Idar-Obersteiner Tafel bietet Lieferservice an

Wie Mara und Max helfen

Idar-Oberstein Stadt. Die Kunden der Tafel in Trägerschaft der Stiftung Kreuznacher Diakonie würden sich wundern, wenn sie jetzt die ihnen normalerweise vertrauten Räume betreten würden. Wo vor wenigen Wochen noch die gespendeten Lebensmittel in den Regalen standen, wo sie die Reihen entlang gehen konnten, um sich die Waren selbst anzuschauen und auszuwählen, herrscht morgens erstmal gähnende Leere. Die Tafel hat ihre Arbeit umgestellt.

Mit Hilfe von „Aktion Mensch“ wurde ein Lieferservice eingerichtet. Junge Ehrenamtlicher machen die Umsetzung der Idee möglich. Wenn am Vormittag die ehrenamtlich Mitarbeitenden anrücken, sind das oft junge Menschen wie Mara und Max, die vor Beginn ihrer Ausbildung stehen oder dank digitalem Studium gerade freie Zeit haben und diese sinnvoll nutzen wollen. Für die bisherigen meist älteren Ehrenamtlichen, die allen Nutzern der Tafel vertraut waren, war und ist das Ansteckungsrisiko mit Corona zu hoch. Daher ist die Leiterin der Tafel und des Tagesaufenthalts Horizont, Tanja Schweizer, auch froh über die freiwillige Unterstützung von Schülern, Studenten und einigen Frauen aus der Schmuckbranche, die sich im Moment zur Verfügung stellen. Ihre Aufgabe besteht darin, für die mehr als 140 Haushalte, die über die Tafel versorgt werden, Lebensmittel in Kisten zu packen. Ein Teil dieser Kisten wird nach Absprache direkt vor Ort abgeholt, für alle anderen geht es in das Tafel-Fahrzeug. Sie werden bis vor die Haustür der Kunden gefahren.

Förderung durch "Aktion Mensch"

„Die Arbeit der Tafel hat sich von heute auf morgen völlig verändert“, berichtet Tanja Schweizer. Dank der finanziellen Unterstützung durch die „Aktion Mensch“, die den neuen Lieferservice mit 24.700 Euro fördert, können all diejenigen, die es nicht schaffen, die gepackten Kisten in der Amtsstraße in Idar-Oberstein abzuholen, trotzdem versorgt werden. „Wir hatten in den letzten Wochen schon Familien in Quarantäne, die natürlich nicht selbst kommen konnten – in der Regel richtet sich das Angebot aber an die älteren Menschen, denen es aufgrund gesundheitlicher Probleme oder der eingeschränkten Fahrpläne der öffentlichen Verkehrsmittel nicht möglich ist, zu uns zu kommen.“ Zum Glück ist die Bereitschaft, Lebensmittel zu spenden, ungebrochen und daher haben Mara und Max an diesem Morgen keine Probleme, die Kisten zu bestücken. Ein kleiner Klebe-Zettel am Regal gibt ihnen darüber Auskunft, wie viele Kisten genau gepackt werden müssen – inklusive Unterscheidung zwischen Single- und Familienkiste und mit oder ohne Schweinefleisch-Produkte. Nelli  und Viktor Luft, ein älteres Geschwisterpaar aus Idar-Oberstein, profitiert vom Lieferdienst und ist dafür ausgesprochen dankbar. „Das ist eine große Hilfe für uns“, betonen die beiden und sie freuen sich sichtlich über den Inhalt der eben gefüllten Kisten. Fast noch wichtiger scheint ihnen aber der ganz kurze Plausch mit den Lieferanten zu sein, bei dem sie ihre Rührung und die Dankbarkeit für die „Engel der Tafel“ zum Ausdruck bringen.

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