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Geierlay: Besucher müssen Mundschutz und Geduld mitbringen

Hunsrück/Nahe. Wer an Pfingsten einen Ausflug zur Hängeseilbrücke Geierlay geplant hat, sollte Zeit mitbringen. Denn auch hier gelten in Zeiten von Corona Einschränkungen. Dass diese eingehalten werden, dafür sorgt seit einigen Tagen ein Sicherheitsdienst.

Der Grund: Nach wochenlanger Corona-Pause wurde zu Christi Himmelfahrt die Hängeseilbrücke wieder geöffnet. Und der Touristenmagnet im Hunsrück zog umgehend ganze Scharen von Besuchern an: Rund 2 500 Menschen drängten sich an diesem Tag über die Brücke – ein Großteil von ihnen ohne die aktuellen Abstandsregeln zu beachten.

Die Fotos davon, die in den sozialen Medien die Runde machten, sorgten für Kritik an der Wiedereröffnung. Die Brücke jedoch erneut zu schließen ist nicht geplant. Seit Vatertag werden täglich gut 1 000 Besucher verzeichnet. »Die Menschen kommen so oder so«, sagt Mörsdorfs Bürgermeister Marcus Kirchhof. »Wenn die Brücke geschlossen ist, klettern die Menschen über die drei Meter hohe Absperrung und bringen sich in Gefahr.«

Eine Argumentation, die Karl Heinz Simon, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Zell, nicht nachvollziehen kann: »Und wenn fünf Leute über eine rote Ampel fahren, dann schaffen wir diese auch ab? Ich war schockiert, als ich die Bilder von Christi Himmelfahrt gesehen habe und ich hätte, wäre es an mir, die Entscheidung zu treffen, die Brücke wieder geschlossen.« Man könne nicht darüber diskutieren Schulen und Kitas noch geschlossen zu lassen, eine touristische Attraktion aber, an der sich nur wenige an die derzeit notwendigen Regeln hielten, öffnen.

Statt aber die Öffnung rückgängig zu machen, entschied man sich auf Mörsdorfer Seite dazu, eine Sicherheitsfirma zu engagieren. Die VG Kastellaun beteiligt sich an den Kosten, die VG Zell nicht.

Dass bislang in den Medien nur dieser Aspekt aufgegriffen wurde, stößt Bürgermeister Simon negativ auf: »Ich habe im Vorfeld zu einer Ortsbegehung eingeladen, um die Rahmenbedingungen zu klären, unter denen man öffnen könnte. Als ich zu diesem Termin kam, war die Brücke aber bereits geöffnet«, sagt Simon und betont noch einmal, dass die VG nicht der Betreiber sei.

Und welche Erfahrung hat die Sicherheitsfirma bisher vor Ort gemacht? „Wir hatten bisher keine Probleme, es läuft alles friedlich und geregelt und ohne Diskussionen seitens der Besucher“, sagt Kerstin Wilbert von GVO Security. „Wir sind mit drei Mitarbeitern an den Wochentagen vor Ort.“ Am Pfingstwochenende sind es dann sechs Mitarbeiter. Zwei an den Brückenköpfen auf jeder Seite sowie jeweils einer auf den Zuwegungen zur Brücke. Diese wurden auf 200 Meter mit Abstandsmarkierungen (1,50 Meter) versehen. Zudem gibt es eine Maskenpflicht an und auf der Brücke selbst.

Besucher sollten in jedem Fall Zeit mitbringen, denn gleichzeitig dürfen sich höchstens 30 Personen auf der Brücke befinden. Zudem darf die Brücke nur in ungeraden Stunden von Mörsdorf nach Sosberg überquert werden, in geraden Stunden geht es in die andere Richtung. Warten auf den Zuwegen gehört also dazu. Kirchhoff appelliert trotz Security weiter an die Besucher: »Bitte halten Sie sich überall an die aktuellen Regeln!“

Alle Informationen, auch zur Einbahnregelung: www.geierlay.de

(ab/cw)

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Kommentar von Heike Schneider
Wir können nur sagen, vor der Brücke Abstand Corna Null echt erschreckend...
Kommentar von J. Ickmuehl
Wer an Pfingsten einen Ausflug zur Hängeseilbrücke Geierlay überhaupt geplant hat, war dumm. Mehr gibt es dazu nicht zu sagen.
Kommentar von Marcus Kirchhoff
Herr Simon irrt: zeitgleich zur besagten Ortsbegehung war die Brücke gut besucht, trotz beidseitiger, massiver Absperrung. Etliche Besucher waren waghalsig über die Absperrungen geklettert. Dies bewog die Beteiligten der Ortsbegehung u.a., die Brücke lieber zu öffnen und den Besucherverkehr zu reglementieren.