3 Kommentare

Tödlicher Jagdunfall: Dritter Verhandlungstag

Hunsrück/Nahe. Am dritten Termin im Prozess um den tödlichen Jagdunfall in Dalberg sagten weitere Zeugen aus. Im Amtsgericht von Bad Kreuznach wurden fragwürdige Beobachtungen und Feststellungen von verschiedener Seite betont. Der Ausgang des Verfahrens bleibt weiter offen.

Richter Eugen Birnbaum eröffnte die Sitzung. Zuerst wurde der leitende Ermittler in der Sache als Zeuge vorgeladen. Er berichtete vom Obduktionsergebnis, der Spurensicherung im Waldgebiet von wo aus der tödliche Schuss abgegeben wurde und der Hausdurchsuchung des Schützen.

Es ging auch um den Pachtvertrag über die bejagbare Fläche. Der Vertrag weist dem Jagdleiter die Jagdfläche zu, auf der auch das Grundstück der getöteten Seniorin liegt.  Auf die Frage des Richters, ob das gepachtete Gelände bejagbar sei, antwortete der damalige Jagdnachbar des angeklagten Jägers: "Verwaltungstechnisch, ja, tatsächlich, nein." Die Unfallverhütungs- und Jagdvorschriften könne man an diesem Stand nur schwer einhalten.

Zudem gab es ein hitziges Telefonat einige Zeit nach dem Unglück zwischen dem Jagdleiter und dem jetzt Angeklagten. In dem erzählte der Jäger wohl von seinem vermeintlichen Sturz, der den tödlichen Schuss ausgelöst haben will. Doch dass dem Jagdleiter dieses wichtige Telefonat nicht am nächsten Tag, in der ersten Vernehmung bei der Polizei, sondern erst in einer Nachvernehmung einfällt, lässt Fragen offen.

Abschließend schilderte ein Paar seine Beobachtungen von seinem Wohnzimmer aus, nachdem der tödliche Schuss abgegeben wurde. Auf dem Grundstück der Getöteten habe sich dann die Jagdmannschaft gesammelt. Frau und Ehemann wunderten sich darüber, dass einer der Jäger ein erlegtes Schwein vom Hang oberhalb des Hauses der alten Frau nach unten an ein Einfahrtstor schaffte. Und ein anderer soll mit seinen Schuhen Laub um den Jagdstand des Todesschützen im Wald verwischt haben.

Als wichtiger Zeuge soll der damalige Jagdleiter am nächsten Verhandlungstermin am 5. September aussagen.

Artikel kommentieren

Kommentar von Waldwahrheit
Hallo Frau Effner,

lassen Sie sich nicht beirren. Der Kommentar von Herrn Kunze zeigt nur die perfide Denkweise einer Personengruppe die die Lust am töten von Tieren unter dem Deckmantel der Hege betreibt. Dabei zeigt auch z.b der Einsatz von Fangeisen, Schliefenanlagen, der brutalen Baujagd bis hin zu den illegalen Abschüssen von Lux und Wolf wie es um die angebliche Liebe zur wilden Natur bestellt ist. Der Wildbestand wird durch Anfütterung künstlich hochgehalten damit es möglichst viel zu ballern gibt. Besonders an der Schwarzwildpopulation kann man sehen wie erfolgreich das Wildmanagement ist. Die wenigen wirklich ökologisch handelnden Jäger werden innerhalb der Jägerschaft eher als Nestbeschmutzer gesehen als das man sich einer wirklich nachhaltigen und naturnahen Bewirtschaftung annähert. Die Jagd wie sie in der Regel in Deutschland praktiziert wird, ist nicht nur unnötig sie ist ein Teil des Problems. Der Gerichtsprozess weist übrigens bisher darauf hin, dass hier versucht wurde eine, zumindest, grobe Fahrlässigkeit zu verschleiern. Da ist der Jäger ja auch geübt: Verstöße werden im Jagdalltag gerne ( zumeist mit Hilfe eines Spatens oder falscher Behauptungen) vertuscht. Hauskatzen stellen im übrigen ein eher geringes Problem für Vögel da. Das bestätigt auch der Nabu. Stubentiger jagen eher zur Beschäftigung und nicht zur Deckung ihres Lebensbedarfs. Flächenverbrauch, Pestizideinsatz und Insektensterben sind hier viel eher ein Problem.
Kommentar von T.Kunze
Hallo Frau Effner Sieglinde,
Ihre Frage kann ich Ihnen einfach und schlicht beantworten:
Weil es nötig ist.
Es gibt sogenannte Kulturfolger unter den Wildtieren. Wenn sie sich nur kurz mit der Materie vertraut machen, werden sie schnell feststellen, dass die Jagd aus unterschiedlichen Gründen nötig ist.
Aus ihrem Kommentar erkenne ich, dass die Stadtbewohnerin sind, keinen Garten besitzen und eine Katze als Haustier halten. Zum Thema Geschossene Haustiere muss ich anmerken: wenn Katzenhalter ihre Tiere auf ihrem Grundstück/in der Wohnung halten würden, gäbe es keine geschossenen Katzen. Wenn jedoch die Katzen frei gehalten werden und damit die Vogelpopulation (vor allem die Bodenbrüter) als Kollateralschaden der Haustierhaltung hingenommen werden ist eine geschossene Katze eben der Kollateralschaden des Jägers bei der Beobachtung und Hege der Vogelwelt. Verstanden? Eigentlich ganz einfach...
Ich halte meinen Hund, mein Schaf und co. Auch nicht auf Nachbars Wiese.
Viele Grüße und Waidmannsheil!
Kommentar von Effner Sieglinde
Warum wird die Jagd zumindest in kleineren Gebieten und in der Nähe von bewohnten Orten nicht ganz verboten? Wie viele Haustiere fallen noch diesen Hobbytiermördern zum Opfer ?