Polizeikontrolle A 61: Mehrfach LKW aus dem Verkehr gezogen

Hunsrück/Nahe. Die Verkehrsdirektion Koblenz führte am Dienstag, 5. Oktober, zwischen 9 und 15 Uhr auf der A 61 (Parkplatz "Struth") eine großangelegte Kontrolle des gewerblichen Güterverkehrs durch. Das Resümee des Kontrolltages: Von 22 kontrollierten Fahrzeugen mussten insgesamt 11 beanstandet werden. Bei allen beanstandeten Fahrzeuge waren die Mängel derart schwerwiegend, dass die Weiterfahrt untersagt werden musste.

Aus den Beanstandungen resultierten 11 Anzeigen aus verschiedenen Bereichen des Verkehrsrechts, wie etwa mangelhafte Ladungssicherung, Geschwindigkeitsübertretungen oder technische Mängel. Neben 4 Mängelberichten und 5 Verwarnungen wurden weiterhin 13 Kontrollberichte erforderlich, da beispielsweise die gesetzlichen Lenk- und Ruhezeiten nicht eingehalten wurden. Zudem wurde in insgesamt 8 Fällen von Fahrzeugführern eine Sicherheitsleistung einbehalten, da diese keinen Wohnsitz in Deutschland hatten.

Durch den Einsatz von speziellen Diagnosegeräten war es den Kontrolleuren möglich die Steuergeräte der kontrollierten Fahrzeuge auszulesen. Hierbei konnte bei einer Sattelzugmaschine eines südosteuropäischen Unternehmens eine Manipulation der Gerätesoftware festgestellt werden. Durch den Eingriff wurde gezielt die AdBlue-Anlage des Fahrzeugs funktionslos geschaltet, was zu einer negativen Beeinflussung des Abgasverhaltens und erheblich höherem Schadstoffausstoß führte.

Gravierend: Mangelhaft gesicherte Stahl-Coils

Besonders gravierend war der Zustand eines osteuropäischen Lastzuges, welcher mit über 24 Tonnen Stahl-Coils beladen war. Ein Blick auf die Ladefläche ließ direkt erkennen, dass die jeweils gut 4 Tonnen schweren Coil nur unzureichend gesichert und schon auf den Ladeflächen von LKW und Anhänger verrutscht waren. Teilweise waren Spanngurte bereits gerissen. Überdies hatte einer der auf dem LKW verladenen Coil die Stirnwand der Ladefläche durchschlagen. Auf die Sachlage angesprochen entgegnete der Fahrer lediglich, dass er unmittelbar nach dem Beladen in Italien stark habe bremsen müssen. Dabei seien die Coil verrutscht und hätten die Stirnwand beschädigt. Sein Chef habe ihm dann gesagt, er solle die Tour nach Belgien trotzdem weiterfahren. Neben der mehr als mangelhaften Ladungssicherung waren an dem Anhänger zudem mangelhafte Reifen festzustellen. Drei der vier Reifen zeigten unzureichendes Profil und Beschädigungen, so dass diese gewechselt werden mussten. Die Tour war selbstverständlich auf dem Parkplatz zu Ende. Fahrer und Unternehmen wurden beanzeigt.

Polizeihauptkommissar Christian Busch von der Verkehrsdirektion Koblenz leitete die Kontrollmaßnahme. Am Ende der Kontrollzeit merkte er gegenüber den eingesetzten Kräften an: "Das Ergebnis des Kontrolltages zeigt erneut, dass eine intensive und dauerhafte polizeiliche Kontrolle des gewerblichen Güterverkehrs unerlässlich ist. Im Interesse der Verkehrssicherheit und zum Wohl der Allgemeinheit."

Die Kontrollmaßnahme der Schwerverkehrskontrollgruppe der Verkehrsdirektion wurde durch weiteres kontrollerfahrenes Personal anderer Polizeipräsidien aus Rheinland-Pfalz unterstützt, so dass insgesamt 40 Beamte im Einsatz waren.

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