Emmelshausen steigt ab

Hunsrück/Nahe. Nun sind die Entscheidungen für die Fußball-Oberliga-Teams des Hunsrücks doch schneller gefallen, als man gehofft hatte. Der TSV Emmelshausen muss nach der 1:2-Heimniederlage gegen die TuS Koblenz absteigen in die Rheinland-Liga, der FC Karbach konnte trotz einer 3:1-Niederlage beim Oberliga-Meister Rot-Weiß Koblenz doch noch den 12. Platz in der Abschlusstabelle halten.

Von Arno Boes.

„Das wird schon schwer mit dem Klassenerhalt“, meinte TSV-Abteilungsleiter Reinhold Retzmann Mitte der ersten Halbzeit. „Völklingen trifft auf starke Mannschaften in der Relegation, u.a. auf die Stuttgarter Kickers. Aber man soll die Hoffnung ja nie aufgeben.“ Zu diesem Zeitpunkt hatte der TSV auch noch alle Berechtigung dazu. Denn bereits in der 11. Minute war man vor 820 Zuschauern gegen die TuS in Führung gegangen. Einen schnell ausgeführten Freistoß von Tobias Lenz über gut 40 Meter flankte Delil Arbursu in den Strafraum zu Eric Peters, der den TuS-Torhüter Husic mühelos bezwang. Mit dieser Führung ging es auch in die Pause. Zu diesem Zeitpunkt lag Emmelshausen noch auf Platz 15, der im Falle eines Völklinger Relegationserfolges zum Verbleib in der Oberliga gereicht hätte.

Völklingen selbst lag in der Halbzeit mit 5:0 gegen Absteiger Idar-Oberstein in Führung, womit für die TuS theoretisch kaum noch eine Möglichkeit bestand, auf den dritten Platz und damit in die Relegation vorzurücken. Trotzdem erhöhten sie den Druck im zweiten Durchgang, der TSV kam kaum noch aus der eigenen Hälfte heraus. In der 58. Minute gelang dem Ex-Karbacher Kabashi der Ausgleich, was auch noch für den TSV gereicht hätte. Als die TuS vier Minuten später auf 1:2 erhöhte, musste der TSV noch einmal alles nach vorne werfen. Es ergaben sich auch Chancen, die beste davon hatte erneut Eric Peters, dessen Seitfallzieher das bereits leere TuS-Tor nur um Zentimeter verfehlte. Es blieb am Ende bei der TSV-Niederlage und auch die wenigen Minuten, in denen man auf das Ergebnis aus Ludwigshafen warten musste, waren eher deprimierend. Dort führte der direkte Konkurrent Jägersburg mit 2:3 und dabei blieb es auch. Damit verdrängten die Saarländer aufgrund ihres besseren Torverhältnisses noch den TSV auf Platz 16, der den Abstieg der Hunsrücker besiegelt.

Die Enttäuschung war natürlich groß, auch wenn von vielen Seiten und nicht zuletzt von Team und Trainer der TuS Koblenz große Anerkennung für die Emmelshausener kam. Die waren sich die ganze Saison über ihrer Einstellung treu geblieben, jedes Spiel mit großer Motivation und Spaß anzugehen und sich nicht durch selbstgesteckte Ziele unter Druck zu setzen. Damit hat das Team von Trainer Julian Feit sich viele Sympathien im Laufe der letzten Monate erarbeitet und kann jetzt auch mit berechtigtem Stolz trotz des Abstiegs auf sein erstes Oberligajahr zurückblicken.

Karbach erlebte sein viertes Jahr in der fünfhöchsten Klasse des deutschen Fußballs. Nach den Rängen drei, sechs und zehn in den Vorjahren mag der nun erreichte zwölfte Tabellenplatz einen Negativtrend bestätigen. In der Tat hatten die Quintinsberger in diesem Jahr verstärkt Probleme durch längere verletzungsbedingte Ausfälle von Leistungsträgern, konnten diese nicht immer durch den relativ kleinen Kader kompensieren. Aber auch das immer wieder von Trainer Torsten Schmidt angeführte außerordentlich hohe Spielniveau der Liga dürfte dazu beigetragen haben, dass es diesmal „nur“ zu 45 Saisonpunkten reichte. Immerhin bleibt man in der Liga und hat bereits für die nächste Saison vielversprechende Verpflichtungen für den Kader vorgenommen.

Das Spiel beim vorher schon feststehenden Oberliga-Meister Rot-Weiß Koblenz endete mit 3:1 für die Schängelstädter. Zur Pause führten die mit 1:0, dann aber erhöhten sie in der 52. Minute auf 2:0 und vier Minuten vor Spielschluss noch auf 3:0. Der Ehrentreffer für die Karbacher in der Schlussminute zum 3:1 hatte da nur noch statistischen Wert, denn durch die Niederlage der Ludwigshafener gegen Jägersburg zogen die Chemiestädter nicht mehr an Karbach in der Tabelle vorbei.

Eine aufregende Oberliga-Saison geht damit für den Hunsrück-Fußball zu Ende. Leider hat es für Aufsteiger Emmelshausen nicht zum Klassenerhalt gereicht, aber Karbach darf sich auf seine fünfte Saison freuen. In einer der nächsten Ausgaben des WochenSpiegel werden wir noch einmal auf die Spielzeit 2018/19 zurückblicken.

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