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200 Mufflons machen Ärger im Kirner Land

Verwilderte Rasse aus der Jungsteinzeit?

VG Kirn-Land. Wildschafe werden im Raum Kirn zunehmend zum Problem – die Beschwerden bei Ortsbürgermeister Michael Schlarb nehmen zu. Der Umgang mit invasiven Arten ist nicht einfach.

Das Mufflon ist keine einheimische Art in unserer Region. Die Wildschafe, deren männliche Widder charakteristische, schneckenförmig gebogene Hörner tragen, stammen eigentlich aus dem Hochgebirgsraum. Das Europäische Mufflon kommt überhaupt nur auf den Mittelmeerinseln Korsika und Sardinien vor. Die Frage, ob die Art im Rest Europas ausgerottet wurde oder ob es sich bei den Tieren auf den Inseln um eine verwilderte Rasse von Hausschafen aus der Jungsteinzeit handelt, ist bisher nicht geklärt. Hinter vorgehaltener Hand wird berichtet, dass zahlreiche Tiere aus Wildgattern ausgebrochen sind oder absichtlich die Tore dieser Gatter über Nacht geöffnet wurden, um sie auszuwildern. 

 Bestand auf mehr als 200 Mufflons geschätzt

„Bei uns in Meckenbach zieht eine Herde von bis zu 50 Tieren ihre Runden. Sie fressen vor allem in den Hängen oberhalb des Ortes den Bewuchs ab, dadurch haben wir bereits Erosionsschäden.“, berichtet Ortsbürgermeister Schlarb. Ebenfalls Probleme hat Landwirt Heiko Bachmann vom Hühnerhof. Er bewirtschaftet Flächen in Lauschied und auf dem Hühnerhof.  Auch hier tauchen die Mufflons in Herden von weit über 50 bis 120 Tieren auf und fressen alles kahl. In dem Gebiet, indem das Muffelwild sich aufhält, bewirtschaftet er über 20 Hektar Land. Von den Wildschäden sind auch alle anderen Landwirte betroffen. Der Mufflonbestand wird auf mehr als 200 Tiere geschätzt.

"Schlimmste invasive Spezies"

In vier verschiedenen Gebieten in der Region nehmen die Sichtungen der zahlreichen Mufflons zu: zwischen Hochstetten-Dhaun und Karlshof, zwischen Oberhausen und Hahnenbach, zwischen Meckenbach und Lauschied, zwischen Kirn und Heimweiler. Die Tiere sind nicht selbstständig von ihrem ursprünglichen Verbreitungsgebiet nach Kirn gekommen, sondern wurden importiert.

Die Einschätzung als eine der „schlimmsten“ invasiven Spezies liegt vor allem daran, dass Mufflons für Waldschäden verantwortlich sind. Die Tiere fressen Rinde und Knospen junger Bäume, was die natürliche Verjüngung des Waldes beeinträchtigt. Die Widder dürfen nur vom 1. August bis zum 31. Januar geschossen werden.

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Kommentar von Martina Toennessen
Vielleicht sollte man sich mal mit dem Eifelpark Gondorf in Verbindung setzen denn diese haben Mufflons und könnten vielleicht weiter helfen.