Wie geht's weiter am Hahn?

Hahn. Nach der Insolvenz-Meldung am 19. Oktober ist die Zukunft des Flughafen Hahn weiter ungewiss. Für viele Beobachter kam die Pleite allerdings nicht unerwartet: Bereits im Juni hatte ein Gläubiger Insolvenzantrag gegen die Frankfurt-Hahn GmbH gestellt, diesen jedoch wenige Tage später wieder zurückgezogen.

Diesmal jedoch ist das Insolvenzverfahren am Amtsgericht Bad Kreuznach offiziell eröffnet. Das Gericht bestellte den Frankfurter Juristen Jan Markus Plathner zum vorläufigen Insolvenzverwalter. Plathner hat Erfahrung: Er kümmerte ich 2014 bereits um das Insolvenzverfahren des Flughafens Zweibrücken - der allerdings seither nicht mehr als Verkehrsflughafen genutzt wird.

Dieses Schicksal wollen Politiker aller Couleur am Hahn unbedingt abwenden.  Insbesondere um mehrere Tausend Arbeitsplätze zu erhalten, die der Hahn im Kreis und in den angrenzenden Regionen sichere, wie die Erste Kreisbeigeordnete Rita Lanius-Heck - die derzeit die Landrats-Geschäfte führt - betonte: »Keiner davon darf verloren gehen,« betonte Heck.

Neue Chancen?

Rund 500 Beschäftigte sind von der Insolvenz der Flughafen Frankfurt-Hahn GmbH und vier weiteren Gesellschaften, die mit dem Hunsrück-Airport in Verbindung stehen, betroffen. Für sie gibt es zumindest für die kommenden Wochen etwas Planungssicherheit, denn der Betrieb des Flughafens soll zunächst ohne Einschränkungen fortgeführt werden. Dies teilte Insolvenzverwalter Jan Markus Plathner in der vergangenen Woche mit. Über eine Vorfinanzierung des Insolvenzgeldes sei zudem sichergestellt, dass die betroffenen Beschäftigten  ihre Gehälter im Oktober, November und Dezember  in voller Höhe erhalten.

Nun gelte es, das laufende Insolvenzverfahren als Chance zu nutzen, um den  Flughafen Hahn zukunftsfähig aufzustellen - das betonten sowohl der Kreisvorsitzende der CDU, Christian Klein, als auch seine Amtskolleginnen Ruth Greb (SPD) und Carina Konrad (FDP).
Harald Rosenbaum, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Kirchberg und Verbandsvorsteher des Zweckverbandes Flughafen Hahn, sieht dabei durchaus Grund zum Optimismus. Eine Insolvenz gehe schließlich auch immer mit Chancen einher, die man nun hoffentlich nutzen könne.

Einen Hoffnungsschimmer sieht Rosenbaum unter anderem im Cargo-Geschäft, das sich in den vergangenen Jahren durchaus positiv entwickelt hat: Das Frachtaufkommen am Hahn stieg von rund 80 000 Tonnen im Jahr 2015 auf mehr als 230 000 Tonnen im Jahr 2020. Der Optimismus des VG-Chefs scheint zumindest nicht unbegründet: Laut übereinstimmender Berichte scheint es bereits mehrere potentielle Investoren für den Hunsrück-Airport zu geben - auch solche, die den Flugbetrieb am Hahn erhalten und weiterentwickeln wollen. Punkten könnte der Flughafen dabei  insbesondere mit seinen zahlreichen, derzeit noch ungenutzten Flächen und seiner seltenen Nachtfluggenehmigung.

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