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Ende des Jahres ist Schluss: Das Markthaus schließt

Bad Kreuznach Stadt. Die Konkurrenz aus dem Netz ist zu stark: Zum Jahresende 2019 schließt das Markthaus der Stiftung Kreuznacher Diakonie seine Pforten. Der Grund: Mangelnde Kostendeckung.

Mit gebrauchten Möbeln, Second-Hand-Kleidung und Waren aus zweiter Hand lassen sich die Arbeitsplätze von neun Menschen mit Beeinträchtigung auf Inklusionsarbeitsplätzen sowie zehn weiteren Mitarbeitenden nicht tragen, erläutert Markthaus-Leiter Michael Ottenbreit. Die Zeiten haben sich geändert: "Für gut erhaltene Ware nutzen die Leute Plattformen wie Ebay-Kleinanzeigen oder Kleiderkreisel." Das Internet unterstützt die Tendenz, ausgemusterte Waren weiter zu nutzen. „Ein sinnvoller Trend“, findet Ottenbreit, „allerdings bleibt für das Markthaus häufig nur die mindere Qualität – und die findet wenig Kunden.“ Zudem können Kleidung und Möbel heutzutage allgegenwärtig und zu sehr kleinem Preis neu gekauft werden. Das Markthaus, das für die Angestellten Tariflöhne der Diakonie Deutschland bezahlt, die höher sind als im Einzelhandel, kann nicht mithalten.

Der Entschluss, die Türen endgültig zu schließen, ist nicht leicht gefallen. Trotz wachsender Besucherzahlen in den vergangenen Jahren ist der Umsatz nicht gestiegen. „Wir können das Markthaus nicht auf Dauer bezuschussen“, erklärt Rüdiger Schneiß, Leiter des Geschäftsbereichs Arbeit und Qualifizierung. „Stattdessen möchten wir uns auf zukunftsträchtigere Felder konzentrieren.“ Allen Mitarbeitenden und Inklusionsbeschäftigten werden alternative Arbeitsplätze angeboten. Auch für das Gebäude gibt es bereits Pläne: Es bietet Raum, um Menschen mit Behinderung moderne, digitale Arbeitsplätze anzubieten. Wegen der bevorstehenden Schließung nimmt das Markthaus ab sofort keine Kleider- und Möbelspenden mehr an.

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Kommentar von Anne
Ich habe es heute erst gehört, es wundert mich allerdings nicht, wenn ein Konzept, was 1997 mal im Allgäu konzipiert wurde - ich war dabei - inzwischen nicht mehr klappt. Es müßte ein wenig geändert werden, dann könnte es fortgesetzt werden - leider scheint es zu spät zu sein.
Unser Verein sucht soooo lange solch ein tolles Objekt, ich würde mir so sehr wünschen, dass wir auch mal so eine Chance bekommen, wo Bürger echt kämpfen drum.
Kommentar von R.N.
ich habe es gestern erfahren
es ist sehr sehr schade
ich bin gerne hin gegangen und habe immer eine Kleinigkeit gekauft
auch habe ich Sachen von meinem Mann ect. abgegeben
ebenfalls das kleine Cafe habe ich gerne besucht
vielleicht hätte man mehr Werbung machen sollen
Kommentar von Wolf
Das ist wirklich erschreckend zu hören. Diese Einrichtung gibt gute Arbeitsplätze, verringert Sperrmüll und Müll und macht weniger Neuware nötig. Es bringt verschiedene Menschen zusammen und ist einfach ein Stück lokale Kultur.
Genau so etwas ist der letzte Grund für mich, weiterhin evangelische Kirchensteuer zu bezahlen. In die Kirche gehe ich nicht mehr.
Was kommt als nächstes? Werden die Eremitage oder das Diakoniekrankenhaus verkauft?
Ich bin enttäuscht.
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