Simmern hat neue Partnerstadt in Luxemburg

Hunsrück/Nahe. Als die Freiwillige Feuerwehr Roeser (lux. Réiser) im vergangenen Jahr ihr 100-jähriges Bestehen feierte, trafen die beiden Simmerner Bürgermeister erstmals mit dem Bürgermeister von Roeser zusammen, und bei einem guten Glas Rotwein entstand die spontane Idee, die guten Beziehungen zwischen den Feuerwehren zu nutzen und eine Städtepartnerschaft aufzubauen.

Roeser, eine Samtgemeinde (lux. Réiserbann), setzt sich aus sieben Dörfern zusammen: Berchem, Bivingen, Crauthem, Kockelscheuer, Livingen, Peppingen und Roeser. Ländlich geprägt, dem Kanton Esch-sur-Alzette zugehörig und im „Speckgürtel“ der Stadt Luxembourg gelegen, erfährt die rund 6.500 Einwohner zählende Samtgemeinde derzeit einen deutlichen bevölkerungspolitischen Aufschwung.

Die einstimmigen Beschlüsse des Simmerner Stadtrats und des Rates der Samtgemeinde Roeser zur Besiegelung einer Städtepartnerschaft fanden ihren vorläufigen Höhepunkt am 28. September in der Gemeindehalle in Roeser in Anwesenheit des deutschen Botschafters in Luxemburg, Dr. Heinrich Kreft, des Vizepräsidenten des luxemburgischen Städte- und Gemeindetages, Dan Biancalana, sowie einer kleinen, indigenen Delegation der Tinkunaku-Gemeinschaft aus Argentinien. Abordnungen des Stadtrates und der Feuerwehr Simmern waren ebenfalls angereist.

Beide Bürgermeister, Tom Jungen und Dr. Andreas Nikolay, wie auch der Botschafter wiesen in ihren Reden auf die Bedeutung internationaler Beziehungen hin: Aussöhnung zwischen den Völkern, Förderung der kommunalen Zusammenarbeit und des europäischen Zusammengehörigkeitsgefühls, Austausch kultureller und wirtschaftlicher Aspekte, gemeinsame Meisterung politischer Herausforderungen.

Nach der Unterzeichnung der Partnerschaftsurkunden, vorgenommen von den beiden Bürgermeistern sowie dem derzeitigen Feuerwehrkommandanten Claude Damy (Roeser) und dem ehemaligen Wehrführer Karl-Willi Alt (Simmern), fand die Enthüllung eines Partnerschaftsschildes für die Samtgemeinde Roeser statt. Die Nationalhymnen von Luxemburg und Deutschland sowie die Europahymne, begleitet von der „Harmonie Municipale Réiserbann“, beschlossen den feierlichen Akt, gefolgt von einem Umtrunk. In lockerer Atmosphäre wurden interessante Gespräche geführt und erste Kontakte zwischen Vereinen geknüpft. Einen deutlichen Vorteil hinsichtlich der Verständigung bietet die Mehrsprachigkeit Luxemburgs: lëtzebuergisch, hochdeutsch und französisch.

Die Feierlichkeiten fanden ihre Fortsetzung in der Vorstellung der argentinischen Delegation (Kolla-Indios), deren Partnerschaft mit Roeser seit 1992 besteht. Raymond Becker, ehemaliges Mitglied des Schöffenrats von Roeser, verwies in seiner Rede auf den klimatischen Notstand, auch mit Hinblick auf die angespannte Lage der argentinischen Indios, deren Heimat in einer Fotoshow vorgestellt wurde.

(Text: Doris Wesner)

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