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Nach Bahnunglück in Monzingen: Eine Region trägt Trauer

Vier Tage nach dem schrecklichen Drama auf dem Monzinger Bahnübergang gibt es nach wie vor mehr Gerüchte und Spekulationen zum Unfallhergang, als belegbare Fakten. Im Internet kocht die Diskussion hoch, dabei geht es vor allem darum, ob die Ampel- und Schrankenanlage zu diesem Zeitpunkt zuverlässig funktionierte. Die kleine Weinbaugemeinde und die Region stehen nach wie vor unter Schock. Tiefe Trauer und Fassungslosigkeit sind zu spüren.
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Was passierte am Samstagmorgen um kurz nach 6 Uhr auf dem Bahnübergang in Monzingen? Mit der Klärung dieser Frage sind derzeit Staatsanwaltschaft und diverse Gutachter beauftragt. Mit Ergebnissen sei erst gegen Ende des Monats zu rechnen. So lange wird die Untersuchung wohl in Anspruch nehmen, sagte die Staatsanwaltschaft Bad Kreuznach. Die Eisenbahnunfalluntersuchungsstelle des Bundes wertet Daten aus, die automatisch im Zug und in der Schrankenanlage gespeichert wurden - so lässt sich auch im Nachhinein feststellen, wie die Schranken zum Unfallzeitpunkt standen. Der Lokführer hatte ausgesagt, die Schranken seien geschlossen gewesen. Die Leiche des Fahrers befindet sich derzeit noch in der Rechtsmedizin. Es wird untersucht, ob beim Unfall eventuell Alkohol, Drogen oder K.O.-Tropfen zum Tragen kamen. Mit einem Ergebnis rechnet die Staatsanwaltschaft nicht vor Ende dieser Woche. Gerüchte kursieren Im Internet wird seit Tagen diskutiert, wie sich der tragische Unfall zugetragen haben könnte. Ob die Schranken geschlossen waren oder nicht. Zahlreiche User gaben bei Facebook an, in der jüngeren Vergangenheit selbst erlebt zu haben, dass die Schranken und die Ampelanlage in Monzingen nicht zuverlässig funktioniert haben. Ein Beitrag, der rund eine Woche vor dem Unglück geschrieben wurde, wurde dabei besonders häufig erwähnt, diskutiert und geteilt. Darin beschreibt ein Mann, wie er spät abends beobachtet habe, dass ein Schnellzug bei offenen Schranken und "seltsam blinkenden Lichtern" der Signalanlage durch Monzingen gefahren sei. Auch beschreiben die User, dass die Vorfälle der Polizei gemeldet worden seien. Auf WochenSpiegel-Nachfrage sagt jedoch die Polizei Kirn: "Weder der Bundespolizei noch der Deutschen Bahn war ein Schrankendefekt gemeldet worden oder bekannt." Bis die Untersuchungsergebnisse und Ermittlungen Klarheit bringen, wird also weiter spekuliert werden. Zeugen werden gesucht Die Polizei ist weiterhin auf der Suche nach Zeugen, die etwas zum Unfallhergang schildern können. Das können etwaige Augenzeugen sein oder auch Fahrgäste, die an Bord des Vlexx-Zuges waren. Sie werden dringend gebeten, sich unter Telefonnummer 0 67 52 / 15 60 zu melden. Trauergottesdienst Am heutigen Mittwoch, 16. September, um 19 Uhr, findet in der evangelischen Kirche in Merxheim ein ökumenischer Trauergottesdienst für die verstorbenen fünf Männer statt. Die Kirchengemeinde bittet, während des Gottesdienstes nicht zu filmen oder fotografieren.