Kai Brückner

Überraschungssieg: Lezius schlägt Körper

Hunsrück/Nahe. Überraschungssieg im Wahlkreis 202: Das Direktmandat erringt CDU-Kandidatin Antje Lezius (Foto Mitte), die erstmals als Kandidatin im Wahlkreis antrat. Sie erhielt 41,4 Prozent der Erststimmen. Der CDU-Kandidatin geschlagen geben musste sich Fritz Rudolf Körper (SPD), der seit 1990 als Direktkandidat der SPD an der Nahe antritt. Er erhielt 37,6 Prozent der Erststimmen.

Bei den Zweitstimmen erreicht die CDU mit 41,1 Prozent der Stimmen das höchste Ergebnis vor der SPD, auf die 31,4 Prozent entfallen.

Nach der verheerenden Niederlage der SPD kündigte Fritz Rudolf Körper soeben gegenüber dem WochenSpiegel seinen Rückzug aus der Politik an. "Ich habe mein Ziel nicht erreicht. Ich wollte den 5. Ball versenken (zum 5. Mal in den Bundestag einziehen, Anm. d. Red.), das ist mir nicht gelungen. Ich habe gegen den starken Trend der CDU / CSU angekämpft. Zwar habe ich rund 38 Prozent der Erstwählerstimmen erzielt, doch das hat leider nicht gereicht", so Körper. Er gratuliere recht herzlich der Gegenseite. "Ich bin enttäuscht und das bedeutet das Ende meiner politischen Karriere. Ich werde das Mandat nicht mehr haben".

 

Die weiteren Ergebnisse der Direktkandidaten:

FDP - Klaus-Jürgen Friedrich: 2,9 Prozent.

Die Grünen - Stefan Boxler: 4,4 Prozent.

Die Linke ? Wolfganag Kleudgen: 5,2 Prozent.

Piraten Partei ? Claudia Frick: 2,3 Prozent.

Freie Wähler ? Bernhard Alscher: 4,0 Prozent.

NPD ? Markus Walter: 1,4 Prozent.

Parteilos ? Franz Jansen: 0,7 Prozent.

 

Das Zweitstimmenergebnis im Wahlkreis 202:

CDU: 41,1 Prozent.

SPD: 31,4 Prozent

FDP: 5,5 Prozent.

Grüne: 6,3 Prozent.

Die Linke: 5,8 Prozent.

Piraten: 1,8 Prozent.

AfD: 4,7

Freie Wähler: 1,3 Prozent.

NPD: 1,1 Prozent.

Pro Deutschland: 0,2 Prozent.

pdv: 0,2 Prozent.

Neueinsteigerin schlägt Polit-Profi

Während Antje Lezius (53 Jahre alt) erstmals für die CDU als Direktkandidatin im Wahlkreis 202 ins Rennen ging, kandidierte der SPD-Politiker Fritz Rudolf Körper (58 Jahre alt) bereits mehrfach dafür. Der Rehborner ist Berufspolitiker und gehört seit 23 Jahren dem Bundestag an, die Unternehmensberaterin aus Idar-Oberstein macht erst seit ihrer Entscheidung, als Direktkandidatin anzutreten, also seit rund einem Jahr Politik.

Körper trat erstmals 1990 als SPD-Direktkandidat an und errang vier Mal in Folge die meisten Erststimmen. Erst 2005 gelang es Julia Klöckner, der heutigen CDU-Landesvorsitzenden, das Mandat für die CDU zu erobern. Während der Vorsprung vor Körper 2005 noch knapp war (43 zu 41,7 Prozent), verpasste die CDU-Politikerin ihrem SPD-Konkurrenten bei der Bundestagswahl 2009 eine echte "politische Klatsche": Klöckner fuhr ein Spitzenergebnis von 47 Prozent der Erststimmen ein, während Körper mit 28,7 Prozent im Vergleich zu 2005 satte 13 Prozent der Stimmen verlor.

In den Bundestag zog Körper 2005 und 2009 trotz des Verlustes des Direktmandates trotzdem ein, und zwar über die SPD-Landesliste, auf der er beide Male weit vorne stand. Das ist in diesem Jahr anders: Körper rangierte auf Platz 12 (von 15) der Liste. Mit dieser Position zieht er ohne den Gewinn des Direktmandates nicht mehr in den Bundestag ein.

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