Was ist alles möglich in 72 Stunden

Hunsrück/Nahe. Weit über 300 Kinder und Jugendliche waren zusammen mit vielen Ehrenamtlichen im Einsatz bei der 72-Stunden-Aktion im Rhein-Hunsrück-Kreis. Sie berührten viele Menschen in der Region mit ihrem Engagement. Der Koordinierungskreis im Dekanat Simmern-Kastellaun begleitete zehn Gruppen im Landkreis, die sich an der inzwischen bundesweiten Sozialaktion „72 Stunden - uns schickt der Himmel“ des BDKJ beteiligten.

Ein Teich und eine Neugestaltung der Kräuterspirale waren auf der Rückseite des Hauses das Ergebnis der 72 Stunden in Emmelshausen. Diakon Jörg Hoffmann mit dem grünen Daumen war neben den Ehrenamtlichen die große Stütze für das Projekt, ist sich Carsten Kling sicher. 

In einem Altenheim aktiv waren die Messdiener aus Sohren. Waffelduft begrüßt einen an der sonnigen Baustelle. Gemalert und gewerkelt, mit den Senioren geredet, mit ihnen gegessen und gebacken und ihnen vorgeturnt - alles geschieht nebeneinander. Für alle ihre Arbeiten hatten sie Spenden zusammengetragen und sich einen umfangreichen Plan erstellt. Höhepunkt und Abschluss war ihre gemeinsame Teilnahme am Friedenslauf nach getaner Arbeit im Altenheim.

Wenn sich die Pfadfinder an einem Altenheim engagieren, darf es auch gerne ein Gartenprojekt sein, wie in Rheinböllen. Die Jüngeren bauten Nistkästen und eine Informationstafel, während die Älteren den Ziegen eine neue Klettermöglichkeit mit Unterstand bauten. Hierfür fanden sie Materialien bei vielen Firmen der Verbandsgemeinde. Zusammen mit den Messdienern waren sie wahre Soonwaldhelden für die Bewohner und die Ziegen, die sich über die Abwechslung freuten.

Der zweite Pfadfinderstamm der DPSG im Hunsrück war im Erlebnis- und Erholungsgelände „Im Ried“ in Sohren aktiv. Dort war auch die Gehörlosengemeinde des Bistum Trier zu Gast. Neue Sitzgarnituren, Rutsche und eine Wellnessliege verschönern nun das Gelände und die Hütten glänzen mit ihrer neuen Lasur. Von überall bekamen sie Hilfe und Unterstützung und arbeiteten Hand in Hand. Begeistert waren alle über die Unterstützungs- und Spendenbereitschaft.

In die Jahre gekommen ist die „Eich“, ein geschichtsreiches Naherholungsgebiet in Simmern. Dem wollten die Jugendlichen aus der Pfarrei St. Josef ein Ende bereiten. Zuversichtlich nahmen sie den Auftrag an, mit Unterstützung des Bauhof, Simmerner Firmen, Nachbarn und Anwohnern die unterschiedlichsten Denkmäler und Plätze wieder auf Vordermann zu bringen. Sie luden zu einer gemeinsamen Begehung und Picknick alle Anwohner von der Schlicht und der Eich ein. „Das sollte uns motivieren, daran weiterzuarbeiten und mehr daraus zu machen“, waren sich einige Anwohner einig.

Malteserjugend und die Messdiener aus Biebern hatten sich zusammen angemeldet. Sie erhielten vom Koordinierungskreis ein vielfältiges Projekt in Wüschheim: Die Größten kümmerten sich um den Bouleplatz, Pizzaofen und die Schutzhütte, das Kreuz zu restaurieren samt dem Gelände war dann Auftrag der Jugendlichen und die Jüngsten bauten Nistkästen aller Art und verteilten sie entlang der Wanderwege. Der Hüttenaufbau war nicht so einfach, obwohl Uwe Adam sich voll reinkniete. Was Kinder und Jugendliche  alles auftreiben können für eine Tombola, zeigte sich dann beim großen Fest. So gab es unter anderem einen Flug mit dem Heißtluftballon zu gewinnen.

Das Jugendzentrum am Zug (Kirchberg) legte sich am Freitagnachmittag im Gemeindewald von Kirchberg so richtig ins Zeug. Unter Anleitung des Revierförster übernahmen sie unterschiedlichste Aufgaben. Am Samstagnachmittag trafen sie sich, um einen Konzertabend auf der Open Stage des Marktplatzes vorzubereiten. Dabei traten unterschiedlichste Nachwuchskünstler und Gruppen aus Kirchberg und Umgebung auf.

Am Kindergarten in Laufersweiler war die jüngste Gruppe im Einsatz. Sie bauten nicht nur ein Insektenhotel, sondern gestalteten die Sandflächen für die Kinder neu und pflanzten Bäume und Sträucher. Das Projekt brachte Kinder und Jugendliche im Dorf zusammen, die bislang wenig Kontakt und auch keinen festen Treffpunkt im Dorf haben.  

Internationalen Charakter hatte das Projekt für crossport to heaven und das Jugendzentrum Sohren. Hier lag die Herausforderung in der raschen gemeinsamen Organisation. Die Jugendlichen mussten sich kennenlernen und ihre Aufgaben gut miteinander abstimmen. Sie organisierten in 72 Stunden einen Spendenlauf mit über 50 spontanen Teilnehmern für mehr Frieden in Europa. Die Strecke führte vom crossport to heaven nach Sohren „im Ried“. Der Erlös kommt einer Kinder- und Jugendeinrichtung in Bosnien-Herzegowina zu gute. Diese werden die Jugendlichen im Rahmen der Jugendbegegnung im Sommer besuchen.

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