Klaus Desinger

Gasmangellage: Politiker fordern Eigenverantwortung der Bürger

Kreis Birkenfeld. "Gasmangellage und Ukraine-Krise" - so lautete das Szenario einer Besprechung hauptamtlicher Bürgermeister und weiterer Führungskräfte
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Führungskräfte der Kommunalverwaltungen im Kreis trafen sich zur Abstimmung von Maßnahmen bei einer Gasmangellage.

Führungskräfte der Kommunalverwaltungen im Kreis trafen sich zur Abstimmung von Maßnahmen bei einer Gasmangellage.

Foto: Kreisverwaltung

Bei diesem Treffen ging es darum die Vorbereitung von Maßnahmen der Stadt Idar-Oberstein und der drei Verbandsgemeinden mit dem Landkreis abzustimmen. Als wichtigste Säulen kristallisierten sich Notstromversorgung für Einrichtungen der kritischen Infrastruktur, Kommunikationsmittel und die Hallenkapazitäten heraus, die für eine mögliche Evakuierung der Kreisbevölkerung bereitzuhalten sind. Einleitend betonte der 1. Kreisbeigeordnete Bruno Zimmer, dass in Krisensituationen die Eigenverantwortung der Bürger gefordert sei. Selbstverständlich bestehe auch die Pflicht der Kommunen und zuständigen Stellen, für eine solche Notlage Vorsorge zu treffen. Definitiv sind nach den Worten des Kreisdezernenten Jürgen Schlöder die Zuständigkeiten komplexer als zum Beispiel in der Corona-Krise, als das Infektionsschutzgesetz den rechtlichen Rahmen vorgab und die Federführung bei der Kreisverwaltung lag: "Hier wirken alle kreisangehörigen Kommunen zusammen."

Seit Jahren kreisweites Netz für Krisenfälle

Für die Stadt Idar-Oberstein berichtete Oberbürgermeister Frank Frühauf, dass die Verwaltung schon vor einiger Zeit einen Krisenstab gebildet hat. "Von meiner früheren Tätigkeit an der Tankstelle" konnte der OB aus erster Hand berichteten, wie die Notstromversorgung von Tankstellen im Kreisgebiet konzeptioniert ist und funktioniert. Seit Jahren gibt es ein kreisweites Netz, das in einem solchen Krisenfall der Versorgung der Hilfsorganisationen dient. Weitere Standorte mit Notstromaggregaten auszurüsten, sei schnell umsetzbar, erklärte Ignaz Forster, der Leiter des Katastrophenschutzreferats der Kreisverwaltung. Auch der regionale Grundversorger, die OIE AG, ist eng eingebunden. Die Flutkatastrophe 2018 im Fischbachtal habe gezeigt, wie wichtig es ist, die Kompetenzen der Ebenen Verbandsgemeinde bzw. Stadt und Landkreis frühzeitig zu klären, sagte der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Herrstein-Rhaunen, Uwe Weber. Der Brand- und Katastrophenschutzinspekteur (BKI) des Landkreises, Matthias König, unterstrich die Bedeutung einer vorausschauenden und intensiven Kommunikation zwischen den Kommunalverwaltungen und den einzelnen Hilfsorganisationen; wobei die vorhandenen Satellitentelefone in Krisensituationen und auch noch das analoge Funknetz von unschätzbarem Wert sind. Übereinstimmend vertraten die Beteiligten die Auffassung, dass die Eigenvorsorge der Bürger/innen für die erfolgreiche Bewältigung von Krisensituationen jedoch unabdingbar ist. Alle sollten die Hinweise und Empfehlungen des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BKK) unter https://bit.ly/3OvsJL8


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