Keine 20 000 Euro für Sex bezahlt - Betrüger in Haft

Simmern. Ein »unmoralisches Angebot« hatte eine Studentin zu einem Schäferstündchen mit einer Internetbekanntschaft gelockt. Am Ende stellte sich heraus: Sie war einem Betrüger aufgesessen. Das Landgericht Bad Kreuznach hat die Berufung von Staatsanwaltschaft und Angeklagtem verworfen und bestätigte das Urteil des Amtsgerichts Simmern. Der Angeklagte muss wegen Betrugs zweieinhalb Jahre hinter Gitter.

Das Angebot war nicht nur »unmoralisch«, sondern auch verlockend. Im Sommer 2010 hatte der Angeklagte unter dem Decknamen »Alex Schur« über ein soziales Netzwerk Kontakt zu der Zeugin aufgenommen. Er machte ihr ein »unmoralisches Angbot«, das sich von anfangs 2 500 Euro auf schließlich 20 000 Euro steigerte. Angeblich wegen einer Erbschaft würde Geld keine Rolle spielen und statt einer Professionellen hätte er gerne jemand »Unverbrauchtes«. Bei dem Betrag wurde die damals 25-Jährige Studentin schließlich schwach und verabredete sich auf einem Parkplatz in Simmern. Es kam schließlich zum persönlichen Treffen, bei dem der Angeklagte noch mit einem angeblichen Überweisungsbeleg seiner Bank seine Zahlung bewies. Daraufhin kam es abseits der Hunsrückstadt zu sexuellem Kontakt. Ein weiteres Angebot von 25 000 Euro für ein weiteres Zusammentreffen lehnte die Zeugin ab. Als nach ein paar Tagen kein Geld auf ihrem Konto war und die Daten des Angeklagten im sozialen Netwerk gelöscht waren, wurde sich die Zeugin bewusst, dass sie einem Betrüger aufgesessen war. Daraufhin wandte sie sich an die Polizei.

»Ich wollte mit dem Geld mein Studium finanzieren«, so die Zeugin in der Vernehmung. Sie sei sehr naiv gewesen, gab sie auf Fragen des Staatsanwaltes zu. Der Betrag sei so verlockend gewesen, dass sie die Geschichte des Angeklagten vom angeblich geerbten Vermögen nicht hinterfragt habe. »Er war unglaublich geschickt mit Worten«, so junge Frau.Zudem habe sie der Angeklagte erheblich unter Druck gesetzt mit dem Ultimatum, dass sie noch am gleichen Tag in das Angebot einwilligen musste. »Ich fühlte mich bereits direkt nach der Tat schrecklich«, so die Zeugin, »mit meiner Anzeige bei der Polizei wollte ich ihn in die Schranken weisen und verhindern, dass dies auch anderen passiert.«

Der 47-Jährige Angeklagte, der sich zu der Tat nicht äußern wollte, ist kein unbeschriebenes Blatt. Sein umfangreiches Vorstrafenregister bestand zum größten Teil aus Betrugsdelikten. Wegen eines Vergehens sitzt der Angeklagte derzeit in Haft. Die Art der Tat sei ihm »nicht wesensfremd«, so der vorsitzende Richter Matthias Friedrich.

Die Kammer verwarf die Berufungen von Staatsanwaltschaft und Angeklagtem und bestätigte das Urteil des Amtsgerichtes Simmern.

Der Angeklagte muss nun für zwei Jahre und sechs Monate in Haft.Foto: Wagner

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