Windkraft: Todenroth wehrt sich gegen "Umzingelung"

Hunsrück/Nahe. Todenroth will nicht umzingelt werden: Mit drei neuen Windrädern wäre die Gemeinde von allen Seiten mit Windkraftanlagen umschlossen. Deshalb wehrt sie sich nun mit einer Petition.

Wer in Todenroth einen freien Blick über die Hunsrückhöhen schweifen lassen möchte, der muss schon etwas suchen. Das Örtchen in der  Verbandsgemeinde Kirchberg ist in drei Himmelsrichtungen von Windrädern umschlossen. Rund 40 Anlagen, teils mehr als 240 Meter hoch, befinden sich in der direkten Umgebung des Dorfes. Viele davon sind gerade einmal 1000 Meter von der 78 Einwohner zählenden Gemeinde entfernt - der gesetzliche Mindestabstand.

Drei neue Anlagen geplant

Nun flatterten Ortsbürgermeister Carsten Neuls die Pläne für drei weitere Windräder auf den Schreibtisch. Sie sollen nördlich der Gemeinde auf der Gemarkung von Kappel und Rödelhausen entstehen - und damit in der einzigen, derzeit  noch windradfreien Himmelsrichtung. »Auch diese Windräder sollen ungefähr punktgenau auf dem gesetzlich vorgesehenen Mindestabstand stehen«, sagt Neuls. Schon jetzt, so der Bürgermeister, seien die Geräusche der nahen Anlagen bei Kludenbach im Osten nahezu dauerhaft zu hören. Er befürchtet, dass die ohnehin schon vorhandene Belastung der Einwohner durch den geplanten Neubau noch größer wird. »Zumal es dann vollkommen egal ist, aus welcher Richtung der Wind weht«, sagt Neuls.

Gemeinde wehrt sich mit Petition

Deshalb will sich die Gemeinde nun wehren: Auf der Online-Plattform »Open Petition« hat Bürgermeister Neuls eine Petition gestartet. Sein Appell an Landrat Marlon Bröhr: »Erteilen Sie keine weiteren Genehmigungen zum Bau von Windkraftanlagen in der Verbandsgemeinde Kirchberg, insbesondere rund um Todenroth.« Rund 900 Unterstützer hat die Kampagne bereits. Hinzu kommen zahlreiche Unterschriften auf Papier, die die Unterstützer der Petition in den umliegenden Ortschaften gesammelt haben. Denn durch die beantragten Windräder wären auch die Gemeinden Kappel, Kludenbach und Metzenhausen von Windrädern umzingelt, betont Carsten Neuls. »Freie Sichtachsen - zu welchen es mittlerweile Urteile quer durch Deutschland gibt - wären in diesen Orten nahezu nicht mehr vorhanden«, so der Bürgermeister. In Todenroth selbst beträgt die Unterstützerquote der Petition nahezu 100 Prozent.

"Die Region hat ihre Schuldigkeit getan"

Dabei sei man allerdings nicht grundsätzlich gegen Windräder, betont Neuls: »Wir finden aber, dass unsere Umgebung, die Verbandsgemeinde Kirchberg und auch der Rhein-Hunsrück Kreis seine Schuldigkeit getan hat.« Bis das Genehmigungsverfahren im Sommer in die nächste Runde geht - noch fehlen laut Kreisverwaltung die nötigen Umwelt- und Naturschutzdaten - sollen deshalb noch möglichst viele Unterschriften unter der Petition landen. »Ganz gleich ob online oder auf Papier«, betont Bürgermeister Neuls.

Unterstützer gesucht

Wer die Initiative der Ortsgemeinde unterstützen möchte, kann die Petition gegen die zusätzlichen Windkraftanlagen OpenPetition hier online unterzeichnen. Außerdem sucht die Gemeinde weitere Helfer, die die Initiative mit der Sammlung von Papierunterschriften unterstützen wollen. Interessierte wenden sich via E-Mail an: buergermeister@ortsgemeinde-todenroth.de

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