Müller erhält Preis für Zivilcourage

Hunsrück/Nahe. 27-Jähriger ging bei fremdenfeindlichen Angriff dazwischen - Innenminister Lewentz zeichnet »stillen Helden« aus

Innenminister Roger Lewentz zeichnet am heutigen Mittwoch den Idar-Obersteiner Aaron Müller mit dem Preis für Zivilcourage aus.Es geschah im März 2011: Eine junge Frau ist am Maler-Wild-Platz mit ihrer Freundin, einer dunkelhäutigen Französin und deren zwei kleinen Cousinen unterwegs, als die Gruppe von einem angetrunkenen Duo massiv und fremdenfeindlich angepöbelt wird. Die Frauen und Kinder gehen zunächst weiter, werden aber in Höhe des ehemaligen Geschäftes August Becker von den Verfolgern, einer damals 30-jährigen Frau und ihrem 36-jährigen Begleiter gestellt. Als die verbalen Attacken immer beleidigender werden (»Ab in den Busch, wo ihr hergekommen seid«), stellt sich die Freundin der Französin entschlossen gegen die Täter und wird brutal zusammengeschlagen.  Aaron Müller beobachtete  aus etwa 100 Metern Entfernung das Gerangel und zögert keine Sekunde. »Als ich sah, dass das betrunkene Paar der Gruppe folgte, merkte ich, das wird jetzt ernst.  Da bin ich ihnen nachgerannt. Ich habe früher Fußball gespielt und meine Sprintfähigkeiten wieder entdeckt«, so Müller, der eigentlich als Discjockey auf Mallorca arbeitet (Megapark, Bierbrunnen). Als er bei der Gruppe in der  August-Becker-Passage angekommen war bemerkte er, dass die Täterin mit einer Flasche bewaffnet war und ihr Begleiter mit einem Gürtel. »Jetzt bring ich die Nigger um«, soll der Brutalo gerufen haben. »Ich habe richtig Angst bekommen«, sagt Müller im WochenSpiegel-Gespräch. »Die beiden prügelten heftig auf die Frau ein, während ihre Freundin und die Kinder fliehen konnten«. Der 27-Jährige stellte sich zwischen Opfer und Angreifer. Dabei wurde  er selbst von dem rabiaten Schläger mit Wucht gegen eine Schaufensterscheibe gedrückt. »Gäste der gegenüberliegenden Eisdiele schauten zu, aber unternahmen nichts«, so Müller. Dann alarmiert doch noch jemand die Polizei, Der Preis, den er heute im Mainzer Landtag verliehen bekommt, ist bestimmt für Menschen, die nicht wegschauen, sondern mit ihrem persönlichen Einsatz Gewalt entschlossen entgegentreten. Foto: Klaus Desinger

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