Absturz eines Vorzeigeprojektes?

Gläubiger stellt Insolvenzantrag gegen Flughafenbetreiber

Hahn. Sind Finanzprobleme des Groß-Anteilseigners "HNA" der Grund für finanzielle Turbulenzen an Hahn? Amtsgericht Bad Kreuznach bestätigt auf Anfrage unserer Zeitung den Eingang eines Insolvenzantrages eines Gläubigers.

Von Mario Zender und Kai Brückner

Steht der Flughafen Frankfurt Hahn vor dem Aus? Nach Informationen des Cochemer WochenSpiegel soll der Flughafenbetreiber, die Frankfurt-Hahn GmbH, bei Gläubigern hohe Verbindlichkeiten haben, die angeblich nicht beglichen worden sein sollen. Einer dieser Gläubiger stellte heute beim Amtsgericht Bad Kreuznach offenbar einen Antrag auf Insolvenz gegen den Flughafenbetreiber. Entsprechende Informationen unserer Zeitung bestätigt das zuständige Amtsgericht Bad Kreuznach. Brigitte Hill, Direktorin des Amtsgerichtes Bad Kreuznach, erklärte auf Nachfrage des WochenSpiegel, dass „ein Gläubiger Antrag auf Insolvenz beim Amtsgericht eingereicht hat“. Wer dieser Gläubiger ist, wollte Direktorin Hill nicht mitteilen. Beim Flughafenbetreiber war auf WochenSpiegel-Anfrage bisher niemand für eine Stellungnahme erreichbar.

Hängen die finanziellen Turbulenzen am Hahn mit dem neuen Großinvestor zusammen? Der Haupteigentümer des Flughafens Hahn, der chinesische Großkonzern HNA, meldete im Februar 2021 Insolvenz an. HNA hatte 2017 vom Land Rheinland-Pfalz für rund 15 Millionen Euro 82,5 Prozent des Hunsrück-Airports gekauft. 17,5 Prozent der Anteile hält das Land Hessen.

Der nun eingereichte Insolvenzantrag eines Gläubigers wäre der vorläufige Tiefpunkt in der turbulenten Geschichte des Flughafens. Der ehemalige US-Militärstandort am Hahn wird seit 1993 als ziviler Flughafen genutzt. In Hochzeiten, etwa im Jahr 2007, wurden am Hahn fast vier Millionen Passagiere gezählt und 40.000 Flugbewegungen. Seit 2010 geht es bei den Passagierzahlen jährlich bergab. 2020 waren es lediglich noch 436.862 Passagiere.

Besser entwickelt hat sich in den vergangenen Jahren das Frachtaufkommen. Dieses lag im Jahr 2020 bei 232.998 Tonnen. Zum Vergleich: Im Jahr 2015 waren es gerade einmal rund 80.000 Tonnen.

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