DRK verabschiedet sich vom Flughafen Hahn

Hunsrück/Nahe. Zum 31. Mai endet für den DRK-Kreisverband Rhein-Hunsrück eine Ära. Das Deutsche Rote Kreuz verabschiedet sich vom Flughafen Frankfurt-Hahn. Am Hunsrück-Airport war der DRK-Kreisverband seit 1. Januar 2011 für den Rettungs- und Sanitätsdienst zuständig, unterhielt eine eigene Rettungswache und besetzte rund um die Uhr ein Einsatzfahrzeug.

Mit der Nachtschicht am 31. Mai ist dies Vergangenheit. Im Juni findet dann der Rückbau der Wache statt. Im Bereich des Zivil- und Katastrophenschutzes sind die ehrenamtlichen Helfer des DRK auch künftig am Flughafen Frankfurt-Hahn eingebunden.

Hintergrund: Der Flughafen-Betreiber hat den bestehenden Dienstleistungsvertrag zum 31. Mai fristgerecht gekündigt, informieren DRK-Kreisgeschäftsführer Martin Maser und Torsten Frenzel, Leiter Rettungsdienst. „Die bislang auf der Flughafen-Wache beschäftigten Mitarbeitenden werden künftig im Rettungsdienst und qualifizierten Krankentransport an anderen Standorten eingesetzt. Keinem Mitarbeitenden muss also gekündigt werden“, berichtet Maser. Der DRK-Kreisverband betreibt sechs Rettungswachen im Rhein-Hunsrück-Kreis: in Simmern, Büchenbeuren, Kastellaun, Emmelshausen, Oberwesel und Boppard.

Für die Notfallsanitäter, Rettungsassistenten und Rettungssanitäter war der Flughafen fast zehn Jahre lang ein interessantes und abwechslungsreiches Arbeitsumfeld mit internationalem Flair. Für das DRK war die Wache zudem ein Aushängeschild. Zu den Aufgaben gehörte nicht nur die medizinische Erstversorgung von Patienten mit Erkrankungen oder Verletzungen. Die DRK-Mitarbeitenden waren bis April 2018 auch für die Unterstützung von Personen mit eingeschränkter Mobilität (sogenannte PRM) zuständig. Daher verfügte das Einsatzfahrzeug neben der notfallmedizinischen Ausstattung auch über einen Rollstuhl sowie einen speziellen Treppenliftstuhl.

Die Einsatzzahlen für das Rote Kreuz am Hunsrück-Flughafen waren insbesondere in den ersten Jahren stark angestiegen: von rund 5300 PRM-Betreuungen, 210 medizinischen Hilfeleistungen und 155 medizinischen Notfällen im Jahr 2011 auf etwa 8100 PRM, 123 medizinische Hilfeleistungen und 161 medizinische Notfälle im Jahr 2016. „Auch in den Hochzeiten konnten wir unsere Dienstleitung immer aufrechterhalten, auch durch einen Pool an Aushilfskräften“, macht Torsten Frenzel deutlich. Eins war dem Leiter Rettungsdienst immer wichtig: Die Mitarbeitenden der Flughafen-Wache waren regelmäßig auf der Wache Büchenbeuren in der Notfallrettung und im Krankentransport im Einsatz. Die kurzen Wege nach Büchenbeuren, etwa auch bei der Aufbereitung und Pflege der Fahrzeuge, waren stets von Vorteil.

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