Kirner Bereitschaftsdienstzentrale wird aufgegeben

"Absoluter Schlag ins Kontor"

Kirn Stadt. Schock in Kirn: Ein Modellprojekt der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) wird das bisherige System der Bereitschaftsdienstzentrale (BDZ) ablösen. Künftig werden fahrtüchtige Bürger nach Idar-Oberstein fahren müssen. Parallel dazu wird aber im Rahmen des Projektes das System der Hausbesuche für bettlägerige Patienten deutlich ausgeweitet. Das ist das Ergebnis gestriger Gespräche.

Landrätin Bettina Dickes, der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Kirner Land, Thomas Jung und die Erste Beigeordnete der Stadt Kirn, Christa Hermes, wurden gestern durch die KV darüber informiert, dass die BDZ in Kirn ab dem 1. Juli 2020 aufgegeben wird. Die Auslastung der BDZ in Kirn sei nur sehr gering gewesen, weshalb sich die KV zu diesem Schritt entschloss.

Dickes: Situation nicht haltbar

„Diese Mitteilung war für uns gerade dieser Tage wirklich ein absoluter Schlag ins Kontor“, machen Landrätin, Bürgermeister und Beigeordnete deutlich. „Gerade in der jetzigen Situation ist es für uns nicht haltbar, der Bevölkerung in Kirn und Umgebung durch einen solchen Schritt erneut das Gefühl zu vermitteln, dass die medizinische Versorgung in Kirn auf dem Spiel steht“. Eine Kompensation für die Bevölkerung sei daher dringend geboten. Dies habe man auch der Kassenärztlichen Vereinigung noch in dem Gespräch dringlichst verdeutlicht. „Wir sind sehr froh und dankbar, dass die KV daraufhin bereits wenige Stunden später eine gute Lösung angeboten hat, die als Modellprojekt für ganz Rheinland-Pfalz im Kirner Land aufgebaut wird“. Demnach wird zwar die Bereitschaftsdienstzentrale in der jetzigen Form letztmals am 30. Juni geöffnet sein, ab dem 1. Juli aber ein mobiler ärztlicher Bereitschaftsdienst zur Verfügung stehen, der bei den Bürgern, die keine Möglichkeit haben, den ärztlichen Bereitschaftsdienst in Idar-Oberstein anzufahren, in koordinierter Form Hausbesuche durchzuführen.

Jung hat "vollstes Verständnis"

„Ich habe vollstes Verständnis für die Entscheidung der Kassenärztlichen Vereinigung, angesichts der geringen Auslastung diese Umstrukturierung durchzuführen“, macht Bürgermeister Thomas Jung deutlich. Bedingung für ihn sei aber gewesen, dass ein gutes Modell angestoßen werden konnte, um die medizinische Versorgung im bereitschaftsärztlichen Segment aufrecht zu erhalten.

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