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Waldböckelheim: Mundart im Bürgerhaus

Waldböckelheim. Am kommenden Samstag, 1. Dezember, präsentiert die Schriftstellerin Elfriede Karsch im Bürgerhaus Waldböckelheim ihr neues Werk. "Eich mache deer e Budderschmeer", heißt es – ins Hochdeutsche übersetzt: "Ich schmiere dir ein Butterbrot".

Was ist Heimat? An der Frage haben sich schon viele Philosophen und Schriftsteller versucht. Für Elfriede Karsch ist es das frischgebackene Brot, dick beschmiert mit guter Butter, nach einem anstrengenden Tag. Es sind die Geräusche des Alltags auf dem Dorf, der „Sound“ ihrer Kindheit. Es sind die kleinen Anekdoten und die liebevollen Erinnerungen an vergangene Tage, die nicht unbedingt besser, aber von mehr Menschlichkeit geprägt waren, die Elfriede Karschs Bild von Heimat ausmachen. Und deshalb ist es dieses Butterbrot, die „Budderschmeer“, das ihrem neuen Buch mit Geschichten und Gedichten im Nahe-Hunsrücker-Dialekt, den Namen verleiht.

Witzig, ironisch, nachdenklich – Elfriede Karsch gelingt es, die Kuriositäten des Alltags auf ihre unnachahmliche Weise auf den Punkt zu bringen und sich seit Jahrzehnten immer wieder die Herzen ihrer Leser zu schreiben.

In 83 „Stickelscher“ fasst sie Erinnerungen und Erlebnisse zusammen, spitzt sie zu und bringt sie auf den Punkt. Elfriede Karsch ist gebürtige Hunsrückerin aus Gehlweiler und lebt in Waldböckelheim. Sie ist Mutter von drei Töchtern und stolze Oma. Die gelernte Bankkauffrau hat bis zur Geburt ihrer ersten Tochter eine Bankfiliale geleitet. Durch die Geburt musste sie ihren Beruf aufgeben – und ärgerte sich damals sehr darüber. „Ich habe aus Frust angefangen zu schreiben. Ich wollte etwas erschaffen, das mir niemand nehmen kann“, blickt sie heute zurück. Mittlerweile hat sie schon etliche Mundartpreise gewonnen und insgesamt schon neun Bücher und 25 Theaterstücke geschrieben. Ihre Motivation zur Mundart verdankt sie ebenfalls ihrer Arbeit bei der Bank: Eine Frau aus dem Hunsrück betrat die Filiale und sprach in ihrer Mundart mit Frau Karsch, die dann ebenfalls vom Hochdeutsch in den Dialekt wechselte. „Ihr liefen vor lauter Freude Tränen über die Wangen“, erinnert sich Elfriede Karsch. Seitdem versucht sie den Leuten durch ihre Mundartliteratur ein Stück Heimat zu geben.

Die Lesung im Bürgerhaus beginnt um 16 Uhr, der Eintritt ist frei.

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