Randfall-Theater geht mit "Lysistrata" auf Mini-Tour

Gastspiele in Bingen, Kirn, Neustadt und Koblenz

Bad Kreuznach Stadt. Erstmals seit langem geht der Verein für eine neue Produktion mit mehr neuen Schauspielern denn mit bewährten Kräften an den Start – und das ausgerechnet für ein sehr personalintensives Stück.

Mit jeder Menge frischem Personal wagt sich der Theaterverein Randfall Productions -
Kulturpreisträger der Stadt Bad Kreuznach 2011 - an den Klassiker "Lysistrata". Aber nicht in der klassischen Version von Aristophanes, sondern in der schwul-frauenbewegten Abwandlung des Comic-Zeichners Ralf König ("Der bewegte Mann"). Nach drei erfolgreichen Vorführungen in Bad Kreuznach geht es nun auf eine Mini-Tournee nach Bingen, Kirn, Neustadt/Weinstraße und Koblenz. Abschluss soll im März in Bad Kreuznach sein.

Gleich 18 Frauen und Männer stehen dann auf der Bühne. Und alles fängt an wie bei Aristophanes im altgriechischen Original, das während des peloponnesischen Krieges Ende des 5. Jahrhunderts vor Christus spielt. Die beiden griechischen Vormächte Athen und Sparta bekriegen sich seit vielen Jahren. Die Chancen auf Frieden sind längst dahin. Den Frauen Athens und Spartas reicht das: „Gestern kam er mit nur einem Arm nach Hause: langsam finde ich das nicht mehr lustig“, beschwert sich eine Athenerin bei einem konspirativen Kaffeekränzchen, zu dem ihre Nachbarin Lysistrata, die Namensgeberin des Stücks, eingeladen hat. Und ihr sprechender Name heißt übersetzt nicht zufällig "Die den Krieg Verhindernde".

Königs gleichnamiger Comic, auf dem das Stück basiert, stammt aus den 80er-Jahren, als Deutschlands Schwule noch mit heftiger Diskriminierung zu kämpfen hatten, sich die mögliche Liberalisierung aber schon als Silberstreif am Horizont abzeichnete. Entsprechend sind Lysistrata und Lampito wie auch ihre schwulen Widersacher als Politaktivisten gezeichnet und werden von Randfall-Regisseur Maik Hempelmann auch so umgesetzt.

 

Nicht jugendfrei

Immer wieder werden aktuelle Bezüge durch einfache Tricks hergestellt: Da hat zum Beispiel ein attischer Soldat doch tatsächlich ein Funkgerät am Mann, das verrät, dass Lysistrata auch bei den G20-Protesten im vergangenen Jahr dabei war. Auch wird die altgriechische Kostumierung immer wieder mit moderner Kleidung durchbrochen. Da das Thema Sex eine sehr wichtige Rolle im Stück spielt, weist Produzent Stefan Butz darauf hin, dass die Vorführungen für Minderjährige nicht empfohlen werden. Butz hat selbst eine Hauptrolle übernommen. Als Lysistrata steht Alexandra Backes auf der Bühne.

Die Tourtermine

In Bingen tritt die Gruppe am Samstag, 19. Januar, 20 Uhr, auf der Binger Bühne auf. Am nächsten Tag schon, am Sonntag, 20. Januar, geht es nach Kirn, wo sich auf der Kyrburg um 16 Uhr der Vorhang hebt. Und am Samstag, 26. Januar, 20 Uhr, tritt das Randfall-Theater in Neustadt an der Weinstraße im Theater in der Kurve im Stadtteil Hambach auf. Mit einer Koblenzer Spielstätte laufen für März noch Verhandlungen. Danach soll es noch einmal eine Dernière in Bad Kreuznach geben.

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