Zeit für den Hundeführerschein

Beißattacke in Idar-Oberstein

Idar-Oberstein Stadt. Im Zusammenhang mit dem Angriff eines Hundes auf eine Radfahrerin in Idar-Oberstein fordert die Tierrechtsorganisation PETA, dass Halter einen Hundeführerschein absolvieren sollten.

Es war nicht der erste Fall in der Region, bei dem ein Vierbeiner Menschen angriff: Am Tag vor Heiligabend attackierte ein kleiner Hund, der sich von der Leine losgerissen hatte, eine Radfahrerin in einem Waldgebiet im Tiefensteiner Staden und biss zu.  Der Halter meldete sich dann am Abend des 1. Weihnachtstags bei der Polizei, die den Sachverhalt nun genauer ermittelt.

Problem liegt beim Halter, nicht beim Hund


„Meist liegt das Problem nicht beim Hund, sondern am anderen Ende der Leine“, so Jana Hoger, Fachreferentin für tierische Mitbewohner bei PETA. „Viele Halterinnen und Halter können das Verhalten, die Signale und die Körpersprache ihres Vierbeiners nicht richtig deuten und einschätzen. Somit ist die wahre Ursache für Beißattacken bei ihnen zu suchen – nicht beim Tier. Jeder Hund, der falsch gehalten oder behandelt wird, kann zu einer Gefahr für Mensch und Tier werden – unabhängig davon, ob er einer ‚Rasse‘ angehört oder ein ‚Mix’ ist.“ Der Hundeführerschein sieht vor, dass potenzielle Halter schon vor der Anschaffung eines Vierbeiners die theoretischen Grundlagen im Umgang mit den Tieren lernen, sich das notwendige Wissen über eine tiergerechte Haltung und bezüglich der Kommunikation zwischen Mensch und Hund aneignen. Daran schließt sich ein Praxisseminar in einer Hundeschule an. In Niedersachsen ist der Hundeführerschein bereist seit 2013 verpflichtend. Seitdem gab es weit weniger Vorfälle mit Beißangriffen. Einer Umfrage zufolge sprechen sich 65 Prozent der Deutschen für diese Lizenz aus.

Häufig Fehlinterpretaionen des Hundes


»Ein verpflichtender Hundeführerschein hat einen weiteren Vorteil: Er kann Menschen, die sich noch nicht ausführlich mit der Hundehaltung auseinandergesetzt haben, von einem eventuellen Impulskauf abhalten. Jedes Jahr landen 80.000 Hunde in deutschen Tierheimen, darunter sehr viele Tiere, die unüberlegt angeschafft wurden«, heißt es von Seiten der Tierrechtsorganisation. Wo es Hundeschulen gibt, erfahren Sie bei den örtlichen Tierheimen. Hintergrund: Hunde sind nicht von Natur aus aggressiv. Viele Beißattacken lassen sich auf Fehlinterpretationen des Verhaltens der Tiere zurückführen, aber auch eine falsche Haltung oder gewaltsame Erziehung können die Ursache sein. TV-Hundeprofi Martin Rütter befürwortet den Führerschein: »Das ist die Lösung schlechthin. Da ließen sich mit einer relativ kurzen Schulung der Grundkenntnisse erheblich verbessern«, so der Experte.

Kommentar von Klaus D. Desinger:

An der belgischen Nordseeküste wurde vorige Woche ein kleiner Seehund von einem freilaufenden Hund totgebissen. Dabei gilt auch dort am Strand eine Leinenpflicht. Immer wieder kommt es zu lebensgefährlichen Attacken von Vierbeinern auf andere Lebewesen. Fatal: Die meisten Hundehalter glauben, dass sie den Umgang mit Bello & Co beherrschen. Weit gefehlt! Daher fordert auch TV-Hundeprofi Martin Rütter die Einführung des  Führerscheins für die Besitzer der Tiere. Dem schließe ich mich absolut an.

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AOK zieht sich aus Cochem zurück

Cochem. Herber Schlag für die Kreisstadt Cochem: Die AOK, einzige Krankenkasse die noch ihre Büros in Cochem hatte, schließt nach WochenSpiegel-Informationen die Geschäftsstelle Ende Februar für immer.  Dies bestätigt AOK-Pressesprecher Jan Rößler gegenüber dem Cochemer WochenSpiegel. Ausschlaggebend für die Überlegungen waren demnach auch die Erfahrungen und Folgen der Corona-Pandemie. Jan Rößler: »Die Beratung am Standort Cochem endete am 16. März 2020 aufgrund der eingetretenen Corona-Pandemie. Aufgrund des geänderten, generellen Kundenverhaltens schon weit vor der Pandemie, eben in Richtung digitaler und telefonischer Kontaktkanäle, wird die Beratung in Cochem, als kleinerer Standort, nicht wieder aufgenommen.« Die Beratung der Mitglieder der AOK soll nun unter anderem durch Kundenberaterinnen und Kundenberater auch zu Hause im Rahmen des Außendienstes erfolgen. Alle Arbeitsplätze bleiben, nach Angaben von AOK-Pressesprecher Jan Rößler, in der Region erhalten. »Nach Beendigung der Beratungsstelle Cochem sind alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im nächst erreichbaren Kundencenter (etwa Daun, Simmern, Mayen) weiterhin für unsere Versicherten aktiv.« Stadtbürgermeister Walter Schmitz bedauert auf Anfrage des WochenSpiegel den Weggang. »Jeder Arbeitsplatz, der in Cochem weggeht, tut uns weh. Wenn aber dann eine Institution wie eine Krankenkasse weggeht, die den Charakter einer Kreisstadt mitprägt, ist dies besonders schmerzlich.«  Herber Schlag für die Kreisstadt Cochem: Die AOK, einzige Krankenkasse die noch ihre Büros in Cochem hatte, schließt nach WochenSpiegel-Informationen die Geschäftsstelle Ende Februar für immer.  Dies bestätigt AOK-Pressesprecher Jan Rößler gegenüber…

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