Feriencamp und E-Mobilität im Sinne der Nachwuchsgewinnung

Hunsrück/Nahe. Das große Thema Nachwuchsgewinnung über eine handwerkliche Ausbildung stand im Mittelpunkt des Besuchs von Wirtschaftsstaatssekretärin Daniela Schmitt bei der Handwerkskammer (HwK) Koblenz. Vor dem Hintergrund noch zahlreicher nicht besetzter Ausbildungsplätze in den 19 500 Handwerksbetrieben im nördlichen Rheinland-Pfalz tauschte sich die Politikerin mit HwK-Hauptgeschäftsführer Ralf Hellrich und Präsident Kurt Krautscheid zur Situation und Möglichkeiten einer Verbesserung aus.

Dazu zählen auch Maßnahmen einer frühzeitigen Berufsfindung, so im Rahmen eines Feriencamps. Der Besuch im Feriencamp, das unter dem Motto „An die Löffel – Fertig - Lecker“ bei der HwK stattfindet, entführte in die Ausbildungswerkstätten der Nahrungsmittelhandwerke. Hier schnippeln und schneiden Jamilia, Viola, Jayden, Phillip und einige weitere Ferienkinder an gesunden Leckereien wie Obstsalaten oder Gemüsedekorationen – und unternehmen dabei auf spielerische und leichte Art einen Ausflug in die Berufswelt des Bäcker-, Konditoren oder auch Fleischerhandwerks.

Die bewusste Auseinandersetzung mit Nahrungsmitteln und ihre Zubereitung im Handwerk steht im Mittelpunt dieses Ferienkurses, der bei den Kindern und Jugendlichen im Alter von zehn bis 17 Jahren sehr gut ankommt. „Sieht man in die strahlenden Gesichter, die Leidenschaft und auch Konzentration bei der Zubereitung, kommen die angebotenen Inhalte dieses Feriencamps und deren Vermittlung durch Nahrungsmittelexperten sehr gut an. Gerne unterstützen wir diese Form der Berufsfindung“, ging Daniela Schmitt auch auf die Unterstützung durch das rheinland-pfälzische Wirtschaftsministerium ein, denn die Umsetzung des Projekts wird gefördert durch ihr Haus.

HwK: Bei der Jugend ankommen

Bei der Jugend ankommen – das stand auch im Mittelpunkt des zweiten HwK-Termins an diesem Tag. Denn eine wichtige Rolle bei der Nachwuchsgewinnung für das Handwerk spielen im Alltag die HwK-Experten der Ausbildungsberatung. Ihre Arbeit findet zum großen Teil vor Ort statt – also in den Handwerksbetrieben oder dort, wo sie Jugendliche und Schüler beraten. Der Weg dahin wird nun ganz im Sinne der HwK-Nachhaltigkeitsinitiative elektrisch zurückgelegt. Daniela Schmitt überreichte den ersten Schlüssel einer kleinen Fahrzeugelektroflotte, die ab sofort durch die Ausbildungs-Coaches auf ihrem Weg über die Straßen der Region genutzt werden kann. Die durch das Landeswirtschaftsministerium mitgeförderten Coachs können nun auf vollelektrische Dienstwagen zurückgreifen.

„Das ist moderne Mobilität und kommt gerade bei den Jugendlichen sehr gut an. Wir übernehmen damit Verantwortung im Sinne einer sauberen Mobilität und nutzen das natürlich auch als Imageträger des Handwerks“, stellt Hauptgeschäftsführer Ralf Hellrich dar. Unterstützt wird die Arbeit der HwK-Ausbildungs-Coaches auch durch die Agentur für Arbeit, Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland – „hier bündeln also das Wirtschaftsministerium, die Agentur und wir die Kompetenzen ganz im Sinne der Ausbildungsoffensive“, so Hellrich.

Handwerk: Deutlich weniger Lehrverhältnisse

Um diese und aktuelle Zahlen neu abgeschlossener Ausbildungsverträge drehte sich dann alles beim abschließenden Gespräch zwischen der HwK-Spitze und der Staatssekretärin. Dabei erläuterte der für Berufsbildung zuständige Geschäftsführer Bernd Hammes die Entwicklung: „Die Situation entspannt sich dank neu registrierter Lehrverträge zwar, doch noch sind es deutlich weniger Lehrverhältnisse im Vergleich zum Vorjahr. Hier müssen wir zusammen mit unseren Betrieben und den Partnern aus der Politik und der Arbeitsverwaltung noch kräftig trommeln, um die Chancen und Möglichkeiten im Handwerk weit hörbar darzustellen.

Die Corona-Krise mit ihren Kontaktbeschränkungen und zwangsweise abgesagten Praktika oder auch Ausbildungsmessen hat leider einen negativen Einfluss auf die Durchführung von Veranstaltungen oder Bewerbungskontakte zwischen Betrieben und Jugendlichen.“ Nun gilt es, diese Lücke zu schließen. „Die Fachkräftesituation im Handwerk war ja bereits vor Corona angespannt. Nun müssen wir umso mehr unternehmen, Jugendliche für eine Ausbildung im Handwerk zu gewinnen. Die heutigen Termine sind Teil dieses sehr komplexen und umfangreichen Programms“, fassen Hellrich und Krautscheid abschließend zusammen.

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