstellung führt dazu, dass die Nahrungsgewohnheiten der Wildtiere mit dem Berufsverkehr kollidieren. Dadurch kann es zu Wildunfällen kommen. In den Dämmerungsstunden gehen die Tiere auf Nahrungssuche oder kehren in ihre Tageseinstände zurück. Nicht selten versuchen „Reh und Co.“ Straßen zu überqueren, um an das satte Grün zu kommen, das sie insbesondere in den kommenden Wochen für den Haarwechsel und die anstehenden Geburten brauchen.

In Rheinland-Pfalz kam es im Jahr 2020 zu 22 261 Wildunfällen. Im Vergleich zu 2019 (24 838 Wildunfälle) sank damit die Zahl von Verkehrsunfällen mit Wildtieren um mehr als elf Prozent. Allein in der Nordhälfte von Rheinland-Pfalz ereigneten sich mehr als 60 Prozent der Wildunfälle. Im Jagdjahr 2019/2020 fanden knapp 10 000 Rehe durch den Straßenverkehr den Tod. Keine andere Wildart kommt so häufig unter die Räder. Ein Hauptgrund für Wildunfälle ist die Zerschneidung von Lebensräumen durch Verkehrswege. Auch deswegen fordert der LJV den Ausbau von Wildtierkorridoren und Querungshilfen.

Autofahrer können Wildunfälle vermeiden

Autofahrer können mit dem richtigen Verhalten Wildunfälle selbst vermeiden. Eine den Gegebenheiten angepasste Geschwindigkeit ist die wichtigste Regel. Denn wer mit 80 statt mit 100 Stundenkilometern unterwegs ist, hat bereits einen 25 Meter kürzeren Bremsweg. Stehen Wildtiere auf der Straße, sollten Autofahrer das Licht abblenden, hupen und bremsen – keinesfalls ein Ausweichmanöver starten, denn die Folgen könnten schwerwiegender sein. 

Ist es zum Crash gekommen, gilt es, Ruhe zu bewahren, die Unfallstelle zu sichern und die Polizei zu rufen. Ist das Wildtier noch am Leben, verständigen die Ordnungshüter den zuständigen Jäger, damit dieser das Tier von seinen Leiden erlöst. Keinesfalls darf ein verendetes Tier in das eigene Auto „eingepackt“ werden, denn das wäre Jagdwilderei. Tipps zum richtigen Verhalten nach einem Wildunfall finden Interessierte auf der Homepage des LJV.

Zehn Tipps für den Ernstfall 

Wie lässt sich ein Wildunfall verhindern?

• Geschwindigkeit reduzieren entlang unübersichtlicher Wald- und Feldränder.

• Besonders gefährlich: neue Straßen durch Waldgebiete, da Tiere gewohnte Wege nutzen.

• Tier am Straßenrand: Abblenden, Hupen, Bremsen.

• Ein Tier kommt selten allein – Autofahrer sollten stets mit Nachzüglern rechnen.

Was ist nach einem Wildunfall zu tun?

• Unfallstelle sichern: Warnblinkanlage anschalten, Warnweste anziehen, Warndreieck aufstellen und Polizei rufen.

• Achtung Infektionsgefahr: tote Tiere mit Handschuhen anfassen.

• Abstand halten zu lebenden Tieren.

• Wild nicht mitnehmen, Wilderei ist strafbar.

• Einem geflüchteten Tier nicht folgen. In der Unfallmeldung die Fluchtrichtung mitteilen. So kann der Jäger das verletze Tier leichter finden.

• Für die Versicherung Wildunfallbescheinigung von Jäger oder Polizei ausstellen lassen.

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